- 16.04.2022, 22:00:02
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TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel", vom 17. April 2022, von Mario Zenhäusern:"Hoffnung in dunklen Zeiten"
Der Krieg in der Ukraine hat den Begriff „Solidarität“ wieder mit Leben erfüllt. Das stimmt optimistisch.
Utl.: Der Krieg in der Ukraine hat den Begriff „Solidarität“ wieder
mit Leben erfüllt. Das stimmt optimistisch. =
Innsbruck (OTS) - Die westliche Geschlossenheit gegen Russland und
die Solidarität mit den Menschen in der Ukraine nähren das Fünkchen
Hoffnung, das wir gerade zu Ostern so dringend brauchen.
In den vergangenen beiden Jahren überschattete die Corona-Pandemie
das Osterfest. Heuer liegt der grausame Krieg in der Ukraine, nur
zwei Flugstunden von Österreich entfernt, wie ein dunkler Schatten
über dem Fest der Hoffnung. Angesichts der schrecklichen Bilder aus
den umkämpften Regionen verkommt das Sehnen nach „frohen Ostern“ zum
frommen Wunsch.
Dennoch gibt es auch Lichtblicke in dieser sonst so trostlosen Zeit.
Die westliche Welt hat sich in bisher noch nie gekannter Art und
Weise geschlossen gegen den russischen Aggressor gestellt – selbst um
den Preis, dass die verhängten wirtschaftlichen Sanktionen auch für
die eigene Bevölkerung schmerzhaft sind.
Optimistisch stimmt auch die Tatsache, dass der Begriff „Solidarität“
plötzlich wieder mit Leben erfüllt ist. Jahrelang schien es
unmöglich, dass sich die EU-Staaten auf eine gemeinsame Vorgangsweise
bei der Aufnahme von Flüchtlingen einigten. Die Flüchtlinge des
Jahres 2015 oder danach die unzähligen Menschen, die aus Syrien oder
Afghanistan fliehen mussten – die meisten von ihnen scheiterten an
der „Festung Europa“. Jetzt, unter dem Eindruck der Gräueltaten der
russischen Soldateska in der Ukraine, beschlossen sämtliche
EU-Staaten binnen weniger Tage einheitliche Richtlinien für den
Umgang mit den vom Krieg Vertriebenen. Hinzu kommt eine riesige Welle
an humanitärer Hilfe für die Menschen aus der Ukraine, an der sich
Kirchen, Vereine, aber auch Privatpersonen beteiligen.
Die westliche Geschlossenheit und die Solidarität der Menschen sind –
zugegeben – nur ein schwacher Trost. Aber sie nähren das Fünkchen
Hoffnung, das wir alle in diesen dunklen Zeiten so dringend brauchen.
Frohe Ostern!
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