• 27.07.2022, 15:38:14
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Österreich leistet humanitären Beitrag zur Linderung der Ernährungskrise im Libanon

Bundesregierung stellt 3 Millionen Euro aus Auslandskatastrophenfonds bereit

Utl.: Bundesregierung stellt 3 Millionen Euro aus
Auslandskatastrophenfonds bereit =

Wien (OTS) - Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die
dadurch ausgelöste globale Ernährungskrise hat die humanitäre
Situation im Libanon weiter verschärft. Angesichts sprunghafter
Verteuerungen von Grundnahrungsmitteln wie Weizen könnten
Hilfsorganisationen finanziell demnächst nicht mehr in der Lage sein,
genügend lebenswichtige Grundnahrungsmittel zu beschaffen, um die von
der humanitären Krise betroffenen Menschen mit dem Notwendigsten zu
versorgen. Dem gilt es entgegenzuwirken. Die Bundesregierung hat beim
heutigen Ministerrat daher die Bereitstellung von insgesamt 3
Millionen Euro aus den Mitteln des Auslandskatastrophenfonds des
Außenministeriums beschlossen.

„Die humanitäre Lage im Libanon ist maßgeblich von der
Ernährungssicherheit abhängig. Seit Ausbruch des Krieges in der
Ukraine hat sich die Lage daher deutlich verschärft. Wir müssen
gerade jetzt rasch die Hilfe vor Ort verstärken, auch um weitere
Migrationswellen Richtung Europa zu verhindern. Mit den zusätzlichen
3 Millionen Euro aus den Mitteln des Auslandskatastrophenfonds, die
heute im Ministerrat beschlossen wurden, finanzieren wir daher ganz
gezielt das gerade jetzt so wichtige World Food Programme, sowie die
Tätigkeit von österreichischen Hilfsorganisationen vor Ort“,

so Bundeskanzler Karl Nehammer, der bei seinem Besuch im Libanon vor
zwei Wochen auch mit dem libanesischen Präsidenten Michael Aoun über
die Situation vor Ort und die österreichische Unterstützung
gesprochen hat.

Mindestens 3,2 Millionen Menschen sind im Libanon laut Angaben des
Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) auf humanitäre Hilfe
angewiesen, ein Drittel davon sind Kinder. Allem voran fehlt es an
Nahrungsmitteln, Zugang zu sauberem Trinkwasser und angemessenen
Sanitäranlangen. 77 Prozent der Haushalte haben nicht genügend
Lebensmittel oder Geld für Lebensmittel zur Verfügung, bei syrischen
Flüchtlingshaushalten liegt die Zahl bei 99 Prozent.

Vizekanzler Werner Kogler ergänzt:

„Gemessen an der Größe des Landes hat der Libanon die meisten
Flüchtlinge weltweit aufgenommen. Überdies steckt das Land inzwischen
in einer tiefen politischen Führungskrise. Der russische
Angriffskrieg auf die Ukraine hat nun auch noch die Ernährungslage
dramatisch verschärft. Deswegen ist humanitäre Hilfe gegen eine
Ernährungskatastrophe so wichtig. Die Ausschüttung von 3 Millionen
Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds soll dazu beitragen. Die
Vervierfachung der Mittel der humanitären Hilfe - heuer sogar mehr
als 100 Millionen Euro - eröffnet Österreich die Möglichkeit, die
Nahrungsmittelhilfe für die Menschen im Libanon zu erhöhen.“

Seit Beginn des Kriegs in Syrien hat der Libanon bei einer
Einwohnerzahl von 6,8 Millionen Menschen rund 1,5 Millionen
Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufgenommen. Dieser Zustrom ist zu
einer enormen Belastung für die gesamte Infrastruktur geworden. Die
medizinische Grundversorgung steht bereits jetzt am Rande des
Zusammenbruchs.

„Der Libanon befindet sich in einer gefährlichen Abwärtsspirale, die
sich durch die Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine
immer weiter beschleunigt. Bereits die Explosion im Hafen von Beirut
vor zwei Jahren hatte tausende Tonnen Getreidevorräte in den Silos
vernichtet. Der Libanon importiert bis zu 80 Prozent seines
Getreidebedarfs, diese lebensnotwendigen Lieferungen erreichen das
Land aufgrund der russischen Aggression nun kaum. Hier gilt es
entgegenzusteuern und via World Food Programme jenen Menschen zu
helfen, die es am dringendsten brauchen. Die dramatischen
Entwicklungen im Libanon haben das Potential, die gesamte Region zu
destabilisieren, das muss mit aller Kraft verhindert werden“,

so Außenminister Alexander Schallenberg unter Verweis auf die
humanitäre Tradition Österreichs.

Die andauernde prekäre Wirtschaftssituation hat das Land bereits in
eine tiefe Krise gerissen. Fast drei Viertel der libanesischen
Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Seit Beginn des
Ukrainekriegs ist sie nun zusätzlich mit einer Energie- und
Ernährungskrise konfrontiert.

Das Welternährungsprogramm (WFP) rechnet mit einem Mehrbedarf von 71
Millionen USD pro Monat, um die Menschen in der Region des Nahen
Ostens und Nordafrikas, die bereits von humanitären Krisen betroffen
sind, mit dem Notwendigsten zu versorgen.

Um eine möglichst wirksame Hilfestellung für Flüchtlinge vor Ort und
in der Nähe ihrer Heimat sicherzustellen, wird Österreich einerseits
dem Welternährungsprogramm (WFP) 2,5 Millionen Euro zur Verfügung
stellen und auch die Arbeit österreichischer
Nichtregierungsorganisationen vor Ort mit einer halben Million Euro
unterstützen.

Bereits letztes Jahr hat Österreich 5 Millionen Euro an humanitärer
Hilfe geleistet, um u.a. die medizinische Grundversorgung
sicherzustellen.

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