- 24.03.2022, 16:02:01
- /
- OTS0188
Nationaler Aktionsplan öffentliche Beschaffung wichtig für Herkunftskennzeichnung
Verein Nachhaltige Tierhaltung Österreich: Es braucht Kontrolle definierter Kriterien
Utl.: Verein Nachhaltige Tierhaltung Österreich: Es braucht
Kontrolle definierter Kriterien =
Wien (OTS) - Bereits 2021 wurde das Bekenntnis der Politik zur
regionalen Beschaffung von Lebensmitteln mit dem sogenannten
Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung
(NaBe) umgesetzt. Dieser gilt seitdem verpflichtend für alle
öffentlichen Einrichtungen. Der Verein Nachhaltige Tierhaltung
Österreich (NTÖ) als Sprachrohr der Veredelungswirtschaft mit den
Sparten Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Geflügel und Pferde sieht
den Plan zur Beschaffung von Produkten und Leistungen bei
öffentlichen Einrichtungen des Bundes als wichtigen Schritt in die
richtige Richtung. Dieser umfasst den Einkauf von Eiern, Milch,
Milchprodukten, Fleisch von Rind, Kalb, Schwein, Geflügel, Schaf,
Ziege als Frischware und in Verarbeitungsprodukten. "Die heimische
tierhaltende Landwirtschaft garantiert Produktqualität und Tierwohl,
die sich in den hohen Anforderungen des NaBe-Plans widerspiegeln“,
betont NTÖ-Obmann Josef Fradler.
"Wir in Österreich produzieren im Sinne einer nachhaltigen
Kreislaufwirtschaft unter Einhaltung höchster Produktions-, Umwelt
und Tierwohlstandards. Ein strenges Tierschutzgesetz, eine enge
Partnerschaft mit der Tierärzteschaft sowie regelmäßige Kontrollen
untermauern dies."
Forderung nach Einhaltung und Kontrolle
Damit der Aktionsplan in der bezweckten Form auch umgesetzt wird,
bedarf es einer verpflichtenden Einhaltung der definierten Kriterien
und der entsprechenden Kontrollen dazu. "Es kann nicht sein, dass wir
in Österreich die EU-weit strengsten Haltungsbestimmungen für Puten
einhalten und in Krankenhäusern oder Altersheimen den Menschen dann
Pute aus einer nicht tiergerechten Haltung servieren, die noch dazu
von weit her transportiert wurde", so Markus Lukas von der
österreichischen Geflügelwirtschaft. "Zudem ist es dringend
notwendig, die verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der
Gemeinschaftsverpflegung entsprechend dem österreichischen
Regierungsprogramm umzusetzen." Der NTÖ fordert seit Jahren eine 100%
Herkunftskennzeichnungspflicht für die Gastronomie und
Gemeinschaftsverpflegung, damit die Konsument(inn)en wissen, woher
die Lebensmittel kommen. Dies würde mehr Transparenz auf die Teller
bringen sowie den kleinstrukturierten tierhaltenden Familienbetrieben
in Österreich Zukunftsperspektiven bringen.
Vorzeigebeispiel SNEG-Servicestelle
Da die Gastronom(inn)en, Küchenleiter/-innen und Einkäufer/-innen
der öffentlichen Beschaffung nun vor der Herausforderung stehen, sich
an die geforderte Beschaffungsqualität zu halten, wurde das Projekt
der Servicestelle für die Beschaffung von Ei und Geflügel (SNEG) von
der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der österreichischen
Geflügelwirtschaft (ZAG) gestartet. Hierbei werden die Einkäufer über
die hohe Qualität der AMA-Gütesiegel-zertifizierten Geflügel- und
Eiprodukte informiert, denn Eier aus Käfighaltung und Geflügelfleisch
mit niedrigen Haltungsstandards landen noch immer täglich auf den
heimischen Tellern. Ein wichtiges Service ist, dass die Unternehmen
hinsichtlich Verfügbarkeit und Kommunikation mit den Eipackstellen
und Schlachthöfen unterstützt werden. Zusätzlich bietet SNEG auch
Koch-Workshops, Exkursionen sowie Webinare an.
Schlupfloch Verfügbarkeit
Die tatsächliche Nachweiserbringung ist ein wesentlicher Faktor,
ohne den ein Einkaufsstandard, wie es der NaBe-Plan vorsieht, kaum
den erwünschten Erfolg bringen kann. Ein wesentliches Kriterium ist
die Verfügbarkeit von Produkten, wie Frischfleisch oder Fleisch in
Verarbeitungsprodukten, Frischei und Eiprodukten, Milch und
Milchprodukten. "Die heimischen Geflügelvermarkter sind jederzeit
lieferfähig", gibt Lukas an. "Es braucht eine genaue Definition,
warum eine Ware tatsächlich nicht verfügbar ist."
Nur eine verpflichtende Einhaltung der Kriterien garantiert eine
funktionierende Umsetzung. "Die dezidierte Nachfrage nach
Tierwohl-Produkten im Zuge der öffentlichen Ausschreibung ist sehr
minimal vorhanden", bedauert Fradler. "Teilweise werden nur
schriftliche Bestätigungen, die einmal im Jahr auszufüllen sind, dass
die gelieferte Ware den Tierwohl-Kriterien und der GVO-freien
Fütterung entspricht, von Lieferanten verlangt. Diese Belege werden
zwar ausgestellt, aber in keiner Weise kontrolliert." Die Vertreter
vom NTÖ fordern daher dringend die Einführung eines
Monitoring-Systems, das auf einer gesetzlichen Basis beruht. Dadurch
könnten die jeweiligen Mengen erhoben und nachvollzogen werden.
Es ist höchste Zeit für die Herkunftskennzeichnung
"Die Einführung des NaBe-Plans in der öffentlichen Beschaffung ist
der erste Schritt zu einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung in
Österreich", betont Stefan Lindner, Obmann Rinderzucht Austria. "Es
geht nun darum, das politische Bekenntnis in die Praxis umzusetzen
und ein entsprechendes Kontrollsystem einzurichten. Damit kann
gewährleistet werden, dass österreichische Milch, Milchprodukte und
Fleisch eingekauft und dass die NaBe-Anforderungen eingehalten
werden." Dies wäre auch für die kleinstrukturierte Branche der Schaf-
und Ziegenhaltung eine große Hilfe und ein Statement, wenn zumindest
wenigen Speisen mit Lamm- und Kitzfleisch oder die Schaf- und
Ziegenmilchprodukte gekennzeichnet werden und somit auf heimische
Qualitätsprodukte zurückgegriffen wird. (Schluss)
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIZ






