• 28.04.2022, 11:48:49
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FWF zieht Bilanz: Österreichs Grundlagenforschung im Aufwind

Das investierte Fördervolumen kletterte 2021 auf 256 Millionen Euro. Vertrauen in die Wissenschaft wird gestärkt. Emerging Fields starten 2022.

Pressekonferenz mit Wissenschaftsminister Martin
Polaschek (li.) und FWF-Präsident Christof Gattringer (re.)
Wien (OTS/Der Wissenschaftsfonds FWF) - 

Mit ihren Projekten legen sie die Basis für Fortschritt, Innovation und Wohlstand: Exakt 4.458 Forschende fördert der Wissenschaftsfonds FWF aktuell in 2.588 laufenden Projekten in ganz Österreich – mehr als je zuvor. Das investierte Fördervolumen kletterte 2021 um fünf Prozent auf 256 Millionen Euro. 2022 startet mit den „Emerging Fields“ ein neues Programm der Exzellenzinitiative excellent=austria für Forschungsvorhaben, die das Potenzial besitzen, in ihrem Feld einen Paradigmenwechsel auszulösen. Um das Vertrauen in die Wissenschaft zu stärken, verdoppelt der FWF die Mittel für Wissenschaftskommunikation.

Österreichs Spitzenforschung befindet sich im Aufwind. Der Wachstumstrend schlägt sich auch in den Förderzahlen im Bereich der drittmittelfinanzierten Grundlagenforschung nieder. Die von Forschenden beim FWF beantragte Fördersumme stieg um 14 Prozent stark an und überschritt im letzten Jahr die 1,2-Milliarden-Euro-Marke. Davon konnte der FWF 732 Forschungsprojekte im Umfang von 256 Millionen Euro finanzieren. Dies entspricht einem Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 104 Millionen Euro gingen in den Bereich Naturwissenschaften und Technik, 94 Millionen Euro in Biologie und Medizin und 57 Millionen Euro in die Geistes- und Sozialwissenschaften. Insgesamt finanziert der FWF aktuell 4.458 Wissenschaftler:innen in 2.588 laufenden Projekten an Österreichs Universitäten und anderen Forschungsstätten – mehr als jemals zuvor.

„Die Spitzenforschung in Österreich gewinnt weiter an Dynamik, die Qualität der Anträge sowie die Nachfrage steigt von Jahr zu Jahr. 732 Projekte sind im letzten Jahr dazugekommen. Jedes von ihnen erweitert das Fundament, auf dem Innovation, Fortschritt und Wohlstand entstehen. Mit jedem investierten Fördereuro baut Österreich seine Attraktivität als Standort weiter aus. Der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn trägt zu einer besseren Zukunft für alle Menschen bei“, so Christof Gattringer, Präsident des Wissenschaftsfonds FWF.

Wissenschaftsminister Martin Polaschek betont den Stellenwert der Grundlagenforschung im Allgemeinen und hebt die Bedeutung des Vertrauens in die Wissenschaften hervor: „Ohne Grundlagenforschung keine wissenschaftlichen Durchbrüche. Forschende gehen neue Wege und liefern die Expertise, die wir zur Bewältigung aktueller und künftiger Herausforderungen benötigen. Das kommt Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen zugute. Gleichzeitig müssen wir alles unternehmen, um das Vertrauen in die Wissenschaft bei allen Menschen weiter zu stärken.“ 

Emerging Fields: Neue excellent=austria Förderung kommt

Im September 2022 startet mit den Emerging Fields ein neues Programm im Rahmen der Exzellenzinitiative excellent=austria zur Förderung von Forschung, die das Potenzial besitzt, in ihrem Feld einen Paradigmenwechsel auszulösen. Das Programm ermutigt Forschende aus allen Bereichen, gänzlich neue Ansätze umzusetzen und so in weiterer Folge die Chancen auf wissenschaftliche Durchbrüche zu erhöhen. Ziel ist es, frühzeitig aufkommende Forschungsthemen erstmals erforschen zu können. So können Forschende mit öffentlicher Finanzierung erste Schritte in Bereichen setzen, die besonders viel Zukunftspotenzial versprechen. Die Förderung wendet sich an Wissenschaftler:innen aus allen Bereichen der Grundlagenforschung inklusive der künstlerisch-wissenschaftlichen Forschung.

Das Programm bildet neben den Clusters of Excellence die zweite Komponente der Exzellenzinitiative excellent=austria. Teams aus drei bis sieben Forschenden stehen vier bis sechs Millionen Euro für fünf Jahre zur Verfügung. Das Gesamtvolumen der ersten Ausschreibungsrunde beträgt 24 Millionen Euro, wobei das Programm alle zwei Jahre ausgeschrieben werden soll. Einreichungen sind ab Oktober 2022 möglich, die Förderentscheidungen werden Ende 2023 erfolgen.

Verdoppelung der Mittel für Wissenschaftskommunikation

Um das Vertrauen in die Wissenschaften zu stärken, verdoppelt der FWF die Mittel seines Förderprogramms für Wissenschaftskommunikation auf 500.000 Euro pro Jahr. Zudem wird die Laufzeit auf zwei Jahre erweitert, um auch hier mehr Flexibilität zu ermöglichen. Dadurch stehen Forschenden mehr Ressourcen und mehr Zeit für originelle und innovative Wissenschaftskommunikation in ganz Österreich zur Verfügung. Darüber hinaus führt der FWF das auf Partizipation spezialisierte Programm Top Citizen Science weiter fort. Um den Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis zu intensivieren, finanzierte der FWF 2021 erstmals fünf transdisziplinäre Projekte im Programm #ConnectingMinds. 

Nachfrage nach Drittmitteln steigt – Bewilligungsquoten unter Druck

Die Bewilligungssituation bleibt aufgrund des steigenden Antragsvolumens und der exzellenten Begutachtungslage weiterhin angespannt. Der Wachstumsschub der Universitäten und Forschungsstätten wie des ISTA und der ÖAW lässt den Drittmittelbedarf schon jetzt stark steigen, dazu kommen neue Standorte wie die Central European University oder die geplante Technische Universität Linz. Seit Jahren steigt das Antragsvolumen deutlich stärker als das Bewilligungsvolumen, was dazu führt, dass die Bewilligungsquoten immer weiter unter Druck geraten und in allen Fachdisziplinen leicht zurückgingen. 

Zukunftspotenzial: Zwei Drittel jünger als 36 Jahre

Bei der Altersverteilung aller 2.588 laufenden FWF-geförderten Projekte zeigt sich: Über zwei Drittel der Forschenden, die in FWF-Projekten mitarbeiten, sind jünger als 36 Jahre. Das unterstreicht den Stellenwert des FWF bei der Ausbildung der nächsten Generation exzellenter Wissenschaftler:innen. Der Anteil an Frauen liegt bei 47 Prozent. 

Soforthilfe für geflüchtete Forschende aus der Ukraine

Unmittelbar nach Kriegsbeginn setzte der FWF eine mit einer Million Euro dotierte Krisenunterstützung für geflüchtete Forschende auf. Im Rahmen dieser Initiative können geflüchtete Forschende für bis zu zwölf Monate in bestehende Forschungsprojekte eingebunden werden. Dank des Engagements zahlreicher Projektleiter:innen können bereits ab Mai voraussichtlich rund 25 geflüchtete Personen in Forschungsprojekten in ganz Österreich mitarbeiten.

Neue Karriereförderung für Postdocs erfolgreich gestartet

2021 öffnete der FWF sein neues Karriereprogramm ESPRIT. Ziel ist es, Postdocs in dieser für viele wissenschaftliche Karrierewege entscheidenden Phase bestmöglich zu unterstützen. In den ersten beiden Bewilligungsrunden konnten 34 Forschende gefördert werden, die Hälfte davon Frauen. ESPRIT zeichnet sich durch zusätzliche Aktivitäten im Bereich der Karriere- und Kompetenzentwicklung sowie frauenspezifische Maßnahmen aus.

Schwerpunkt Coronaforschung: 44 Projekte bewilligt

Als Reaktion auf die Pandemie setzte der FWF 2020 eine Akutschiene zur Förderung der Coronaforschung auf. Insgesamt reichten 274 Forschende Projekte und Studien ein, 44 Projekte im Umfang von rund 15 Millionen Euro konnten gefördert werden. 

Forschungsoffensive „Quantum Austria“ gestartet

Auf Initiative des BMBWF investiert Österreich mit Mitteln des Aufbau- und Resilienzplans NextGenerationEU 107 Millionen Euro in die Quantenforschung und -technologien. Die Forschungsförderungsgesellschaft FFG und der Wissenschaftsfonds FWF arbeiten in der Fördervergabe eng zusammen. Seit Bekanntgabe Ende 2021 sind beim FWF bis jetzt 23 Anträge in Begutachtung. Erste Förderentscheidungen werden Anfang Mai getroffen.

Internationales Peer-Review mit weltweit führenden Forschenden 

Internationale Qualitätsmaßstäbe bestimmen auch die Fördervergabe beim FWF, einziges Entscheidungskriterium für eine Förderung ist die wissenschaftliche Exzellenz. Im Jahr 2021 wurden rund 5.800 internationale Gutachten aus 67 Ländern eingeholt, zum Großteil von Forschenden aus den USA, Deutschland und Großbritannien. 

Alle Förderstatistiken im Überblick

Einen Jahresrückblick sowie die gesamten Leistungszahlen finden Sie im aktuellen FWF-Jahresbericht. Darüber hinaus bietet das neue FWF-Dashboard die Möglichkeit, sämtliche Förderkennzahlen und -statistiken aus allen Programmen abzurufen.

> FWF-Jahresbericht 2021 (barrierefreies PDF) 
> FWF-Dashboard 

Der Wissenschaftsfonds FWF 
Der Wissenschaftsfonds FWF ist Österreichs führende Organisation zur themenoffenen Förderung der Grundlagenforschung sowie der künstlerisch-wissenschaftlichen Forschung. In einem internationalen Peer-Review-Verfahren fördert der FWF jene Forschenden und Ideen, die aufgrund ihrer wissenschaftlichen Qualität wegweisend sind. Die gewonnenen Erkenntnisse stärken Österreich als Forschungsnation und legen eine breite Basis, um zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen besser begegnen zu können.

Rückfragen & Kontakt

Der Wissenschaftsfonds FWF
Marc Seumenicht
Stv. Leiter Kommunikation, Pressesprecher
+43-1 505 67 40 - 8111
[email protected]
www.fwf.ac.at | scilog.fwf.ac.at | dashboard.fwf.ac.at
@FWF_at | @FWFOpenAccess

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