- 10.04.2024, 09:26:42
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79 Prozent wurden schon belästigt!
Linda Lindinger (FCG-ÖAAB): „Leider hat sich gezeigt, dass Mitarbeiterinnen von den Arbeitgebern vor sexueller Belästigung zu wenig geschützt werden!“
Utl.: Linda Lindinger (FCG-ÖAAB): „Leider hat sich gezeigt, dass
Mitarbeiterinnen von den Arbeitgebern vor sexueller
Belästigung zu wenig geschützt werden!“ =
Wien (OTS) - 79 Prozent der Arbeitnehmerinnen sind in der Gastronomie
mit frauenverachtenden oder sogar sexuellen Belästigungen
konfrontiert. Dies ist einer aktuellen Studie der AK-Wien zu
entnehmen. Die Studie wurde erstellt, nachdem die AK Wien in ihrer
Arbeitsrechtsberatung eine starke Zunahme von sexuellen Belästigungen
in den vergangenen Jahren verzeichnet hat. Gemeinsam mit der
Gewerkschaft vida und der Fachgruppe Gastronomie in der
Wirtschaftskammer Wien sollen nun Gespräche über ein Schutzkonzept
stattfinden. Um dazu eine fundierte Grundlage zur Verfügung zu haben,
wurde eine Online-Umfrage unter den Mitgliedern in der Wiener Gastro
durchgeführt.
Gesetzliche Pflicht
Das erschütternde Ergebnis: 79 Prozent aller Frauen, die in der
Gastronomie arbeiten, haben bereits sexuelle Belästigung erlebt oder
beobachtet. Bei der Umfrage ist es jedoch auch darum gegangen, was
denn nach einer solchen Belästigung passiert. Linda Lindinger von der
FCG-ÖAAB-Fraktion in der AK-Wien: „Leider hat sich gezeigt, dass die
Arbeitgeber der gesetzlicher Verantwortung, ihre Mitarbeiterinnen vor
sexueller Belästigung zu schützen, nicht immer nachkommen. 60 Prozent
der Arbeitnehmerinnen gaben an, dass die Arbeitgeber bei Fällen von
sexueller Belästigung nichts taten, obwohl diese ihnen gemeldet
wurden!“
Handeln ist gefragt
Linda Lindinger: „Die Arbeitgeber müssen endlich ihrem gesetzlichen
Auftrag nachkommen und konkret auch handeln. Etwa, indem sie Täter
und Betroffene zumindest räumlich trennen. In schweren Fällen ist der
Gast des Lokals zu verweisen oder es wird ihm ein Lokalverbot
auferlegt. Handelt es sich um einen Mitarbeiter aus den eigenen
Reihen, so müsste dieser versetzt werden.
Säumige Arbeitgeber
Laut Umfrage gaben nur 21 Prozent der belästigten Mitarbeiterinnen
an, dass Gespräche mit dem Belästiger geführt wurden. Nur in 11
Prozent der Fälle gab es ein Lokalverbot und nur bei 6 Prozent wurde
der Täter gekündigt. Zu zwei Prozent wurden Belästiger versetzt.
Fritz Pöltl, FCG-ÖAAB Fraktionsvorsitzender und Spitzenkandidat bei
der kommenden AK-Wahl: „Das ist viel zu wenig, um der steigenden
Anzahl von Belästigungen wirklich Herr zu werden. Die bisher säumig
gebliebenen Arbeitgeber müssten endlich härter durchgreifen, um ihre
Mitarbeiterinnen zu schützen und damit auch ein gedeihliches
Betriebsklima zu schaffen!“
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