- 11.05.2022, 08:06:58
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Greenpeace blockiert 225 Meter langes Soja-Schiff im Hafen von Amsterdam - Bild & Video
Auch österreichische Aktivistin beteiligt - Umweltschutzorganisation fordert von österreichischer Regierung Einsatz für starkes EU-Gesetz für globalen Waldschutz
Utl.: Auch österreichische Aktivistin beteiligt -
Umweltschutzorganisation fordert von österreichischer
Regierung Einsatz für starkes EU-Gesetz für globalen
Waldschutz =
Amsterdam/Wien (OTS) - Über 60 Greenpeace-AktivistInnen - darunter
auch eine Österreicherin - blockieren im Hafen von Amsterdam seit
Mitternacht ein riesiges Transportschiff. Die 225 Meter lange
“Crimson Ace” ist mit 60.000 Tonnen Soja aus Brasilien beladen. Die
Niederlande sind für die Einfuhr von Rohstoffen wie Soja, Palmöl und
Fleisch das Tor nach Europa. Doch für die Produktion dieser
Risikorohstoffe werden regelmäßig wertvolle Ökosysteme wie
Regenwälder, Savannen und Moore zerstört und Menschenrechte verletzt.
Greenpeace setzt sich daher für ein starkes EU-Gesetz für globalen
Waldschutz ein, das Produkte aus Wald- und Naturzerstörung auf dem
EU-Markt unterbinden soll. Die österreichische Regierung müsse sich
auf EU-Ebene für ein umfassendes, kompromissloses Gesetz einsetzen,
so die Umweltschutzorganisation.
„Ich bin heute hier, weil ich im Supermarkt mit Sicherheit wissen
will, dass ich dort keine Produkte aus Wald- und Naturzerstörung
kaufe,” erklärt Clarissa W aus Mödling, die an dem Protest teilnimmt.
„Auf den Verpackungen preisen Unternehmen immer wieder an, dass sie
nachhaltig und umweltfreundlich produzieren. Aber in Wirklichkeit
landen weiterhin extrem viele Produkte aus Naturzerstörung in den
Supermarktregalen. Das muss endlich aufhören! Und dafür protestiere
ich heute friedlich.” Im Zuge des von Greenpeace Niederlande
organisierten Protests blockieren die AktivistInnen die
Schleusentore, die das Schiff auf dem Weg in den Hafen passieren
muss. Dabei befestigten sie ein rund 40 Meter langes Transparent mit
der Aufschrift 'EU: Stop nature destruction now' ("EU: Stoppt jetzt
die Naturzerstörung"). Neben weiteren AktivistInnen in Booten nehmen
auch Vertreter von indigenen Gemeinschaften an Bord des
Greenpeace-Schiffes Beluga II an dem Protest teil. „Das Megaschiff
Crimson Ace ist Teil eines kaputten Lebensmittelsystems, das
Naturzerstörung in Kauf nimmt und befeuert. Mehr als 85 Prozent des
importierten Sojas wird für Tierfutter verwendet. Österreich und alle
anderen EU-Staaten tragen zur globalen Natur- und Artenkrise bei,
indem sie Produkte aus Naturzerstörung auf den EU-Markt bringen,"
erklärt Lukas Meus, Waldexperte bei Greenpeace in Österreich.
Die EU ist mit durchschnittlich 33 Millionen Tonnen an Sojaprodukten
weltweit der zweitgrößte Importeur von Soja. Fast 600.000 Tonnen Soja
landen jedes Jahr direkt aus den Niederlanden oder über Umwege wie
beispielsweise Deutschland in Österreich. Über 60 Prozent der
EU-Importe stammen aus Südamerika, wo wertvolle Ökosysteme, wie der
Trockenwald Cerrado, für die Sojaproduktion zerstört werden. Der
Cerrado ist die artenreichste Savanne der Welt und Lebensraum von
rund fünf Prozent der weltweit vorkommenden Pflanzen- und Tierarten
wie Riesengürteltieren, Ameisenbären und Jaguaren. Bis heute wurden
im Cerrado bereits über 90 Millionen Hektar vernichtet – damit wurde
der Trockenwald auf die Hälfte seiner ursprünglichen Größe dezimiert.
Greenpeace setzt sich für ein starkes EU-Gesetz für globalen
Waldschutz ein, mit dem Europa sicherstellen kann, dass keine
Rohstoffe aus Naturzerstörung auf den EU-Markt gelangen. Aktuell
verhandeln EU-MinisterInnen einen Gesetzesvorschlag der
EU-Kommission. Doch der aktuelle Entwurf sieht vor, dass das Gesetz
lediglich für Wälder gelten soll, jedoch andere Ökosysteme - wie den
Cerrado - ausspart. Greenpeace fordert ein starkes Gesetz, das
wertvolle Ökosysteme kompromisslos vor Zerstörung für Profite
schützt. Die Umweltschutzorganisation fordert EU-MinisterInnen zu
mehr Tatkraft auf. „Die österreichische Bundesregierung muss sich für
Klima- und Naturschutz und somit für ein starkes EU-Gesetz für
globalen Waldschutz einsetzen. Nur mit einem umfassenden Gesetz
können Österreich und Europa dazu beitragen, die Natur unseres
Planeten zu erhalten, das globale Artensterben zu stoppen und die
Klimakrise einzudämmen,” so Meus.
- Bild- und Videomaterial: https://act.gp/Fotos-Amsterdam-Aktion
- Factsheet zum EU-Gesetz für globalen Waldschutz:
https://act.gp/Factsheet-EU-Waldschutzgesetz
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