• 10.08.2023, 06:00:03
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Greenpeace-Untersuchung: Mikroplastik in sieben beliebten Badegewässern in Österreich nachgewiesen

Seen als Sammelzentrum für Mikroplastik - Greenpeace fordert verbindliche Reduktion von Plastik in Österreich und globales Plastikabkommen

Utl.: Seen als Sammelzentrum für Mikroplastik - Greenpeace fordert
verbindliche Reduktion von Plastik in Österreich und globales
Plastikabkommen =

Wien (OTS) - Greenpeace hat sieben Badegewässer in Österreich auf
Mikroplastik untersucht. Das Ergebnis ist erschreckend: Im Labor
wurde in allen Wasserproben Mikroplastik gefunden. Die Partikel
stammen von 15 unterschiedlichen Plastikarten, die zum Beispiel in
Reifen, Kleidung, Verpackungen oder Baumaterial vorkommen. Die
Umweltschutzorganisation fordert von der Bundesregierung verbindliche
Plastik-Reduktionsmaßnahmen in Österreich und pocht auf ein starkes
globales Plastikabkommen.

“Es ist alarmierend, dass Mikroplastik selbst beim Badespaß ein
ständiger Begleiter ist. Unzählige Studien zeigen, dass die rasant
ansteigende Plastikproduktion für Umwelt und Klima katastrophal ist.
Viel zu viel Plastik gelangt in die Natur und die gesundheitlichen
Auswirkungen sind noch nicht abschließend geklärt”, warnt Lisa Tamina
Panhuber, Kreislaufwirtschaftsexpertin bei Greenpeace in Österreich.

Untersucht wurden sieben Gewässer in sechs Bundesländern: Die Alte
Donau in Wien, der Neusiedler See und Neufelder See im Burgenland,
der Lunzer See in Niederösterreich, der Attersee in Oberösterreich,
der Wolfgangsee in Salzburg und der Wörthersee in Kärnten. Die größte
Belastung mit 4,8 Mikroplastikpartikel pro Liter hat Greenpeace in
einer Probe aus der Alten Donau gemessen*. Die niedrigsten
Konzentrationen gab es in zwei Proben vom Attersee und Lunzer See mit
1,1 Mikroplastikpartikel pro Liter. Für die Untersuchung wurden an
jeder Probestelle 2,9 Liter Wasser entnommen. Mit einem 5-Mikrometer
Silber-Filter wurden im Labor besonders kleine Partikel gefiltert und
die Rückstände mittels Mikroskop und Infrarotspektrometer analysiert.
Die gesundheitlichen Auswirkungen, insbesondere Langzeitfolgen, von
Mikroplastik auf Menschen und Tiere sind noch zu wenig erforscht. Es
gibt Hinweise, dass Mikro- oder noch kleinere Nanoplastikpartikel im
Magen-Darmtrakt Mechanismen aktivieren könnten, die an lokalen
Entzündungs- und Immunreaktionen mitwirken.

“Plastik ist von der Herstellung bis zur Entsorgung eine Bedrohung
für Umwelt, Klima und Gesundheit. Fast die Hälfte der
Plastikproduktion entfällt auf Verpackungen und Einwegprodukte. Die
Regierung muss handeln. Die ÖVP hat sich eigentlich schon vor Jahren
dazu bekannt, Plastikverpackungen um 25 Prozent zu reduzieren - doch
bis heute verhindert gerade die Volkspartei verbindliche
Reduktionsziele und hohe Mehrwegquoten für Verpackungen. Wir brauchen
dringend Gesetze statt leere Worte”, fordert Panhuber. Die
Plastikmenge, die jährlich produziert wird, nimmt weltweit rasant zu
- bis 2040 soll sie sich laut Industrieprognosen sogar noch
verdoppeln. Neben nationalen Maßnahmen zur Plastikreduktion in allen
Branchen, fordert Greenpeace ein global verbindliches, ambitioniertes
UNO-Plastikabkommen, das ein Ende der Produktion von neuem Plastik
bis 2040 verankert sowie besonders problematische und unnötige
Plastikarten umgehend verbietet.

*Zusatzinfo: In der Probe vom Neusiedler See wurden 13,3
Mikroplastikteilchen pro Liter nachgewiesen - allerdings ist diese
Probe nicht direkt mit den anderen vergleichbar, da aufgrund der
hohen Trübheit weniger Wasser analysiert werden konnte.

Die gesamten Ergebnisse der Untersuchung finden Sie hier:
https://act.gp/3s1uIPQ
Passendes Bildmaterial inkl. Bilder zu allen getesteten Seen finden
Sie hier: https://act.gp/455hsbo
Unter Angabe der Credits © Mitja Kobal / Greenpeace stehen die Fotos
kostenfrei zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP

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