- 20.06.2023, 15:18:52
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Bodenstrategie vertagt – WWF fordert Neustart in der Bodenpolitik – BILD
Umweltschutzorganisation für ambitionierte Strategie und Bodenschutzgesetz gegen Flächenfraß – Bundesländer müssen Blockadehaltung gegenüber echtem Bodenschutz aufgeben
Nach dem vorläufigen Scheitern der Bodenstrategie fordert die Umweltschutzorganisation WWF einen glaubwürdigen Neustart in der Bodenpolitik. „Die bisher durchgesickerten Entwürfe sind allesamt ambitionslos und hätten den Flächenfraß nicht gestoppt. Daher müssen vor allem die Bundesländer ihre Blockadehaltung gegenüber echtem Bodenschutz überdenken. Alles andere wäre zukunftsvergessen und verantwortungslos“, sagt WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories. Ein Fortschreiben des Stillstandes wäre fatal, denn mit im Schnitt 12 Hektar pro Tag liegt der Bodenverbrauch um fast das Fünffache über dem selbst gesteckten 2030-Ziel von 2,5 Hektar. „Österreich geht extrem verschwenderisch mit wertvollen Böden um. Für eine echte Trendwende braucht es daher eine ambitionierte, verbindliche Strategie und ein österreichweites Bodenschutzgesetz, das den Flächenfraß um 90 Prozent reduziert“, fordert Simon Pories.
Der WWF fordert insbesondere die Ökologisierung der Raumordnung und des Steuersystems sowie eine Naturschutz-Offensive. “Bis heute lässt die Politik neue Einkaufs- und Gewerbeparks auf der grünen Wiese zu, während die Ortszentren veröden und mit Leerständen kämpfen. Das verstärkt die Zersiedelung des ländlichen Raums und hat hohe Folgekosten für die gesamte Gesellschaft”, kritisiert WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories. “Daher braucht es strengere Regeln. Denn solange Gemeinden allein über Flächenwidmungspläne entscheiden, aber dabei primär Steuereinnahmen durch eine Ausdehnung der Siedlungs- und Gewerbegebiete anstreben, wird sich das Problem nicht lösen.” Ebenfalls falsche Anreize setzen umweltschädliche Subventionen in Milliardenhöhe. Daher fordert der WWF die sofortige Vorlage eines Reform- und Abbauplans durch den Finanzminister.
Weiterführende Informationen sowie Fotos der WWF-Protestaktion vor dem Landwirtschaftsministerium sind hier zum Download verfügbar.
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