• 20.10.2022, 09:06:24
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Bundesjugendvertretung veröffentlicht SORA-Studie: Jugendarbeit macht stark!

Mehr Selbstbewusstsein, Krisenresistenz und Demokratieverständnis. Junges Engagement wirkt sich positiv auf junge Menschen und Gesellschaft aus.

Wien (OTS) - 

Die Bundesjugendvertretung (BJV) startet heute ihre neue Kampagne „Junges Engagement“, mit der sie den Stellenwert von Kinder- und Jugendarbeit aufzeigt. Dazu hat sie eine SORA-Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse gestern Abend präsentiert wurden. 

„Kinder und Jugendliche wachsen gerade in einer Zeit multipler Krisen auf. Das führt dazu, dass sich viele junge Menschen machtlos und unsicher fühlen. Auch das Vertrauen in die Demokratie ist gesunken. Kinder- und Jugendarbeit ist in solchen Zeiten eine wichtige Anlaufstelle“, erklärt BJV-Vorsitzende Sabrina Prochaska.

Mehr als 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche sind in Organisationen oder Einrichtungen der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit aktiv. Unter dem Motto „Junges Engagement“ macht die BJV in den kommenden Monaten auf vielfältige Facetten der Jugendarbeit aufmerksam.

„In Jugendorganisationen und Jugendzentren bekommen junge Menschen die Möglichkeit, mitzugestalten und persönlich zu lernen und zu wachsen. Das wollen wir mit unserer Kampagne aufzeigen“, ergänzt BJV-Vorsitzender Sabir Ansari.  

SORA-Studie präsentiert

Teil der Kampagne ist eine umfassende Studie zur Wirkung der verbandlichen Kinder- und Jugendarbeit, die im Auftrag der BJV und zehn Mitgliedsorganisationen vom Institut SORA durchgeführt wurde. Im Zentrum steht eine Jugendbefragung, bei der junge Menschen aus Kinder- und Jugendorganisationen einer repräsentativen Stichprobe gegenüber gestellt wurden. Insgesamt wurden rund 2.000 Jugendliche im Zeitraum Juni bis September 2022 befragt. Die Ergebnisse beziehen sich auf eine Auswertung der Altersgruppe 15 bis 24 Jahre. 

Zentrale Ergebnisse

Die Studie bestätigt die positiven Auswirkungen von verbandlicher Kinder- und Jugendarbeit auf junge Menschen und die Gesellschaft auf mehreren Ebenen. 

1. Persönliche Auswirkungen

Bei der Befragung wurden Werte und Einschätzungen zur Persönlichkeit erhoben. Es zeigte sich, dass Jugendarbeit solidarische und idealistische Werte vermittelt sowie Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit stärkt. 

Mitglieder der verbandlichen Jugendarbeit sind häufiger der Meinung, dass sie eine Reihe guter Eigenschaften besitzen (95% stimmen zu; Jugendliche 80%) und halten sich öfter für einen wertvollen Menschen als Jugendliche insgesamt (88% stimmen zu; Jugendliche 74%). Außerdem zeigen sie mehr Teamfähigkeit und Führungsbereitschaft als Jugendliche allgemein. 

Das heißt: Kinder- und Jugendarbeit trägt zu Persönlichkeitsentwicklung bei und fördert Soft Skills, die auch am Arbeitsmarkt eingesetzt werden können. 

2. Auswirkungen in Krisenzeiten – Mitglieder im Vorteil

Die Studie ging auch auf die psychische Gesundheit ein. Bereits vor Corona verfügten junge Menschen aus Kinder- und Jugendorganisationen über bessere psychische Gesundheit. Vier von zehn Mitgliedern (38%) bezeichnen ihre psychische Gesundheit vor der Pandemie als sehr gut, ein weiteres Drittel (33%) als eher gut. Sie sind während der Pandemie besser zurechtgekommen als Jugendliche im Allgemeinen, indem sie seltener unter Niedergeschlagenheit, Schwermut und Hoffnungslosigkeit litten. Die Aktivitäten in der Jugendarbeit gaben ihnen zusätzlich Halt.

Das heißt: Jugendarbeit unterstützt junge Menschen in Krisenzeiten und stärkt ihre psychische Gesundheit. 

3. Gesellschaftliche Auswirkungen: Demokratiebildung, Nachhaltigkeit, Zugehörigkeit

Junge Menschen, die in Kinder- und Jugendorganisationen aktiv sind, haben ein ausgeprägteres Bewusstsein für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Darüber hinaus verfügen sie über ein deutlich stärkeres Demokratiebewusstsein und ein Gefühl der Zugehörigkeit zur österreichischen Gesellschaft.

Neun von zehn Mitgliedern sind der Meinung, dass die Demokratie die beste Staatsform ist und fühlen sie sich als Teil der österreichischen Gesellschaft. Unter den Jugendlichen insgesamt sind nur acht von zehn der Meinung, dass die Demokratie die beste Staatsform ist. 95% der Mitglieder stimmen zu, dass wir Verantwortung dafür tragen, nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen (Jugendliche: 84%). Weiters sagen 96% der Mitglieder, dass wir nicht mehr Ressourcen verbrauchen dürfen als nachwachsen können (Jugendliche: 78%). 

Das heißt: Jugendarbeit fördert das Nachhaltigkeitsbewusstsein, stärkt das Vertrauen in die Demokratie und trägt so zu Zusammenhalt bei. All das sind wichtige Elemente zur Stärkung unserer Gesellschaft. 

Resümee und Schlussfolgerungen

Die BJV fühlt sich durch die aktuellen Daten bestätigt: „Jugendarbeit wirkt: Sie unterstützt Jugendliche persönlich und hat einen deutlichen Mehrwert für die Gesellschaft, insbesondere in Krisenzeiten. Jugendarbeit fördert das Selbstvertrauen und die psychische Gesundheit junger Menschen und wirkt sich positiv auf das Vertrauen in die Demokratie aus. Jugendarbeit macht Jugendliche stärker“, so das Resümee von Sabir Ansari. Dieser Mehrwert müsse endlich stärker Anerkennung finden.

Organisationen und Ehrenamtliche unterstützen

„Gerade in den aktuellen Krisenzeiten ist die Kinder- und Jugendarbeit ein wichtiger Pfeiler der Gesellschaft. Um diese wichtige Arbeit fortzusetzen, braucht es gute Rahmenbedingungen von der Gemeinde- bis zur Bundesebene. Die bereits angekündigte Erhöhung der Bundes-Jugendförderung ist ein positiver Schritt. Zusätzlich bräuchte es ab jetzt eine jährliche Inflationsanpassung, damit die Organisationen nicht wieder 20 Jahre auf die nächste Erhöhung warten müssen“, betont Sabrina Prochaska.  

Um Jugendliche in ihrem Engagement zu unterstützen, sind aus Sicht der BJV Maßnahmen wie zusätzliche freie Tage oder vergünstigte Tarife für das Klimaticket erforderlich. Auch sollten die erworbenen Kompetenzen am Arbeitsmarkt angerechnet werden können.

Zugang zu Angeboten ermöglichen – Beitrag für Chancengerechtigkeit

Wichtig ist für die BJV, jungen Menschen den Zugang zu außerschulischen Angeboten zu ermöglichen: „Jugendarbeit setzt wichtige Freizeitangebote, bei denen Kinder und Jugendliche ohne finanzielle Hürden spielerisches Lernen, Unterstützung und Zusammenhalt erfahren“, erklärt Ansari.

Der Vorsitzende hebt die Tatsache hervor, dass Jugendarbeit nachweislich soziodemographische Unterschiede verringert und sich deutlich positiv auf die Chancengerechtigkeit unter jungen Menschen auswirkt: „In Zeiten, in denen die Möglichkeiten für Jugendliche oftmals eingeschränkt sind, trägt Kinder- und Jugendarbeit zu Chancengerechtigkeit unter Jugendlichen bei.“

„Wir freuen uns, in den kommenden Monaten mit unserer Kampagne den Scheinwerfer auf die wertvolle Kinder- und Jugendarbeit zu richten“, so Prochaska und Ansari abschließend. 

Link und Download:

Link zur Kampagne „Junges Engagement“ und Download der SORA-Studie zu Jugendarbeit: www.bjv.at/jungesengagement  

Rückfragen & Kontakt

Bundesjugendvertretung
Anna Pranic
Öffentlichkeitsarbeit
01 214 44 99 - 15 // 0676 880 11 1141
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