- 21.10.2022, 10:30:02
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Greenpeace-Marktcheck: Nur 10 Prozent der Waschmittel empfehlenswert
Greenpeace fordert ein Verbot von festem Mikroplastik und wasserlöslichen Kunststoffverbindungen in Waschmittel und Kosmetik
Utl.: Greenpeace fordert ein Verbot von festem Mikroplastik und
wasserlöslichen Kunststoffverbindungen in Waschmittel und
Kosmetik =
Wien (OTS) - Der Greenpeace-Marktcheck hat das Waschmittel-Sortiment
in den Drogerien und Supermärkten in Österreich geprüft. Insgesamt
sind nur ein Zehntel der Produkte in den untersuchten Märkten laut
Greenpeace empfehlenswert, weil sie die Umwelt weniger belasten als
herkömmliche Produkte. Waschmittel enthalten oftmals Kunststoffe und
Chemikalien, die die Natur bei jedem Waschgang schädigen. Greenpeace
fordert im Sinne des Vorsorgeprinzips von der EU, das
Mikroplastik-Verbot zu verschärfen und sowohl festes Mikroplastik als
auch lösliche, flüssige und gelartige Kunststoffverbindungen in
Waschmittel und Kosmetik zu verbieten.
“Beim Kauf von möglichst umweltschonenden Waschmitteln muss man sehr
genau hinschauen und wissen, welche Zeichen auf den Produkten
tatsächlich vertrauenswürdig sind”, sagt Lisa Panhuber,
Konsumexpertin bei Greenpeace. Für Konsument:innen ist es mitunter
schwierig, umweltschonende Waschmittel zu finden. Zum einen sind die
Begriffe “bio” oder “öko” bei Waschmitteln im Gegensatz zu
Lebensmitteln nicht geschützt. Zum anderen müssen nicht alle
Inhaltsstoffe deklariert werden. Greenpeace empfiehlt daher, auf
unabhängige Gütesiegel zu achten. Im Greenpeace-Ratgeber
“Zeichen-Tricks 2” wurden Bio-Waschmittel mit dem Gütezeichen
“Austria Bio Garantie” am besten bewertet. Auch die relativ häufig zu
findenden Zeichen “EU Ecolabel”, “Österreichisches Umweltzeichen”,
“Ecocert” und “Blauer Engel” bewertet Greenpeace gut. Produkte mit
empfehlenswerten Siegeln sind aber nur in acht der zwölf untersuchten
Handelsketten erhältlich. Insgesamt schneidet der Drogeriemarkt dm
beim Waschmittel-Sortiment im Vergleich am besten ab. Unter den
Supermärkten belegt Interspar Platz 1.
“Solange wir nicht wissen, welche Auswirkungen wasserlösliches, also
flüssiges Plastik in allen Formen auf unsere Umwelt hat, ist ihr
Einsatz in Alltagsprodukten wie Waschmitteln fahrlässig“, gibt
Panhuber zu bedenken. Obwohl die Umweltbelastung durch Mikroplastik
in Wasch- und Reinigungsmittel und Kosmetik weitgehend bekannt ist,
sind plastikfreie Produkte Mangelware. Hersteller verzichten zwar
zunehmend auf festes Mikroplastik, setzen dafür aber vermehrt auf
wasserlösliche Kunststoffverbindungen. Deren Auswirkungen auf die
Umwelt sind noch weitgehend unerforscht. Solange es hier keine klaren
wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Auswirkungen auf Wasser und Boden
gibt, muss das Vorsorgeprinzip gelten. Der aktuelle Entwurf der EU
Kommission umfasst nur Mikroplastik, Umweltministerin Gewessler muss
sich jetzt für eine Verschärfung einsetzen.
Weiterführende Informationen zum Marktcheck Waschmittel und passendes
Bildmaterial finden Sie unter:
https://act.gp/3VAJhnU
Unter Angabe der Credits © Mitja Kobal / Greenpeace stehen die Fotos
kostenfrei zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.
Hier finden Sie die Greenpeace-Ratgeber “Zeichentricks I und II”:
https://greenpeace.at/ratgeber/guetezeichen/
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