• 13.04.2022, 06:00:02
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Greenpeace, Erzeugergemeinschaft (EZG) Frischei und Donau Soja fordern Lebensmitteleinzelhandel und Politik zu raschem Handeln auf

Kostensteigerungen bei Futtermitteln bedrohen Selbstversorgung in Österreich - Regierung und LEH gefordert, Betriebe zu entlasten

Utl.: Kostensteigerungen bei Futtermitteln bedrohen Selbstversorgung
in Österreich - Regierung und LEH gefordert, Betriebe zu
entlasten =

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace, die
Erzeugergemeinschaft Frischei und Donau Soja fordern heute rasches
Handeln von Politik und Lebensmitteleinzelhandel, um die
Preissteigerungen bei Futtermitteln in der Frischeiproduktion
abzufedern. Österreichs Legehennenbetriebe haben sich seit Jahren zu
europäischen, gentechnikfreien Futtermitteln verpflichtet. Die
Futterpreise haben sich jedoch im Vergleich zum letzten Jahr
verdoppelt und machen derzeit 60 Prozent der Gesamtkosten der
Legehennenbetriebe aus. Erhöhte Energiepreise erschweren die Lage
zusätzlich. Die Betriebe geraten durch diese Preissteigerungen unter
immer größeren Druck. Greenpeace, EZG und Donau Soja fordern von der
Bundesregierung, durch die Umsetzung einer Herkunftskennzeichnung in
Gastronomie und Handel für faire Bedingungen zu sorgen und vom
Lebensmitteleinzelhandel die Abgeltung der Mehrkosten durch flexible
Verträge sicherzustellen.

“Seit Jahren bekennen sich die Bäuerinnen und Bauern dazu, Legehennen
nur mit hochwertigen, gentechnikfreien Donau Soja Futtermitteln aus
Europa zu füttern. Dieses Engagement darf jetzt keine Nachteile für
die Betriebe bringen, sondern muss durch faire Rahmenbedingungen auch
für die Zukunft abgesichert werden. Der Lebensmitteleinzelhandel und
die Politik müssen dazu rasch die richtigen Maßnahmen setzen”, sagt
Ursula Bittner, Wirtschaftsexpertin bei Greenpeace Österreich. Denn
neben den erhöhten Energiepreisen sind durch den Angriffskrieg auf
die Ukraine auch die Futterkosten in die Höhe geschossen. Sie haben
sich für Legehennenbetriebe im letzten Jahr verdoppelt. Benjamin
Guggenberger Geschäftsführer der EZG Frischei warnt: “Während der
Lebensmitteleinzelhandel in den letzten Jahren Umsatzsteigerungen
erlebt hat, stehen wir Legehennenbetriebe mit dem Rücken zur Wand.
Werden die Mehrkosten nicht abgegolten, müssen einige Betriebe
aufhören oder auf billigere Futtermittel zurückgreifen. Das bedeutet
Importe von Eiern oder von billigeren Futtermitteln.”

Österreichische Legehennenbetriebe beziehen ausschließlich
gentechnikfreies Futtermittel aus europäischer Produktion. Dieses ist
teurer als Gentech-Soja. „Wir sind gut beraten, an dieser Qualität in
Österreich festzuhalten. Die geringen Mehrkosten pro Ei haben einen
hohen Mehrwert für die Umwelt und entlasten das Klima. Diese
Mehrkosten müssen den Bäuerinnen und Bauern ersetzt werden“,
appelliert Matthias Krön, Obmann von Donau Soja. „Nur nachhaltige und
gentechnik-freie Märkte erlauben den Aufbau einer unabhängigen
europäischen Eiweißversorgung. Die Zerstörung dieser Märkte wäre
gerade jetzt extrem kontraproduktiv und würde die Importabhängigkeit
von Soja in Europa vergrößern”, so Krön.

Der Konsum von Eiern ist zu Ostern besonders hoch: 80 Millionen Eier
werden hierzulande verbraucht. Ein guter Zeitpunkt, sich den Wert
dieser Lebensmittel vor Augen zu führen: “Derzeit zahlen wir im
Supermarkt nur rund 20 Cent pro Ei, das ist unter seinem Wert. Besser
ein Ei weniger, aber dafür wissen, woher es kommt und womit die Henne
gefüttert wurde”, sagt EZG-Chef Guggenberger. “Mit der Abgeltung der
Mehrkosten von fünf Cent pro Ei könnten die österreichischen Betriebe
abgesichert werden”, so Guggenberger.

Gerade in Krisenzeiten müssen existenzsichernde Einkommen für
Österreichs LandwirtInnen garantiert werden. Daher fordern die drei
Organisationen flexible Verträge zwischen dem
Lebensmitteleinzelhandel und den Legehennenbetrieben, um die
derzeitigen Kosten schnellstmöglich abzugelten. Die Regierung muss
außerdem die Einführung einer Herkunftskennzeichnung raschestmöglich
umsetzen. “Wenn jetzt nicht schnell klare Schritte gesetzt werden,
steigen womöglich die Importe von gentechnisch verändertem
Futtermittel mit geringen Umweltstandards und von Eiern mit schwachen
Tierwohlstandards”, sagt Bittner.
Die Organisationen appellieren auch an alle LandwirtInnen und
KonsumentInnen, weiterhin zu umweltschonenden und regionalen
Produkten mit hohen Tierwohlstandards zu greifen. “Ein bewusster
Konsum, weniger Verschwendung und mehr Wertschätzung sind jetzt
wichtiger denn je. Der Krieg in der Ukraine darf nicht unser
Ernährungssystem gefährden oder dazu führen, dass wir unsere hohen
Standards herabsetzen”, sagen sie unisono.

Ein Factsheet zum Thema finden Sie hier: https://act.gp/3KyvmJd

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