- 09.11.2022, 11:24:44
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Wiener Ärztekammer übergibt Forderungen zu Honorarverhandlungen
Verhandlungen mit der ÖGK stehen im Zeichen explodierender Kosten und nötiger Innovationen in der Kassenmedizin
Utl.: Verhandlungen mit der ÖGK stehen im Zeichen explodierender
Kosten und nötiger Innovationen in der Kassenmedizin =
Wien (OTS) - Die Wiener Ärztekammer hat ihr Forderungspaket für die
bevorstehenden Honorarverhandlungen an die Österreichische
Gesundheitskasse (ÖGK) übergeben. Die Gespräche finden vor dem
Hintergrund massiv steigender Kosten statt, mit denen die
Ordinationen konfrontiert sind. „Die Kassenärztinnen und -ärzte
können die Teuerung nicht einpreisen. Die explodierende Inflation
muss abgegolten werden“, sagt Johannes Steinhart, Präsident der
Ärztekammer für Wien. Zudem drängt er auf weitere Schritte zur
Modernisierung der Kassenmedizin, wie beispielsweise eine
Flexibilisierung der Ordinationszeiten. ****
Ganz oben auf der Agenda der Honorarverhandlungen steht freilich
die akute Kostenbelastung. Ärztinnen und Ärzte im niedergelassenen
Bereich kämpfen unter anderem mit bis zu 50-prozentigen
Preissteigerungen für Materialien des täglichen Bedarfs wie
Ärzterollen für Liegen oder Papierhandtücher. Dazu kommen die höheren
Gehälter für Ordinationsangestellte sowie die Teuerung für Strom und
Mieten. Während andere Unternehmen Kostensteigerungen an die
Endverbraucher weitergeben können, sind den Kassenordinationen die
Hände gebunden. „Der finanzielle Aufwand für die Kolleginnen und
Kollegen steigt an allen Ecken und Enden. Ein Ausgleich ist nach
derzeitigem Stand nur im Rahmen der Tarifverhandlungen möglich und
muss im Sinne einer fairen Vertragspartnerschaft sein“, so Erik
Randall Huber, Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und
Vizepräsident der Ärztekammer für Wien.
Kassenmedizin attraktiver machen
Neben dem Teuerungsausgleich bringt die Ärztekammer aber auch eine
Reihe von Forderungen in die Verhandlungen mit, um die Kassenmedizin
attraktiver und die Versorgung der Patientinnen und Patienten
effizienter zu gestalten. Konkrete Ansätze dazu sind etwa eine
Flexibilisierung der Ordinationszeiten oder die überfällige Umsetzung
von multicoloren Gruppenpraxen.
Ein wesentlicher Bestandteil der Verhandlungen sollen zudem
mögliche Auslagerungen von Leistungen sein, um die Spitalsambulanzen
zu entlasten. Huber: „Der niedergelassene Bereich hat die Kompetenz
und die Infrastruktur, um zahlreiche Leistungen zu übernehmen.“ Ein
gutes Beispiel sei die Urologie, wo die Ärztekammer kürzlich eine
Reihe von Untersuchungen definiert und aufgelistet hat, die von
Kolleginnen und Kollegen in der Niederlassung angeboten werden
könnten – sobald es entsprechende Positionen im Leistungskatalog
gibt. Für die Patienteninnen und Patienten würden sich dadurch die
Wartezeiten deutlich verkürzen. Die ÖGK hat zuletzt
Gesprächsbereitschaft signalisiert. Die Verhandlungen starten Anfang
Dezember. (ehs)
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