- 14.02.2023, 12:02:45
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ÖGB-Schumann zu Kocher: „Teilzeit ist für viele Frauen kein Privileg und darf nicht bestraft werden!“
Die vom Arbeitsminister geäußerten Vorstellungen zur Erhöhung der Arbeitszeiten zur Beseitigung des Arbeitskräftemangels sind fernab jeglicher Realität
Arbeitsminister Kocher findet in einem aktuellen Zeitungs-Interview, dass Teilzeit ein „Privileg“ sei und durch geringere Sozialleistungen unattraktiv gemacht werden müsse. Für ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende Korinna Schumann eine nicht nachvollziehbare Forderung.
„Mehr als die Hälfte der Frauen in Österreich arbeitet in Teilzeit – oftmals unfreiwillig. Besonders im ländlichen Bereich fehlen Kinderbetreuungsmöglichkeiten, um Vollzeitarbeit zu ermöglichen. Sie nun dafür zu bestrafen ist nicht die Lösung“, so Schumann. Mehr als 60.000 Frauen würden gerne mehr arbeiten, wenn sie die Kinderbetreuungsplätze hätten. „Es führt kein Weg an einem Rechtsanspruch auf einen Kinderbildungsplatz ab dem ersten Geburtstag vorbei”, hält die ÖGB-Vizepräsidentin deshalb fest.
Frauen tragen Hauptlast
Zudem tragen Frauen die Hauptlast der unbezahlten Arbeit wie Pflege von Angehörigen, Hausarbeit und Betreuung der Kinder: „Um Frauen Vollzeitarbeit bis zur Pension zu ermöglichen, müssen sowohl gesunde Arbeitsplätze, bessere Arbeitsbedingungen und ein Rechtsanspruch auf einen Kinderbildungsplatz ab dem ersten Geburtstag geschaffen werden“, erklärt Schumann.
Auch braucht es eine Lösung für ältere ArbeitnehmerInnen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wenn die geblockte Altersteilzeit tatsächlich abgeschafft wird. Frauen dürfen nicht den Preis dafür zahlen, dass die Regierung nicht ihre Hausaufgaben gemacht hat: Es braucht viel mehr gute Investitionen in Bildung, Gesundheit und nachhaltigen Jobs.
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