• 28.04.2022, 10:09:41
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  • OTS0070

Neun Millionen Österreicherinnen und Österreicher – Aber sind sie auch gesund?

Bevölkerungswachstum stellt Gesundheitsversorgung vor neue Herausforderungen – Ärztekammer sieht erhöhten Bedarf an „mutigen und kreativen“ Präventionsmaßnahmen

Utl.: Bevölkerungswachstum stellt Gesundheitsversorgung vor neue
Herausforderungen – Ärztekammer sieht erhöhten Bedarf an
„mutigen und kreativen“ Präventionsmaßnahmen =

Wien (OTS) - Bedingt durch Zuwanderung und Migration hat Österreich
vor Kurzem die Neun-Millionen Einwohner-Marke „geknackt“. Neben den
positiven Aspekten insbesondere für die Wirtschaft durch die
Vergrößerung des Potenzials an Fachkräften, die Steigerung der
Innovationskraft sowie die Erleichterung internationaler Aktivitäten
steht Österreich damit aber auch vor besonderen Herausforderungen
hinsichtlich der Gesundheitsversorgung der Österreicherinnen und
Österreicher. Darauf macht die Ärztekammer aufmerksam, die in diesem
Zusammenhang auch die Forcierung von Präventionsmaßnahmen fordert.
****

Für Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres ergeben sich die neuen
Herausforderungen durch die Überalterung der Bevölkerung sowie die
Steigerung des Gesundheitsbewusstseins, insbesondere bei sozial
benachteiligten Bevölkerungsgruppen und Personen, die katastrophen-
und kriegsbedingt nach Österreich gekommen sind. Gerade letztere
benötigten eine Aufarbeitung der erlittenen Traumen und müssten auch
erst mit dem österreichischen Gesundheitssystem vertraut gemacht
werden.

Kreative Ansätze sind laut Szekeres auch bei der Etablierung von
Maßnahmen zur Primär- Sekundär und Tertiärprävention gefordert. Dies
betreffe vor allem Klimaschutzmaßnahmen, die aus
gesundheitspolitischer Sicht viel ernster genommen werden müssten.

„Mehr Mut und Kreativität“ fordert auch der Umweltmedizinreferent
der Ärztekammer für Wien, Piero Lercher. So müssten Grünflachen als
Bewegungsraum, aber auch als Anbau- und Klimaregulationsfläche
erhalten bleiben. Auch sollten hinsichtlich der Etablierung
erneuerbarer Energieformen verstärkt Hausdächer und bebaute Flächen
für die Montage von Photovoltaikanlagen genutzt werden.

Hinsichtlich Windenenergie empfiehlt Lercher die Etablierung von
Vertikal- und Mikrowindkraftanlagen. Als Montageflächen könnten
beispielsweise Pfeiler von Autobahnüberführungen oder bebaute Flächen
dienen, die bereits einem verstärkten Lärmaufkommen ausgesetzt sind.
„Keinesfalls dürfen neue Bodenflächen oder gar sensibler Alpenraum
dafür geopfert werden“, so Lercher.

Neue kreative Ansätze sind auch gefordert, um das
Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung zu fördern und die
Bevölkerung zu einer gesunden und selbstbestimmten Lebensweise zu
motivieren. Hierbei spielen laut Lercher neben einer medizinischen
Versorgung auch Lebensstilfaktoren wie ausreichende körperliche
Aktivität und bewusste und gesunde Ernährung eine große Rolle.
Letztendlich sei ein gesundes und biodiverses Lebensumfeld „das Maß
aller Dinge“, appelliert Lercher an Politik und Bevölkerung
gleichermaßen. (hpp)

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