• 19.06.2023, 13:05:56
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  • OTS0111

Schmuggel über Flughafen Wien: Aufgriffe nehmen zu

Zoll gelangen 2022 mehr als 4.000 Aufgriffe – Spitzenreiter Zigaretten, Lebensmittel, Schmuck – Rund 45.000 Passagierkontrollen an Österreichs Tor zur Welt

Utl.: Zoll gelangen 2022 mehr als 4.000 Aufgriffe – Spitzenreiter
Zigaretten, Lebensmittel, Schmuck – Rund 45.000
Passagierkontrollen an Österreichs Tor zur Welt =

Wien (OTS) - Die 81 Zöllnerinnen und Zöllner im Reiseverkehr am
Flughafen Wien haben im Jahr 2022 45.000 Zollkontrollen durchgeführt
und dabei mehr als 4.000 Aufgriffe verzeichnet. Spitzenreiter bei der
beschlagnahmten Schmuggelware waren erneut Zigaretten, Lebensmittel
und Schmuck.

Am Flughafen Wien ist im Jahr 2022 nach den Jahren der Coronapandemie
wieder weitgehend Normalbetrieb eingekehrt. Zwar wird im Vergleich
zum Vorkrisenniveau (2019 zählte der Flughafen Wien rund 31,5 Mio.
Passagiere) noch eine etwas geringere Zahl an Ein- und Ausreisenden
verzeichnet, mit rund 23,6 Millionen Reisenden im Jahr 2022 hat sich
das Passagieraufkommen gegenüber 2021 (rund 10,3 Mio.) aber mehr als
verdoppelt. Das spiegelt sich auch in der Zahl der Aufgriffe wider:
2021 waren es bei rund 38.000 Kontrollen rund 3.000 Aufgriffe.

Finanzminister Magnus Brunner: „Die Zoll-Bilanz des letzten Jahres am
Flughafen Wien zeigt einen klaren Trend. Erneut steigt die Zahl der
Schmuggelaufgriffe am größten Flughafens Österreichs wieder deutlich.
Das war 2021 zu beobachten und hat sich 2022 verstärkt. Unsere
Zöllnerinnen und Zöllner kontrollieren jedoch mit ihrer Erfahrung,
mit Risikoanalysen und mit technischer und tierischer Unterstützung
gezielt und äußerst erfolgreich, wie die Resultate des letzten Jahres
zeigen. Die Arbeit ist für den Schutz der österreichischen Wirtschaft
und Bevölkerung äußerst wichtig. Ich danke unseren Zöllnerinnen und
Zöllnern für ihre professionelle und engagierte Tätigkeit“, so
Finanzminister Magnus Brunner.

Flughafen Wien-Vorstand Günther Ofner ergänzt: „Der Flughafen Wien
ist wieder im Aufwind, die Passagierzahlen legen stetig zu. Umso
wichtiger ist für uns die hohe Professionalität und
Serviceorientierung der österreichischen Zollbehörden und ich bedanke
mich bei allen Zollbeamtinnen und -beamten am Standort für ihren
großen Einsatz.“

Besonders häufig im Gepäck: Lebensmittel, Zigaretten oder Schmuck

Die häufigsten illegalen „Urlaubsmitbringsel“ in den Koffern von
Durch- oder Einreisenden nach Wien waren 2022 – mit einem
Gesamtgewicht von mehr als 14 Tonnen – Lebensmittel tierischen
Ursprungs oder Pflanzen, deren Einfuhr nicht den
tierseuchenrechtlichen oder pflanzenschutzrechtlichen Bestimmungen
entspricht.

Darüber hinaus konnten die vier am Flughafen Wien tätigen Zollteams
2022 knapp 500.000 Zigaretten beschlagnahmen. Interessant: Im noch
von Corona geprägten Jahr davor waren es sogar 815.846 Stück
Zigaretten, die am Flughafen Wien entgegen der geltenden Bestimmungen
eingeführt werden sollten. Hier gab es also einen Rückgang, den die
Expertinnen und Experten vom Zoll vor allem auf geänderte
Schmuggelrouten zurückführen.

Spektakulär und im wahrsten Sinne glänzend waren die Aufgriffe, bei
denen die österreichischen Zöllnerinnen und Zöllner Schmuck und
Luxusuhren im Gesamtwert von rund 3 Millionen Euro im Gepäck von
Passagieren entdeckten. Besonders in Erinnerung bleibt eine
43-jährige Reisende aus Istanbul, die im Februar 2022 versuchte einen
Koffer einzuführen – gefüllt mit 18 kg Goldschmuck im Wert von knapp
700.000 Euro.

Von Arzneiwaren bis Schlangenwein

Die illegale Einfuhr von Medikamenten spielt am Flughafen ebenfalls
eine Rolle: Beispielweise wurde im Jänner 2022 ein 28-jähriger
Reisender angehalten, der aus den USA über Madrid kommend versuchte,
mehr als 10.000 Stück dopingähnliche Präparate nach Österreich
einzuführen. Andere Medikamentenaufgriffe am Flughafen stehen
wiederum in Verbindung mit dem Artenschutz, da sie Bestandteile
artengeschützter Tiere oder Pflanzen, wie Schlangen, Seepferdchen,
Orchideen, Saiga-Antilopen oder Tiger enthalten. Auch mehr als ein
Kilogramm Kaviar, 16 Stück Steinkorallen, 29 Stachelschweinstacheln,
5 Flaschen Schlangenwein oder 2 „Jagdtrophäen“ in Form von
Riesenwildschaf-Hörnern – einer unter Schutz stehenden Spezies –
wurden durch die zielgerichteten Kontrollen am Flughafen entdeckt.

Frachtkontrollen unter anderem im Zeichen der Produktsicherheit

2022 wurden im Frachtverkehr am Flughafen Wien 55.360 Warenexporte
und 92.331 Warenimporte abgefertigt. Auch hier zeigt sich, dass es im
vergangenen Jahr gegenüber dem Coronajahr 2020 zu einer
Normalisierung gekommen ist. So lag die Zahl der Warenexporte 2020
bei nur 44.669 und die Zahl der Warenimporte bei lediglich 84.445.

Im Zuge der Kontrolltätigkeit der Teams konnten in Frachtsendungen
unter anderem rund 3 Tonnen Arzneiwaren aufgegriffen werden – der
Großteil davon: 45.000 Packungen Potenzmittel, die eigentlich auf
Zwischenstation in Wien und für den Versand nach Griechenland
bestimmt waren.

In einer anderen großen Sendung, in 30 Kartons aus Israel, fanden die
Zöllnerinnen und Zöllner – statt wie angegeben „Matscha-Teeblätter“ –
345 kg Khat, das sichergestellt und der Polizei übergeben wurde.
Insgesamt wurden 2022 rund 430 kg Suchtgift in Frachtsendungen aus
dem Verkehr gezogen.

Auch für den Schutz der Bevölkerung und bei der Sicherheit von
Produkten spielt die Kontrolle der Frachtsendungen eine große Rolle:
Denn bei der Kontrolle im Rahmen des Markenschutzes geht es nicht nur
um Produktpiraterie im Sinne von illegalen Plagiaten und damit der
Verletzung von Markenrechten, sondern auch um fehlende
Produktsicherheitsstandards der eingeführten Waren. So konnten vom
österreichischen Zoll in den Frachtsendungen im vergangenen Jahr 545
E-Scooter, 500 Stofftiere, 40.500 Zahnschienen, 450 kg
Desinfektionsmittel, 100 kg COVID-Antigen-Tests oder mehr als 6.000
Elektrogeräte mit fehlender oder fehlerhafter CE-Kennzeichnung
aufgegriffen und sichergestellt werden.

Kokain im Koffer: Große Erfolge auch bei den Suchgiftaufgriffen der
Teams Reiseverkehr und Mobile Kontrolle

In insgesamt 134 Fällen führten die Kontrollen der Teams der
Dienststelle Ost – entweder in den insgesamt 326 mobilen Einsätzen
oder im Rahmen der Flughafenkontrollen – zu Aufgriffen von Suchtgift.
2022 waren das etwas mehr als 37,5 kg unterschiedlicher Drogen sowie
659 Stück Suchtgift in Tablettenform. Spitzenreiter der
geschmuggelten illegalen Substanzen: Cannabis in unterschiedlichen
Aggregatsformen wie 16 kg Cannabiskraut, worauf die Teams des Zolls
im April 2022 ausgerechnet im Lost and Found Lager einer Fluglinie
aufmerksam wurden. Da der Koffer keine Gepäckslabel mehr hatte,
musste er geöffnet werden. Dabei entdeckte das diensthabende Zollteam
das Cannabis, das in Folge sichergestellt wurde. Auch 2,5 kg Kokain,
die ein 27-Jähriger aus Kolumbien via Peru, Brasilien und Doha
versteckt im Metallrahmen seines Kofferns nach Österreich einführen
wollte, um es auf den Wiener Markt zu bringen, entgingen den
aufmerksamen Kontrollen der erfahrenen Zöllnerinnen und Zöllner
nicht.

Darüber hinaus können sich die Erfolge der mobilen Kontrollteams
ebenfalls sehen lassen. Sie kontrollierten 2022 4.437 Fahrzeuge,
14.342 Personen und 34.754 Gepäckstücke. Mit insgesamt noch einmal
knapp 12 Tonnen fallen auch hier die Aufgriffe nach dem Tierseuchen-
und Pflanzenschutzrecht besonders ins Gewicht. Alleine auf einem
türkischen Kleintransporter wurden die Zollorgane mit 466 kg
tierischer Lebensmittel fündig, die nicht in die EU hätten eingeführt
werden dürfen.

Für den Einsatzbereich Ost sind insgesamt 261 Zöllnerinnen und
Zöllner tätig, auch 6 Diensthunde sind regelmäßig im Einsatz.

2023: Bisher weiter steigende Passagier- und Aufgriffszahlen

Für das laufende Jahr zeigt sich bisher, dass es weiter aufwärts
geht: Im Zeitraum Jänner bis April 2023 sind sowohl die Passagierzahl
(+ 64 %) als auch die Anzahl der Kontrollen (+ 43 %) sowie die
Aufgriffszahl (+ 50 %) gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr
gestiegen. Mitzudenken gilt es allerdings, dass insbesondere die
ersten Monate 2022 noch von coronabedingten Beschränkungen
gekennzeichnet waren.

Hinsichtlich der aufgegriffenen Waren spielt Goldschmuck 2023
weiterhin eine Rolle. Ein großer Fund gelang in diesem Jahr bereits
hinsichtlich der widerrechtlichen Einfuhr von lebenden Tieren: 11
Hundewelpen und 14 Katzenbabys konnten im März von den aufmerksamen
Zöllnerinnen und Zöllnern aufgegriffen werden. Auch der Artenschutz
stellt weiterein zentrales Thema dar: Unter anderem versuchten
Reisende am Flughafen Wien den Teil eines Giraffenknochens oder 49
getrocknete Seepferdchen, versteckt in Socken, einzuführen. Im Lost
and Found-Bereich des Flughafens stießen die Zoll-Teams auf einen
Koffer, in dem sich 28 Kilogramm frisches Khat befanden, das somit
sichergestellt werden konnte.

Fotos: https://bit.ly/42NUDqY

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