Angestellte bei Ärzten in der Steiermark: Sozialpartner vereinbaren 38,5 Stundenwoche und Anhebung der Gehälter für niedrige Einkommen

Neuer Kollektivvertrag als Beitrag zur Attraktivierung der Branche

Wien (OTS) - Am 19.5.2022 trafen sich die Verhandlungsteams der neu bestellten Ärztekammer Steiermark und der Gewerkschaft GPA, um die seit Jahren ins Stocken geratenen Kollektivvertragsverhandlungen wieder aufzunehmen. Dabei konnte bei ausgesprochen konstruktiven Gesprächen in der ersten Runde ein Ergebnis erzielt werden, welches nicht nur zur Attraktivierung der Branche beiträgt, sondern auch wichtige Schritte zur Erhöhung der Gehälter aller Beschäftigten in diesen schwierigen Zeiten beinhaltet. ++++

Konkret wird ab 1.7.2022 die Arbeitszeit für die Angestellten um 1,5h auf 38,5h reduziert. Die Mindestgehaltstabelle wird angehoben. Außerdem werden neben einer Einmalzahlung in Höhe von € 550,- die Gehälter aller Beschäftigten, die über dem kollektivvertraglichen Mindestgehaltsschema entlohnt werden und ein Gehalt unter € 2.200,- beziehen, erhöht. Im Verein mit der Arbeitszeitverkürzung steigt dadurch der Stundenlohn zwischen 3,75 und 7,1%

Die Gefahrenzulagen werden ebenfalls den nicht zuletzt durch COVID-19 geänderten Rahmenbedingungen angepasst und um bis zu 5% erhöht.

"Mit diesem Abschluss beweist die Sozialpartnerschaft, dass sie gerade in herausfordernden Zeiten ein unverzichtbarer Pfeiler für die Stabilität in unserem Land ist. Wir haben es geschafft, mit einem Bündel von Maßnahmen in einer Phase enormer Teuerung Entlastung für alle Beschäftigten zu erreichen und in Anbetracht großer Anspannung auf dem Arbeitsmarkt im Rahmen unserer Möglichkeiten substantielle Schritte zur Attraktivierung der Berufe in Arztpraxen vorzunehmen. Damit können wir gemeinsam mit der neuen Kurienleitung für
niedergelassene Ärzte in der Steiermark nach 5 Jahren endlich wieder einen zukunftweisenden Inhalt in den Kollektivvertrag bringen." Stellt der Verhandlungsleiter auf Seiten der Gewerkschaft Georg Grundei fest.

Dr. Michael Adomeit, Verhandlungsleiter für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, betonte dass „trotz der auch für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sehr schwierigen wirtschaftlichen Begleitumstände ein für beide Seiten gut akzeptables Ergebnis mit Augenmaß“ erzielt werden konnte, und dass nur einen Tag, nachdem die neue Ärztekammerführung gewählt worden war. Der Kurienobmann der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in der Ärztekammer Steiermark, Vizepräsident Dr. Dietmar Bayer, freute sich, dass die Verhandlungspartner in gegenseitiger sozialpartnerschaftlicher Wertschätzung nach langer Zeit des Stillstandes nun einen richtungsweisenden Abschluss tätigen konnten. Der Kollektivvertrag gilt für rund 4.800 Angestellte von 2.280 niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten in der Steiermark. Er tritt mit 1. 7.2022 in Kraft.

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