• 21.09.2023, 12:00:03
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  • OTS0116

Nach Gletscher-Skandal: Greenpeace und Skirennläufer Schütter fordern echten Klima- und Naturschutz von FIS

Fünf Nachhaltigkeits-Forderungen an internationalen Skiverband – Skisport braucht hohe Umweltstandards und nachhaltigen Rennkalender

Utl.: Fünf Nachhaltigkeits-Forderungen an internationalen Skiverband
– Skisport braucht hohe Umweltstandards und nachhaltigen
Rennkalender =

Wien/Innsbruck (OTS) - Nach Bekanntwerden der massiven Eingriffe am
Rettenbachgletscher im Vorfeld des Ski-Weltcup-Auftakts fordert die
Umweltschutzorganisation Greenpeace gemeinsam mit Skirennläufer
Julian Schütter fünf sofortige Maßnahmen von der FIS, um den Skisport
nachhaltiger zu gestalten und das Klima sowie sensible Ökosysteme zu
schützen.

"Bereits jetzt schmelzen uns die Gletscher unter den Füßen weg. Doch
statt alles zu tun, um diese Naturjuwelen zu bewahren, sprengen wir
die letzten verbliebenen Gletscher aus dem Weg. Für einen frühen
Saisonstart werden wertvolle Ökosysteme und unser Klima zerstört.
Dabei ist auch der Skisport auf eine intakte Natur und ein gesundes
Klima angewiesen“, sagt Greenpeace-Sprecherin Ursula Bittner. "Statt
endlich wirksame Maßnahmen zu setzen, gaukelt die FIS vor,
'klimapositiv' zu sein. Dieses Greenwashing muss aufhören!"

“Die Rennen in Sölden sind immer sehr coole Events und ich bin froh,
dass es so motivierte Veranstalterinnen und Veranstalter gibt.
Dennoch müssen wir einen Weg finden, wie wir Sport in der Natur
betreiben können, ohne sie zu zerstören. Die FIS muss sicherstellen,
dass die Umwelt nicht unter solchen Veranstaltungen leidet. Ansonsten
braucht man sich nicht wundern, wenn der Sport unter einem schlechten
Ruf leidet“, so Skirennläufer Julian Schütter, und weiter: “Die
Bilder von den Baggern, wie sie den Gletscher abtragen sind
herzzerreißend, aber nüchtern betrachtet ist das nur die Spitze des
Eisbergs. Die viel größere Zerstörung wirkt harmlos, hat uns aber
erst in die Situation mit schwindenden Gletschern gebracht. Sie liegt
bei den Reiseemissionen. Da müssen wir endlich etwas ändern, um nicht
noch mehr Schaden anzurichten.”

Greenpeace fordert gemeinsam mit Skirennläufer Julian Schütter
folgende fünf Maßnahmen für mehr Klimaschutz von der FIS:

1. Hohe Umweltstandards müssen eine Bedingung für Austragungsorte
sein. Das bedeutet vor allem, dass Gletscher und andere Ökosysteme
nicht mehr durch einen Ausbau oder andere gravierende Eingriffe
zerstört werden dürfen.

2. Der Rennstart muss später im Jahr erfolgen, sodass keine Rennen
abgehalten werden, solange es nicht ausreichend natürlichen Schnee
gibt. So werden Athlet:innen auch nicht gezwungen, für Trainings in
weit entfernte Orte zu reisen. Empfohlen wird Ende November als
frühester Saisonstart.

3. Die Anreise der Zuseher:innen, Athlet:innen und ihrer Teams sowie
die Logistik verursachen die meisten klimaschädlichen Emissionen.
Daher muss die Möglichkeit zur Anreise mit dem öffentlichen Verkehr
ein grundlegendes Kriterium zur Auswahl der Rennorte sein. Auch die
Logistik und der Transport des Equipments muss auf klimafreundliche
Lösungen setzen. Keinesfalls darf auf den Einsatz von Privatjets
zurückgegriffen werden.

4. CO2-Kompensationen lenken von dringend benötigten
Reduktionsmaßnahmen ab. Daher dürfen sie kein Mittel sein, um eine
vermeintliche “Klimaneutralität” zu erreichen. Stattdessen muss CO2
aktiv eingespart werden.

5. Statt wirksamer Maßnahmen, wie der Senkung von Emissionen, setzt
die FIS auf Greenwashing und bezeichnet sich als “klimapositiv”.
Solche irreführenden Begriffe dürfen nicht auf Basis von
Kompensationen verwendet werden.

“Um den Skisport langfristig zu erhalten, muss die FIS nachhaltiger
werden. Diese fünf Maßnahmen wären ein erster Schritt. Nun liegt es
an der FIS, diese umzusetzen und ihre Glaubwürdigkeit in Sachen
Nachhaltigkeit unter Beweis zu stellen”, so Bittner abschließend.

Bildmaterial zum Gletscher-Skandal finden Sie hier:
https://act.gp/3sWXkdP
Die Fotos stehen für eine einmalige Verwendung unter Angabe der Photo
Credits (© Mitja Kobal / Greenpeace) kostenlos zur Verfügung.

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