- 13.02.2023, 10:00:04
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Preise für Wohnimmobilien deuten zu Jahresbeginn 2023 österreichweit auf Verlangsamung des seit zwei Jahren andauernden Preisauftriebs hin
Wien (OTS) - Die aktuelle Immobilienmarktanalyse der
Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) zeigt eine Verlangsamung des
Preisanstiegs für Wohnimmobilien – der seit der zweiten Jahreshälfte
2020 bestehende Trend stark steigender Immobilienpreise hat sich im
vierten Quartal 2022 erstmals eingedämmt. Der Immobilienpreisanstieg
– gemessen als Veränderung zum Vorjahrsquartal – halbierte sich im
vierten Quartal 2022 in Wien auf 4,8 % (nach 9,6 % im dritten
Quartal) und im restlichen Bundesgebiet auf 5,6 % (nach 12,0 % im
dritten Quartal).
Der Anteil an verkauften Objekten (in Prozent der angebotenen
Immobilien) war sowohl bei Häusern als auch bei Wohnungen im zweiten
Halbjahr 2022 deutlich rückläufig. Nach einem leichten Plus von 0,3 %
im dritten Quartal 2022 sanken die Immobilienpreise im Vergleich zum
Vorquartal österreichweit im vierten Quartal 2022 um 2,0 % (Tabelle
1). Die Dynamik des Immobilienpreisanstiegs im Bundesgebiet ohne Wien
reduzierte sich nach +4,0 % im dritten Quartal auf –1,6 % im vierten
Quartal 2022.
OeNB-Fundamentalpreisindikator für Wohnimmobilien: geringere
Abweichung der Preise von Fundamentalfaktoren im vierten Quartal 2022
Der OeNB-Fundamentalpreisindikator für Wohnimmobilien in Österreich
ist im vierten Quartal 2022 auf 34,2 % gesunken (von 37,3 % im
dritten Quartal) und deutet damit darauf hin, dass die Risiken für
die Finanzmarktstabilität, die sich aus dem Immobilienmarkt ergeben,
nicht weiter steigen. Dies ist neben den gegenüber dem Vorquartal
leicht gesunkenen Immobilienpreisen vor allem auf die hohe Inflation
zurückzuführen, wodurch die realen Immobilienpreise sinken. Für Wien
lag der Indikator bei 39,6 %, was einen Rückgang um 3,1 Prozentpunkte
gegenüber dem Vorquartal bedeutet.
Konjunktur im Wohnbau kühlt sich ab
Die starke Wohnbaukonjunktur der letzten Jahre klingt langsam ab. Die
2019 und 2020 verzeichnete Rekordanzahl an Wohnungsfertigstellungen
wurde 2021 mit 71.200 Fertigstellungen nochmals übertroffen. Ab 2022
ist mit einer deutlich rückläufigen Anzahl an Fertigstellungen zu
rechnen. Eine wesentliche Ursache für diese Abkühlung liegt im
Überangebot an Wohnungen, das sich zuletzt aufgebaut hat und 2023 auf
50.000 Wohnungen steigen wird. Die Bauwirtschaft ist darüber hinaus
von starken Anstiegen der Bau- und Grundstückskosten, steigenden
Zinsen, der Verschärfung der Kreditvergaberichtlinien und sinkenden
Realeinkommen betroffen.
Die vierteljährliche OeNB-Publikation Immobilien aktuell ist auf der
OeNB-Website verfügbar.
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