- 02.06.2023, 20:16:50
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Greenpeace zum UNO-Plastikabkommen: Viel Verzögerung und wenig Einheit
Öl- und Gas-Lobby torpediert Verhandlungen in Paris - Österreich und EU müssen sich für ambitionierte Ziele zur Plastikreduktion einsetzen
Utl.: Öl- und Gas-Lobby torpediert Verhandlungen in Paris -
Österreich und EU müssen sich für ambitionierte Ziele zur
Plastikreduktion einsetzen =
Paris/Wien (OTS) - Greenpeace Österreich zieht nach dem Ende der
zweiten Verhandlungsrunde zum globalen Plastikabkommen Bilanz: Der
Fortschritt ist laut der Umweltschutzorganisation enttäuschend.
Einige Länder mit großer Ölindustrie haben die Verhandlungen immer
wieder blockiert und sich gegen verbindliche globale Maßnahmen
ausgesprochen. Länder des globalen Südens und der EU mit hohen
Ambitionen haben es am Ende jedoch geschafft, dass ein erster Entwurf
für den Plastikvertrag beauftragt wurde. Greenpeace fordert von
Klimaschutzministerin Leonore Gewessler sich weiterhin gemeinsam mit
der EU für ein starkes Plastikabkommen einzusetzen. Das Abkommen
müsse verbindliche globale Reduktionsziele für die Plastikproduktion
verankern sowie besonders problematische und unnötige Plastikarten
wie zum Beispiel Sachets umgehend verbieten.
"Die Welt versinkt in Plastik, doch bis jetzt haben es die Staaten
nicht geschafft, die Stopptaste zu drücken. Die Öl- und Plastiklobby
hat in Paris alle Register gezogen, um einen ambitionierten Plan zu
torpedieren. Um die Pariser Klimaziele einzuhalten und die toxischen
Auswirkungen von Plastik auf Gesundheit und Umwelt zu reduzieren,
muss die Plastikflut an der Quelle gestoppt werden, wenn das nicht
gelingt, wird das globale Plastikabkommen scheitern”, sagt Lisa
Panhuber, Kreislaufwirtschaftsexpertin bei Greenpeace in Österreich,
die als Beobachterin der Verhandlungen vor Ort ist. In Paris waren
auch unzählige Industrie-Vertreter:innen, die gegen Beschränkungen
lobbyiert haben. Die Staaten konnten sich am Ende nur auf einen
Minimalkompromiss einigen und haben alle schwierigen inhaltlichen
Verhandlungen abermals verschoben. Der beauftragte Vertragstext wird
die Ausgangsbasis für die nächste Verhandlungsrunde im November sein.
Greenpeace fordert ein verbindliches Abkommen, das sicherstellt, dass
die Plastikindustrie nicht - wie von ihr geplant - weiter expandiert.
Ziel müsse sein, die Produktion von neuem Plastik bis 2040 zu
stoppen. Österreich muss sich mit der EU für einen Umstieg auf
Mehrweg und langlebige Produkte statt Wegwerfplastik einsetzen. Zudem
müssen die EU und andere Industriestaaten die Länder im Globalen
Süden finanziell unterstützen, die Plastikverschmutzung zu beseitigen
und sichere Abfallsysteme aufzubauen. Die nächste Verhandlungsrunde
findet im November in Kenia statt, bis Ende 2024 will die UNO das
Abkommen finalisieren.
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