- 05.06.2023, 09:32:22
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Gedenken für Finanzminister Wolfgang Schmitz anlässlich 100. Geburtstag
Wien (OTS) - Finanzminister und späterer Präsident der
Österreichischen Nationalbank, Wolfgang Schmitz, hätte vor wenigen
Tagen am 28. Mai 2023 seinen 100. Geburtstag gefeiert. Unter den
zahlreichen Gedenkenden findet sich auch der nunmehrige
Finanzminister Magnus Brunner: „Wolfgang Schmitz war einer der
bedeutendsten Wirtschaftspolitiker und Wirtschaftsethiker dieser
Republik. Noch in seiner Pensionierung prägte er als Herausgeber der
FURCHE und der Europäischen Rundschau die heimische mediale
Landschaft.“ Schmitz war ab 1964 unter ÖVP-Bundeskanzler Josef Klaus
Finanzminister. In dieser Funktion zeigte er sich verantwortlich für
die Einführung der mittelfristigen Budgetvorschau, die Einrichtung
des Familienlasten-Ausgleichsfonds und des Katastrophenfonds.
Vier Jahre später wechselte er an die Spitze der Österreichischen
Nationalbank und sorgte auch hier für eine Neuorientierung der Geld-
und Wechselkurspolitik. Er leistete damit einen entscheidenden
Beitrag zur Finanzmarktstabilität. „Ich denke, man kann daher von ihm
ohne Übertreibung als einem Visionär, einem Wegbereiter und Vorreiter
der Finanz- und Wirtschaftspolitik sprechen. Es ehrt mich, jemand wie
Wolfang Schmitz als Vorgänger zu wissen“, so Magnus Brunner.
Wolfgang Schmitz wurde am 28. Mai 1923 in Wien in eine
christlich-sozial geprägte Familie geboren. Sein Studium der
Rechtswissenschaften an der Universität Wien wurde durch seinen
Einzug zur Deutschen Wehrmacht unterbrochen. Erst nach Kriegsende
1945 konnte er sein Studium fortsetzen und 1948 mit dem Doktorat
abschließen. Ergänzend dazu studierte er Nationalökonomie,
Philosophie und Staatswissenschaften in Fribourg und an der Catholic
University of America in Washington D.C.
Seine erste berufliche Tätigkeit führte ihn ins Generalsekretariat
der damaligen Bundeskammer der Gewerblichen Wirtschaft. 1963 wurde er
Vorsitzender des Beirats für Wirtschafts- und Sozialfragen. Als Josef
Klaus 1964 Alfons Gorbach als ÖVP-Parteivorsitzender und
Bundeskanzler ablöste, berief er Wolfgang Schmitz zum Bundesminister
für Finanzen. 1968 löste er den erkrankten Reinhard Kamitz als
Präsident der Österreichischen Nationalbank ab.
Die Liste der Publikationen von Wolfgang Schmitz umfasst mehr als 20
Bücher und über 200 Fachbeiträge zu Grundsatzthemen der Christlichen
Soziallehre, der Sozialen Marktwirtschaft und der Ordnungspolitik.
Nach ihm ist zudem die Wolfgang-Schmitz-Promenade entlang des
Donaukanals im 1. Bezirk in Wien benannt.
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