- 03.10.2023, 09:10:06
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Kahlschlag der Aktiven Arbeitsmarktpolitik in Niederösterreich
arbeit plus – Soziale Unternehmen Niederösterreich: Stellungnahme zu den Ankündigungen einer „neuen Arbeitsmarktstrategie“ in NÖ
Soziale Unternehmen am Puls der Regionen
Soziale Unternehmen unterstützen seit mehr als 35 Jahren (Langzeit-)Erwerbsarbeitslose durch Beschäftigung, Beratung und Qualifizierung beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Sie stellen gewissermaßen die arbeitsmarktpolitische „kritische Infrastruktur“ dar und dienen dem Gemeinwesen. Die 31 Unternehmen im Netzwerk von arbeit plus Niederösterreich orientieren sich an regionalen Bedarfen, sind wichtigen Arbeitgeber:innen für vulnerable Gruppen und Kooperationspartner:innen der lokalen Wirtschaft und der Gemeinden. Sie bereiten Menschen darauf vor, als Arbeitskräfte in regionale Betriebe einzusteigen und begleiten und unterstützen sie im Überwinden von Hindernissen. Im Rahmen der Netzwerke arbeit plus Niederösterreich und ASN zeichnen sie sich durch ein hohes Maß an
Qualität, Engagement und Professionalität aus und sind stets bestrebt, sich weiterzuentwickeln.
Arbeitsmarktstrategische Weichen werden in NÖ ab 2024 neu gestellt
Die Budgetverhandlungen für das AMS auf Bundesebene laufen noch, eine neue „Arbeitsmarktstrategie“, die gravierende Einschnitte bei Sozialen Unternehmen in NÖ mit sich bringt, wurde allerdings bereits an die Projektträger kommuniziert: Bei den Beschäftigungsprojekten steht eine Streichung von knapp 200 Transitarbeitsplätzen im Raum, das bedeutet nahezu 1/3 aller momentan bestehenden Plätze. Unter diesen Gegebenheiten müssten 3 Soziale Unternehmen per Jahresende den Betrieb gänzlich einstellen, weitere ihre Tätigkeiten massiv einschränken. Diese Entwicklungen treffen die Sozialen Unternehmen unerwartet und plötzlich, stellen sie vor immense Herausforderungen und entziehen vielen die Existenzgrundlage. Auch niederschwellige Beratungs- und Betreuungseinrichtungen sind massiv bedroht: die Auswirkungen reichen von gänzlichem Förderstopp, über die Reduktion finanzieller Mittel von 15% bis hin zu 67%! Lt. WIFO Prognose weisen Dynamiken in Wirtschaft und Arbeitsmarkt immer stärker in Richtung Verschlechterung. Jetzt langjährig erprobte Strukturen herunterzufahren, erscheint als kurzfristig gedacht und nicht nachhaltig, insbesondere im Bereich der niederschwelligen Qualifizierungen für klimarelevante Jobs oder der Förderung von Frauen.
arbeit plus Niederösterreich appelliert daher an die Entscheidungsträger:innen:
- Setzen wir alles daran, etablierte Soziale Unternehmen im Bereich der Aktiven Arbeitsmarktpolitik weiter zu fördern. Sie haben ihre tragende Rolle in den im Regierungsprogramm verankerten Bestrebungen im Kampf gegen Klimawandel und Armut sowie für mehr soziale Sicherheit unter Beweis gestellt und sind bereit, dies auch weiterhin zu tun.
- Die Erschließung neuer Finanzierungsmöglichkeiten und ressortübergreifender Initiativen auf Bundes- und Landesebene ebenso wie auf Ebene der Städte und Gemeinden – um bestehende, gut funktionierende Strukturen nachhaltig zu sichern.
- Die Sozialen Unternehmen stehen gerne für weiteren Dialog bereit. Sie haben in der Vergangenheit, u.a. während der herausfordernden Zeiten der Pandemie, bewiesen, dass die flexibel, zielgerichtet und innovativ auf sich verändernde Bedarfe und Zielgruppen reagieren können.
- Wird die neue Arbeitsmarktstrategie in NÖ umgesetzt, verlieren de facto 65 qualifizierte Mitarbeiter:innen in Sozialen Unternehmen ihre Arbeit, knapp 200 Transitarbeitsplätze gehen verloren und mehr als 3.500 Personen wird die Chance auf beratende Unterstützung bei der Reintegration in den Arbeitsmarkt genommen. Das gilt es – im Sinne der Armutsbekämpfung – zu verhindern!
> weitere Hintergrundinformationen
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Dr.in Martina Könighofer
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mob: +43 676 88 044 887
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