- 08.03.2023, 06:00:02
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Greenpeace-Test: Jede fünfte Frucht aus Brasilien enthält in der EU verbotene Pestizide - BILD VIDEO
In der EU bereits verbotener “Bienenkiller” wird auch über Linzer Unternehmen verkauft - EU-Mercosur würde unmoralisches Geschäft mit gefährlichen Pestiziden weiter beschleunigen
Utl.: In der EU bereits verbotener “Bienenkiller” wird auch über
Linzer Unternehmen verkauft - EU-Mercosur würde unmoralisches
Geschäft mit gefährlichen Pestiziden weiter beschleunigen =
Wien (OTS) - Greenpeace hat Obst aus Brasilien von einem unabhängigen
Labor auf Pflanzengifte testen lassen. Das alarmierende Ergebnis:
Rund zwei Drittel der Proben, darunter Papaya und Mango, waren mit
gesundheitsgefährdenden oder umweltschädlichen Pestiziden belastet.
Auf jedem fünften Obst wurden sogar Wirkstoffe gefunden, die in der
EU nicht mehr verspritzt werden dürfen. Nicht selten werden jedoch
diese Pflanzengifte in der EU für den Weltmarkt hergestellt. Denn das
ist bislang legal. Auch das Unternehmen Nufarm profitiert davon und
verkauft etwa über seinen Standort in Linz den “Bienenkiller”
Imidacloprid. Der umstrittene EU-Mercosur-Handelspakt würde den
Gift-Kreislauf weiter beschleunigen. Greenpeace fordert von
Wirtschaftsminister Kocher, sich beim morgigen Treffen der
EU-Handelsminister:innen klar für ein Ende von EU-Mercosur
einzusetzen.
“Die Ergebnisse des Tests zeigen einen besorgniserregenden
Gift-Kreislauf. Europäische Agro-Chemie-Konzerne produzieren
Pflanzengifte, die auf unseren Feldern seit Jahren verboten sind und
machen damit in Ländern wie Brasilien ein großes Geschäft. Die
Pestizide gefährden die Natur und Menschen vor Ort und landen
schlussendlich durch importierte Lebensmittel wieder auf unseren
Tellern”, kritisiert Sebastian Theissing-Matei,
Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace in Österreich. Untersucht
wurden im Test 16 Proben von Früchten, darunter Mangos, Papayas,
Limetten, Feigen, Trauben und verschiedene Melonen. Mehr als zwei
Drittel der Proben waren mit Pestizid-Rückständen belastet. Bis zu
fünf verschiedene Wirkstoffe wurden auf einzelnen Proben
nachgewiesen. Drei Proben (Papaya, Honigmelone und Zuckermelone)
enthielten Pestizide, die in der EU seit Jahren nicht eingesetzt
werden dürfen. Darunter etwa Imidacloprid, das für wichtige
Bestäuber-Insekten sehr giftig ist, Carbendazim, das genetische
Defekte erzeugen kann und Cyromazin, das die Fortpflanzungsfähigkeit
von Menschen schädigen kann.
Mindestens eines dieser hochproblematischen Pestizide wird auch über
Österreich verkauft, wie eine Greenpeace-Recherche zeigt.
“Imidacloprid ist ein echter Bienenkiller und seit 2020 in der EU
verboten. Bereits ein Teelöffel reicht aus, um 500 Millionen dieser
wichtigen Bestäuber zu töten. Es ist verantwortungslos und
unmoralisch, dieses Gift dennoch weiter zu exportieren”, sagt
Theissing-Matei.
Noch in diesem ersten Halbjahr will die EU-Kommission den
umstrittenen EU-Mercosur-Pakt abschließen. Dieser würde den
Giftkreislauf zwischen der EU und Südamerika weiter beschleunigen.
Denn mit dem Abkommen sollen etwa die Zölle auf 90 Prozent der
EU-Chemikalienexporte, darunter auch Pestizide, fallen. Der Pakt
würde daher unweigerlich dazu führen, dass Ackergifte billiger zu
kaufen sind und somit stärker eingesetzt werden. “Bundesminister
Martin Kocher muss diesem Gift-Pakt bei dem morgigen Treffen der
EU-Handelsministerinnen und -minister ein für alle Mal eine Absage
erteilen”, fordert Theissing-Matei.
Ein Factsheet mit den Ergebnissen im Detail finden Sie unter:
https://act.gp/3Jj0L4h
Bild- und Videomaterial
finden Sie unter https://act.gp/3EScHHy
Dieses steht unter Angabe der Photo Credits zur einmaligen Nutzung
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