• 31.01.2024, 06:00:03
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Greenpeace-Prognose: Österreich verbaut 2024 fast ausschließlich fruchtbare Böden

Greenpeace-Berechnung zeigt, dass 2024 rund 4.300 Hektar landwirtschaftliche Nutzflächen verbaut werden - Umweltschutzorganisation fordert Bodenschutzstrategie

Utl.: Greenpeace-Berechnung zeigt, dass 2024 rund 4.300 Hektar
landwirtschaftliche Nutzflächen verbaut werden -
Umweltschutzorganisation fordert Bodenschutzstrategie =

Wien (OTS) - Eine heute veröffentlichte Greenpeace-Analyse zeigt,
dass Österreich im Jahr 2024 fast ausschließlich fruchtbare Böden
verbaut und versiegelt. Laut Berechnungen der
Umweltschutzorganisation werden heuer rund 4.300 Hektar an
Agrarflächen zerstört - das sind etwa 95 Prozent des
durchschnittlichen Bodenverbrauchs Österreichs. Die Verschwendung von
wertvollen Agrarböden treibt das Höfesterben an und gefährdet die
regionale Lebensmittelproduktion. Greenpeace fordert anlässlich der
aktuell stattfindenden Wintertagung, dass Bund, Länder, Städte- und
Gemeindebund die Gefahr für Landwirt:innen ernst nehmen und endlich
eine ambitionierte Bodenschutzstrategie inklusive eines
Reduktionsziels auf maximal 2,5 Hektar pro Tag bis 2030 beschließen.

„Während Landwirtschaftsminister Totschnig bei der Wintertagung den
Green Deal verteufelt, sieht er tatenlos zu, wie Österreichs
fruchtbarste Böden zubetoniert werden. Das schadet nicht nur unserer
Artenvielfalt, sondern auch den heimischen Bäuerinnen und Bauern. Es
ist ein Armutszeugnis, dass noch immer keine Bodenschutzstrategie mit
klarem Reduktionsziel beschlossen wurde”, sagt Melanie Ebner,
Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace. Die 4.300 Hektar an Äcker,
Wiesen und Obstanlagen, die laut Greenpeace-Prognose 2024 verbaut
werden, entsprechen fast der Fläche der Stadt Wels. Die verlorenen
Böden bieten Raum für 182 Landwirtschaftsbetriebe. Auf der Fläche
könnten genügend Lebensmittel angebaut werden, um den Jahresbedarf
von knapp 20.000 Österreicher:innen zu decken.

Im Vergleich mit den anderen Bundesländern verbaut Niederösterreich
2024 laut Greenpeace-Analyse am meisten fruchtbare Böden (gut 1.000
Hektar), gefolgt von Oberösterreich. Jeder zweite Acker, der in
Österreich verbaut wird, liegt in Niederösterreich. Prozentual liegen
mit Salzburg und Kärnten zwei Bundesländer vorne, die aufgrund ihrer
bergigen Landschaft über wenig landwirtschaftliche Nutzflächen
verfügen. Werden in Salzburg und Kärnten weiterhin in diesem Tempo
fruchtbare Böden zerstört, kann in 200 Jahren in beiden Bundesländern
gar keine Landwirtschaft mehr betrieben werden. Als Basis für die
Berechnungen verwendete Greenpeace Daten des
Landwirtschaftsministeriums zwischen den Jahren 2017 und 2023.

„Leere Versprechungen und zahnlose Lippenbekenntnisse helfen weder
unserer bedrohten Artenvielfalt, noch den heimischen Bäuerinnen und
Bauern. Wir brauchen eine starke Bodenstrategie mit konkretem
Reduktionsziel, um die Lebensmittelproduktion in Österreich - auch
künftig - abzusichern. Die ÖVP muss ihre Blockadehaltung aufgeben und
2024 endlich eine ambitionierte und wirksame Bodenschutzstrategie
beschließen", sagt Ebner.

Factsheet zum Thema: https://act.gp/Factsheet-LW-Flächen

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