- 07.07.2023, 12:36:23
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WIENWOCHE 2023: „It’s Getting Cold in Here!” / Freitag, 15. – Sonntag, 24. September 2023 / Festivalvorschau
WIENWOCHE blickt aus der Perspektive (welt)gesellschaftlicher Ränder auf die Zentren des politischen und kulturellen Geschehens. Und auf die sozialen Folgen der Klimakrise.
Während die menschengemachte Erwärmung des globalen Klimas voranschreitet und die Folgen sich immer häufiger in katastrophalen Ereignissen manifestieren, scheint sich der Aggregatzustand internationaler Solidarität abzukühlen. In den Machtzentren der Weltgesellschaft tritt man der Erderwärmung und ihren Konsequenzen zu unentschlossen entgegen oder verschärft sie sogar. Indes bangen die derart an die Ränder gedrängten Menschen um ihre bedrohten Lebensgrundlagen. Im gegenwärtigen Kolonialismus wuchern alte Ausbeutungsverhältnisse in neuem Gewand. Die Klüfte zwischen Arm und Reich, zwischen dem globalen Norden und dem Süden bzw. Osten, zwischen Staatsbürger*innen und Menschen ohne Bürger*innenrechte vergrößern sich. Eine kapitalistische Politik der Spaltung, wie sie derzeit in vielen Ländern auf dem Vormarsch ist, gießt zusätzlich Öl ins Feuer.
Vor dieser Kulisse schlägt die zwölfte Auflage von WIENWOCHE einen Perspektivenwechsel vor. Von 15. bis 24. September 2023 bestimmen die Menschen an den Rändern das Festivalgeschehen zwischen Kunst, Diskurs und kollaborativem Aktivismus. „Prekäre Arbeitsverhältnisse, unsichtbare Stimmen, Körper und Kollektive rücken aus dem Rand ins Zentrum. Sie beanspruchen Raum und Aufmerksamkeit, in Österreich und anderen Weltgegeneden, wo man sie ausbeutet und in ihren Menschenrechten beschränkt. WIENWOCHE möchte das Gehör für ihre Anliegen schärfen sowie die Praxis der Wohlhabenden, der Mehrheitsgesellschaften, der auf die Butterseite Gefallenen hinterfragen. Wen lassen wir in der Kälte stehen, während wir es auf ihre Kosten schön warm haben?“, fragt die Künstlerin Jelena Micić, von 2022 bis 2025 künstlerische Leiterin und Kuratorin der WIENWOCHE, und erläutert die Stoßrichtung des Festivals: „WIENWOCHE unternimmt den alles andere als einfachen Versuch, eine Koalition unterschiedlicher Kämpfe zu bilden, egal, ob diese in Identitäts- oder in Klassenkonflikten ihren Ausgang finden. Wir sind eine Plattform für transdisziplinäre Subversionsstrategien, die die zugrundeliegenden CISteme der Unterdrückung unterwandern. Das Festival begrüßt die vereinten Bemühungen widerständiger kolonisierter vitaler Energien, repatriierter und nicht(!) oder noch nicht produktiver erschöpfter Körper und bietet Formate für fürsorgliche Selbstrepräsentation und Praktiken der Heilung“, so Micić.
Gartenparty und Museumsgründung
„WIENWOCHE will die angestaute Wut in den Randzonen der Gesellschaft, unter den Diskriminierten und Ausgeschlossenen in kreative Energie verwandeln. Diese soll die Umgestaltung der Zentren anheizen“, so Denise Palmieri, Ko-Kuratorin von WIENWOCHE 2023. Zehn von der Jury und der künstlerischen Leitung in einem offenen Entscheidungsprozess ausgewählte Projekte bilden gemeinsam mit Diskussionsveranstaltungen und einer mehrteiligen Eröffnung eine spartenübergreifende WIENWOCHE 2023. Das Programm reicht von Ausstellungen, Konzerten, Performances, Film-Screenings und Interventionen bis zur Gartenparty im ehemaligen magdas HOTEL. Zudem kommt es im Rahmen des Festivals zur überfälligen Eröffnung des „Museums der Migration“ (MUSMIG).
Programmierte Werte: neue WIENWOCHE-Website www.wienwoche.org
Ist der Launch einer Festival-Website 2023 noch eine Erwähnung wert? Ja, sagen das WIENWOCHE-Team und der Festival-Träger, der Verein zur Förderung der Stadtbenützung. „Unsere neue Website ist weit mehr als ein Schaufenster, sondern eine in Code gegossene Repräsentation unserer Kernwerte“, erläutert WIENWOCHE-Geschäftsführerin Nataša Mackuljak. „Die neue Website erfüllt alle Kriterien eines inklusiven Internetauftritts, wird sich im Endausbau nach WIENWOCHE 2023 in vier Sprachen sowie als kostenfreies und leicht zugängliches Archiv der Festivalgeschichte präsentieren“, so Mackuljak. Gestaltung und Programmierung der Website liegen in den Händen Julia Halpers von Yulia Studio für Design & Code.
Das von Grafikerin Kora Reichardt designte, viersprachige Programm-Booklet der WIENWOCHE erscheint im August 2023. Nebst einer umfangreichen Programmvorschau und Informationen zum Festivalthema „It’s Getting Cold in Here!“ wird es auch Features wie z. B. eine heraustrennbare themenspezifische Kindermalseite enthalten.
WIENWOCHE 2023 Plakat-Sujet: „Re-Min(d)ing“ und „Undermining“
Für die Gestaltung des diesjährigen Poster-Sujets konnte Festivalleiterin Jelena Micić den serbisch-schwedischen Künstler und Wissenschafter mirko nikolić gewinnen. Er forscht und lehrt an der Linköping Universität, wo er sich vor allem mit den Überschneidungen von Klima- und sozialer Gerechtigkeit sowie mit der Ausbeutung „natürlicher Ressourcen“ befasst. Das Poster-Sujet verwendet ein Still aus nikolićs Video „remineralizacija“. Es dokumentiert eine gemeinschaftliche Performance an unterschiedlichen Standorten des Metall-Bergbaus in Ostserbien. Ihr Ziel: den „Extraktivismus“ zu unterminieren, indem sie die Logik der Ausbeutung umdreht und an die klimaschädlichen Konsequenzen des Abbaus erinnert. In Kooperation mit Techniker*innen, Wissenschafter*innen und Bergarbeiter*innen re-mineralisieren die Künstler*innen das zur Reinform veredelte Kupfer. Die entstehenden erzhaltigen Gesteinsbrocken geben sie am Ort ihres Abbaus wieder der Erde zurück.
Grünes Festival statt „Festival der Grünen“
Bereits zum zweiten Mal nach 2022 präsentiert sich WIENWOCHE als zertifizierter Green Event (OeKOEvent+). Vom Druck sämtlicher Werbe- und Präsentationsmaterialien bis zur Organisation der einzelnen Veranstaltungen und zum Catering gelten hohe Nachhaltigkeitsstandards. Das bereits erwähnte Programm-Booklet trägt das Umweltzeichen, ist ein klimaneutrales Druckprodukt, dessen Papier aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt (PEFC-Zertifikat). Zudem hat der* bildende Künstler* Sigmund Hutter Drucksortenreste aus vergangenen WIENWOCHE-Jahren einem Upcycling-Prozess unterzogen. Die kreierten Sonnenkappen setzen ein stylishes Zeichen für nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und präsentieren augenzwinkernde Botschaften aus dem Themenspektrum von WIENWOCHE.
Kooperation statt Segmentierung
WIENWOCHE versteht sich als Festival, das Zusammenarbeit anstrebt und fördert. Entsprechend divers liest sich die Liste der Partner*innen im Rahmen von WIENWOCHE 2023: Depot – Kunst und Diskussion, Vienna Design Week, IG Bildende Kunst, Akademie der bildenden Künste Wien, VBKÖ – Vereinigung Bildender Künstlerinnen Österreichs, Österreichische Botschaft Manila, Slowenisches Kulturinformationszentrum SKICA, VÖGB – Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung, Radio Orange 94.0, eSeL.at, an.schläge, Kosmo, Bildpunkt.
WIENWOCHE 2023: Links & Info:
- Download Bildmaterial & Info: wienwoche.org/de/2023/presse
- Detaillierte Informationen zu WIENWOCHE 2023 in vier Sprachen
- Details zu Organisation und Leitungsteam der WIENWOCHE 2023, Jelena Micić, Denise Palmieri und Geschäftsführerin Nataša Mackuljak sowie alle Festival-Mitarbeiter*innen
- WIENWOCHE @ Social Media: instagram.com/wienwoche ist das Bilder- und Video-Tagebuch des Festivals und seiner Projekte. Weitere Infos unter facebook.com/wienwoche
WIENWOCHE wird unterstützt von Stadt Wien | Kultur.
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