- 16.09.2022, 10:26:58
- /
- OTS0063
Import von Putenfleisch bedeutet auch Import von niedrigeren Standards und Tierleid
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig besuchte Putenbetrieb in Zagging - Beim Einkauf auf regionale Qualität achten und Produktion in Österreich stärken
Utl.: Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig besuchte
Putenbetrieb in Zagging - Beim Einkauf auf regionale Qualität
achten und Produktion in Österreich stärken =
Wien (OTS) - Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und der Obmann
der Geflügelwirtschaft Österreich Markus Lukas haben den Putenbetrieb
der Familie Kaiblinger in Zagging besucht. "Österreich hat EU-weit
die strengsten Haltungsbedingungen bei Puten. Aber was nützt es, wenn
diese Tierwohlprodukte nicht gekauft werden, sondern stattdessen
Fleisch aus dem Ausland mit meist deutlich schlechteren
Haltungsbedingungen. Die österreichischen Putenhalter müssen mit
ihrer täglichen Arbeit und Fürsorge zum Wohlergehen der Tiere auch
ihr wirtschaftliches Auslangen finden", sind sich Totschnig und Lukas
einig.
Österreich hat im europäischen Vergleich die strengsten gesetzlichen
Haltungsbedingungen bei Puten. Mehr als die Hälfte des in Österreich
verzehrten Putenfleisches kommt aber nicht aus dem Inland und muss
somit nicht heimischen Tierschwohlstandards entsprechen. Dies führt
im europäischen Ländervergleich allerdings zu höheren Preisen für
österreichisches Putenfleisch. "In der Kommunikation muss es noch
besser gelingen, den Mehrwert von österreichischem Putenfleisch für
heimische Konsumentinnen und Konsumenten hauszuarbeiten", so
Totschnig, der dafür appelliert, auf österreichische Qualität zu
setzen: "Wer regionale Produkte kauft, stärkt unsere heimischen
Familienbetriebe, schützt die Umwelt durch kürzere Transportwege und
die Wertschöpfung bleibt im Land. Außerdem muss uns klar sein: Der
Import von Putenfleisch bedeutet auch Import von niedrigeren
Standards und Tierleid."
Die Geflügelwirtschaft Österreich fordert vom Handel ein klares
Bekenntnis zu österreichischem Putenfleisch und den
Haltungsbestimmungen im österreichischen Bundestierschutzgesetz. Der
Obmann der Geflügelwirtschaft Österreich Markus Lukas empfiehlt
ebenfalls, beim Einkauf genau auf die Herkunft zu achten: "Beim
Einkauf von österreichischen Putenfleisch kann man sich sicher sein,
ein nach den besten Umwelt- und Tierwohlbestimmungen hergestelltes,
hochwertiges und geschmackvolles Lebensmittel zu kaufen." Angesichts
der aktuellen Teuerung und der Ernährungsempfehlungen der Experten
rät Lukas, "besser weniger Fleisch, aber dafür in guter Qualität aus
Österreich."
Österreichischer Standard
In heimischen Stallungen dürfen deutlich weniger Tiere auf derselben
Fläche aufgezogen werden wie in allen anderen EU-Ländern. Das
bedeutet für die Tiere mehr Licht, mehr Luft und mehr Bewegungsfreit.
Österreichische Puten leben damit nachweislich gesünder. In den
letzten Jahren investierten eine Vielzahl an heimischen Putenmästern
auch in neue tierfreundliche Stallungen. Den Tieren steht dort ein
frei zugänglicher Außenklimabereich zur Verfügung, der strukturierte
Stall sieht erhöhte Sitzebenen vor und den Tieren stehen Strohballen
oder Picksteine zum Spielen zur Verfügung.
Putenfleisch gilt als schmackhaft, fettarm, ist einfach zuzubereiten
und liegt damit im Ernährungstrend der Österreicher. Für
Konsumentinnen und Konsumenten ist der qualitätsbewusste Einkauf aber
schwierig. Das liegt nicht nur am zunehmenden Eigenmarkenanteil von
Handelsunternehmen, womit die Unterscheidbarkeit von Qualität und
Herkunft verloren geht. Vielmehr zwingen die niedrigeren
Putenfleischpreise am europäischen Markt Lebensmittelhändler im
Wettbewerb mit Diskontern zu immer mehr Aktionsabverkäufen, womit die
Wertigkeit von heimischer Pute als wertvolles, tierisches
Lebensmittel verloren geht. Händler benachteiligen heimisches
Putenfleisch zudem durch höhere Preisaufschläge als bei ausländischem
Putenfleisch im Regal. Nicht österreichische Pute wurde im Regelfall
auch mit gentechnikverändertem Futter gefüttert. (Schluss)
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIZ






