• 19.08.2022, 10:26:13
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Auernig/Totschnig/Moosbrugger: "Fleckvieh Changes" - Wie Fleckvieh die Rinderwelt nachhaltig verändert

Erstmals wieder internationaler Fleckvieh-Kongress in Österreich - Fleckvieh Austria-Obmann, Landwirtschaftsminister und LKÖ-Präsident zur heimischen Fleckvieh-Zucht

v.l.n.r.: Boku-Experte Stefan Hörtenhuber, Fleckvieh
Austria-Obmann Sebastian Auernig, Landwirtschaftsminister Norbert
Totschnig, LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger

Utl.: Erstmals wieder internationaler Fleckvieh-Kongress in
Österreich - Fleckvieh Austria-Obmann, Landwirtschaftsminister
und LKÖ-Präsident zur heimischen Fleckvieh-Zucht =

Wien (OTS) - Nach mehr als 25 Jahren findet der
Fleckvieh-Weltkongress wieder in Österreich statt. Zwischen 30.
August und 8. September reisen dazu über 220 Rinderexpertinnen und
-experten aus 30 Ländern an. Unter dem Motto "Fleckvieh Changes"
werden die ökologischen wie auch ökonomischen Qualitäten dieser
Rinderrasse, die für Nachhaltigkeit, Effizienz und Robustheit steht,
umfassend erläutert. Im Vorfeld zum Fleckvieh-Kongress haben
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, Landwirtschaftskammer
Österreich (LKÖ)-Präsident Josef Moosbrugger, Sebastian Auernig,
Obmann von Fleckvieh Austria, und Boku-Experte Stefan Hörtenhuber in
einer gemeinsamen Pressekonferenz die Situation der heimischen
Fleckvieh-Zucht skizziert.

Auernig: Fleckvieh ermöglicht Milch- und Fleischproduktion in
hervorragender Qualität

Sebastian Auernig, Gastgeber und Obmann von Fleckvieh Austria,
betont: "Wir haben mit Fleckvieh eine Zweinutzungsrasse zur Hand, die
es uns Bäuerinnen und Bauern ermöglicht, Milch und Fleisch in
hervorragender Qualität, nachhaltig, wirtschaftlich und ökoeffizient
auf unseren Familienbetrieben zu erzeugen. Die großen
Zuchtfortschritte der letzten Jahre in den Bereichen Gesundheit und
Effizienz werden wir anlässlich des Fleckvieh-Weltkongresses
international vorstellen und unsere Erfahrungen weltweit austauschen.
Bei der anschließenden Bundesfleckviehschau in Freistadt wollen wir
nicht nur die besten Tiere aus Österreich, sondern auch die
Verbundenheit und das Herzblut, die die Arbeit mit unseren Kühen
prägen, dem internationalen Publikum präsentieren."

Totschnig: Österreichs Rinderwirtschaft ist in Sachen
Klimaschutz Vorreiter!

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig verweist auf die
Bedeutung der Rinderwirtschaft in Österreich: "Rinderzucht hat bei
uns eine lange Tradition. Die Rinderhaltung erwirtschaftet rund 27%
der österreichischen Landwirtschaft. Rinder erzeugen aus nicht
essbarer Biomasse wie Gras oder Heu hochwertige Lebensmittel wie
Milch und Fleisch und tragen damit entscheidend zur
Lebensmittelversorgung bei. Die Rinderhaltung trägt außerdem
maßgeblich zum Erhalt unserer identitätsgebenden Kulturlandschaft
bei. Rund 50% der landwirtschaftlichen Nutzfläche bestehen aus
Grünland, mit einem bedeutenden Teil im Berg- und Almgebiet. Wir
haben in Österreich verschiedene Rinderrassen, die alle ihre
Spezialisierung und Stärken haben. Der Kongress beleuchtet nun das
Fleckvieh als beliebtes Zweinutzungsrind für die Fleisch- und
Milcherzeugung."

Gleichzeitig hält Totschnig fest: "Unsere heimische
Rinderwirtschaft ist in Sachen Klimaschutz Vorreiter! Österreich hat
mit 14,2 kg CO2-Äquivalenten den geringsten Ausstoß von
Treibhausgasen je kg Rindfleisch in der EU. Auf Platz zwei folgen die
Niederlande mit 17,4 kg CO2-Äquivalente, Schlusslichter bilden Zypern
mit 44 kg und Lettland mit 42 kg CO2-Äquivalente. International
betrachtet verursacht Brasilien gar 80 kg CO2-Äquivalente je kg
Rindfleisch. Auch bei Kuhmilch zählt Österreich zu den Spitzenländern
mit den niedrigsten Treibhausgasemissionen je kg - mit 1 kg
CO2-Äquivalente je kg Milch. Daher einmal mehr der Appell: Wer zu
regionalen Produkten greift, stärkt unsere bäuerlichen
Familienbetriebe, schont das Klima und die Wertschöpfung bleibt im
Land!"

Als kleines Land mit engagierten Züchterinnen und Züchtern beweise
Österreich große Zuchtkompetenz. "Folgerichtig haben wir vor vielen
Jahren den Weg der Qualitäts- und Spezialproduktion eingeschlagen,
den wir über die Gemeinsame Agrarpolitik unterstützen. Trotz hoher
Produktionskosten und dadurch etwas teurerer Tiere gibt es eine hohe
Nachfrage nach unseren Zuchttieren. Das belegt die ausgezeichnete
Qualität der Zuchtarbeit in Österreich", so Landwirtschaftsminister
Totschnig.

Moosbrugger: Standortgerechte Rinderhaltung punktet in
Krisenzeiten

LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger hebt hervor, wie sich die
nachhaltige heimische Rinderhaltung besonders auch in den aktuellen
Krisenzeiten bewährt: "Die Haltung von Wiederkäuern, wie Rindern, ist
in vielen Regionen unserer grünlandbasierten Alpenrepublik die einzig
sinnvolle Bewirtschaftungsform. Diese standortangepasste, auf
natürlichen Kreisläufen aufbauende Landwirtschaft entspricht genau
dem, was sich die Gesellschaft wünscht und fordert. Durch die primär
regionale, grünlandbasierte Fütterung ist unsere Rinderhaltung nicht
nur klimafreundlicher, sondern erweist sich auch in den aktuellen
Krisenzeiten als deutlich widerstandsfähiger gegenüber
Preisschwankungen. So konnte etwa das Level der Milcherzeugung in
Österreich - im Gegensatz zu vielen anderen Ländern -
aufrechterhalten werden. Nichtsdestotrotz setzen die
Kostensteigerungen auch die heimische Rinderwirtschaft massiv unter
Druck und machen Erzeugerpreisanpassungen erforderlich."

Außerdem hebt Moosbrugger hervor: "Wir sind sehr stolz auf das
enorm hohe Niveau der heimischen Rinder- beziehungsweise
Fleckviehzucht, das durch das große internationale Interesse an
unseren Zuchttieren und den geplanten Weltkongress eindrucksvoll
unterstrichen wird. Als Landwirtschaftskammern geben wir in enger
Abstimmung mit den Zuchtverbänden unser Bestes, um unsere
Rinderhalter auf ihrem Qualitätsweg gut zu begleiten und neue Wege
aufzubereiten. Dazu zählen neben der Interessenvertretung auch
effiziente, verstärkt online-basierte Bildungs- und Beratungsangebote
sowie Bewusstseinsschaffung für unsere hohen Standards".

Hörtenhuber: Fleckvieh besonders effizient bei Milch- und
Fleischproduktion

Boku-Experte Stefan Hörtenhuber verstärkt, dass Fleckviehkühe im
Durchschnitt mehr Milch und Rindfleisch aus nicht nahrungstauglichen
Futtermitteln erzeugen als andere Rassen: "Fleckvieh wies in den
vergangenen Jahrzehnten stärkere Steigerungen der Milchleistung als
andere Rassen auf und trug damit wesentlich dazu bei, dass trotz
gesteigerter Milchmengen nun um über 40% weniger Milchkühe als 1990
gehalten werden. Die direkten Treibhausgasemissionen der
Milchrinderhaltung konnten damit um 32% gesenkt werden." Mit dem
stetigen Rückgang an Methanemissionen durch die immer effizienteren
Kühe konnten in Österreich und anderen Ländern die steigenden
Emissionen gebremst werden.

Welt-Simmental-Fleckvieh-Kongress und Bundesfleckviehschau

Der Kongress findet von 30. August bis 4. September 2022 in
Österreich mit den Hauptstandorten Wien und Freistadt statt. Gäste
aus aller Welt erwartet ein hochkarätiger Mix aus Fachvorträgen und
Fachexkursionen zu österreichischen Zuchtbetrieben und
Besamungsstationen. Über 220 Verantwortungsträger, Multiplikatoren
und Züchter aus insgesamt 30 Ländern der Erde werden zum Kongress in
Wien und zur Bundesfleckviehschau in Freistadt erwartet. Von knapp
1,4 Mio. Fleckviehtieren schaffen es nur die 150 besten und vitalsten
Tiere auf die Bundesschau zur Kür der Bundessieger. Mit der
Integration eines nationalen Jungzüchterwettbewerbs soll die
Motivation der bäuerlichen Jugend gefördert werden. Weitere Infos
unter https://www.fleckvieh.at beziehungsweise
https://www.wsffcongress.com/. (Schluss)

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