- 11.07.2022, 09:50:56
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Nach Greenpeace-Kampagne: Ungarisches Mega-Bauprojekt am Neusiedler See wird ausgesetzt
Nach massiver Kritik von Greenpeace und Gerichtsverfahren wird das umstrittene und natur-zerstörende Megabauprojekt offenbar aufgegeben – und zu einem Millionengrab.
Utl.: Nach massiver Kritik von Greenpeace und Gerichtsverfahren wird
das umstrittene und natur-zerstörende Megabauprojekt offenbar
aufgegeben – und zu einem Millionengrab. =
Budapest/Wien (OTS) - Nach einer langen Greenpeace-Kampagne hat die
ungarische Regierung kürzlich bekanntgegeben, dass sie das
Mega-Bauprojekt in Fertőrákos am Neusiedler See aufgibt – jedenfalls
vorerst. Als Gründe dafür gibt Ungarn die erfolglose öffentliche
Ausschreibung und fehlende Mittel an. Das umstrittene Projekt, gegen
das sowohl weite Teile der ungarischen als auch österreichischen
Bevölkerung aufgetreten sind, ist nun vorerst vom Tisch. Greenpeace
hat sich in Österreich und auch in Ungarn von Beginn an gegen das
naturzerstörende Projekt gestellt und zahlreiche Gerichtsverfahren
und Greenpeace-Aktionen gestartet. Es zeigt sich: der Widerstand hat
sich gelohnt.
Hinter dem vorläufigen Aus steht wohl die prekäre finanzielle Lage
der ungarischen Regierung. Aber auch die im Raum stehende
Strafzahlung durch die von Greenpeace eingereichte Beschwerde bei der
Europäischen Union dürfte eine Rolle spielen. Hinzu kommen noch die
vielen laufenden Gerichtsverfahren gegen das Projekt, die Greenpeace
Ungarn eingeleitet hat. Im Dezember konnte eine Ausschreibung für die
Baustelle erfolgreich juristisch bekämpft und so die schwer
umkehrbaren Betonierungsarbeiten verzögert werden. “Durch das
Hinauszögern der Betonierungsarbeiten konnte der schlimmste Schaden
für die Natur und den See abgewehrt werden. Wir werden jetzt genau
beobachten, wie es auf der Baustelle weitergeht”, sagt Stefan
Stadler, Scientific Expert bei Greenpeace in Österreich.
Seit März lag die Baustelle mehr oder minder brach. Die Erdarbeiten
waren weitgehend abgeschlossen, ein Rückbau des zerstörten Areals ist
derzeit aber noch gut möglich. Greenpeace fordert nun die ungarische
Regierung auf, einen umweltverträglichen Rückbau zu starten und das
ursprüngliche Strandbad für die lokale Bevölkerung
wiederherzustellen.
Begonnen hat die beispiellose Zerstörung des Seeufers mit der Planung
der Renovierung des alten und in die Jahre gekommen Strandbades von
Fertőrákos. Dieses sollte still und heimlich in ein 80 Fußballfelder
großes Luxus-Megabauprojekt umgewandelt werden. Neben einem
Hotelkomplex mit 100 Zimmern sollten auch eine Sporthalle, ein
Parkhaus mit 880 Stellplätzen und ein Yachthafen für bis zu 850
Bootsliegeplätzen entstehen – und das inmitten des mehrfach streng
geschützten Nationalparks Neusiedler See. Sogar die Präsidentin der
UNESCO reagierte im Juni 2021 auf das Megaprojekt und verlangte von
Ungarn den sofortigen Baustopp und Rückbau. Greenpeace und viele
weitere Umweltschutzorganisationen auf ungarischer und
österreichischer Seite machten gegen das Projekt mobil. Wie sich nun
herausstellt mit Erfolg.
“Wir bedanken uns bei den unzähligen engagierten Aktivistinnen und
Aktivisten und den engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die mit ihrem
Einsatz diesen Erfolg möglich gemacht haben. Über 45.000 Menschen
haben allein die österreichische Greenpeace-Petition gegen das
Projekt unterzeichnet. Mit diesem Einsatz haben sie die ungarische
Regierung massiv unter Druck gesetzt. Ohne dieses enorme Engagement
aus der Bevölkerung wäre das Projekt nicht aufzuhalten gewesen”,
freut sich Stadler.
Ein Factsheet zum Mega-Projekt und der EU-Beschwerde finden Sie
unter: https://act.gp/3mSRbZv
Fotos von der Baustelle und von Greenpeace-Protesten gegen das
Bauprojekt finden Sie hier: https://act.gp/3Jd0xJu. Bei Angabe der
Fotocredits stehen die Bilder für redaktionelle Zwecke kostenfrei zur
Verfügung.
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