- 21.03.2022, 12:39:42
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Wirtschafts- und Innovationsraum Südösterreich 2030: Bündnis für einen starken Süden
Die Fertigstellung der Koralmbahn wird eine neue Ära für den Süden Österreichs einläuten und mittelfristig einen neuen, attraktiven Wirtschaftsraum Südösterreich entstehen lassen.
Utl.: Die Fertigstellung der Koralmbahn wird eine neue Ära für den
Süden Österreichs einläuten und mittelfristig einen neuen,
attraktiven Wirtschaftsraum Südösterreich entstehen lassen. =
Klagenfurt (OTS) - Auf Basis einer breit angelegten und umfassenden
Standortstudie, die seitens eines wissenschaftlichen Konsortiums –
bestehend aus der Joanneum Research, der Uni Graz und dem Institut
für Wirtschafts- und Standortentwicklung – über die vergangenen zwei
Jahre durchgeführt worden ist, liegen nunmehr aktuelle Zahlen, Daten
und Fakten zu einem Wirtschaftsraum vor, der als solches bisher nicht
auf dem wirtschaftspolitischen Radar war: der „Wirtschaftsraum
Südösterreich“.
Die vorliegende Standortstudie rückt „Südösterreich“ nunmehr
dezidiert in den Mittelpunkt des Geschehens und betrachtet erstmals
den Süden Österreichs über die Sphäre eines Wirtschaftsstandorts
hinaus. Ausgangspunkt und Hauptmotivation für diese Studie war nicht
nur die bevorstehende Fertigstellung des Jahrhundertprojektes
Koralmtunnel und die sich daraus ergebende Entwicklungsdimensionen,
sondern auch die seit Jahren zunehmende Kooperationskultur zwischen
den beiden Bundesländern Steiermark und Kärnten. Die Studie zeigt zum
einen die Entwicklung des Wirtschaftsraumes, Gemeinsamkeiten und
Unterschiede, Chancen und Herausforderungen, vor allem aber
gemeinsame Entwicklungspotentiale auf und bietet eine profunde Basis
für gemeinsame Aktivitäten.
Agenda Wirtschafts- und Innovationsraum Südösterreich 2030
Basierend auf der umfassenden Analyse von Joanneum Research streben
Kärnten und die Steiermark eine umfassende und vertiefende
Kooperation zur gemeinsamen Entwicklung des Wirtschafts- und
Innovationsraums Südösterreich an. Dazu schlagen LH-Stv.in Gaby
Schaunig und Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl und der
Wirtschaftskammerpräsident Josef Herk sowie die WK-Vizepräsidentin
Astrid Legner die Erarbeitung einer gemeinsamen Agenda vor, die in
weiterer Folge von beiden Landesregierungen in einer gemeinsamen
Sitzung beschlossen werden soll.
Starke Kraft im Süden Österreichs und im Herzen Europas!
Erfolgsbeispiele, wie der Silicon Alps Cluster zeigen vor, was durch
die länderübergreifende Kooperation möglich ist. So wird die Region
Südösterreich europaweit bereits als einer der wichtigsten Standorte
im Bereich Mikroelektronik wahrgenommen. Dafür sorgen erfolgreiche
Unternehmen in beiden Bundesländern, eine gute Vernetzung und
Vermarktung im Rahmen des länderübergreifenden Silicon Alps Clusters
und die enge Kooperation in Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
durch Silicon Austria Labs und Joanneum Research. Dieses
Best-Practice-Beispiel zeigt auch, dass es einer kritischen Masse
bedarf, um im Wettbewerb der Regionen auf europäischer Ebene und
weltweit wahrgenommen zu werden. Daher soll die Kooperation zwischen
den Nachbarbundesländern Steiermark und Kärnten im Zuge der
Wirtschafts- und Innovationsachse Südösterreich 2030 vertieft und
ausgebaut werden.
F&E-Kooperation vertiefen: Ziel ist eine gemeinsame F&E-Quote über 5
Prozent!
Ausgehend von dieser Analyse und den in der Studie beschriebenen
Handlungsfeldern sind LH-Stv.in Gaby Schaunig und LR Barbara
Eibinger-Miedl darin übereingekommen, die bereits gelebte Kooperation
bei der Entwicklung des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes
weiter auszubauen. Bereits jetzt arbeitet man bei Schlüsselprojekten
wie dem Mikroelektronikcluster „Silicon Alps“, dem
Spitzenforschungszentrum „Silicon Austria Labs“ sowie beim „Green
Tech Cluster“ eng zusammen. Darüber hinaus besteht eine gemeinsame
Beteiligung am Forschungszentrum Joanneum Research und am Digital
Innovation Hub Süd sowie eine enge Kooperation beim Ausbau der
Hochschulinfrastruktur durch den „Bauleitplan Süd“. Diese
Zusammenarbeit gelte es weiter zu vertiefen. Die steirische Cluster-
und Innovationsinfrastruktur ist offen für weitere Kooperationen mit
dem Land Kärnten. Ebenso besteht das Interesse, mit den Kärntner
Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen neue Kooperationen
einzugehen und sich weiterhin gemeinsam an Forschungsausschreibungen
und –initiativen zu beteiligen. Die enge Zusammenarbeit im Bereich
der Forschung und Innovation habe sich in den letzten Jahren zu einem
echten Erfolgsmodell entwickelt. Gemeinsam habe man es geschafft,
Schlüsselprojekte wie Silicon Austria Labs oder den Digital
Innovation Hub Süd in den Süden Österreichs zu holen. Beide Länder
sind sich einig, dass diesen Initiativen noch zahlreiche weitere
folgen sollen, um den Süden Österreichs in Sachen Forschung und
Entwicklung weiter zu stärken. Dazu soll die gemeinsame F&E-Quote der
Region (NUTS 1) bis zum Jahr 2030 von derzeit 4,57 auf mehr als 5
Prozent steigen.
Kooperation soll auf weitere Bereiche ausgedehnt werden
Angesichts des wirtschaftlichen Aufschwungs der Wirtschaftsregion
Südösterreich ist in beiden Bundesländern der Fachkräftemangel zur
brennenden Herausforderung für die Zukunft geworden. Kärnten und die
Steiermark müssen sich daher besonders bemühen, als Lebensstandort
für in- und ausländische Arbeitskräfte attraktiv zu sein. Die
Steiermark etabliert seit dem Beginn dieses Jahres ein neues
Standortmarketing-Geschäftsfeld bei der Steirischen Tourismus- und
Standortmarketinggesellschaft STG. In Kärnten sind die Agenden des
Standortmarketings in der Abt 1 Landesamtsdirektion / Strategische
Landesentwicklung angesiedelt. Zwischen beiden Einrichtungen soll es
in Zukunft eine enge Kooperation geben, um beispielsweise Fachkräfte,
die in beiden Bundesländern gebraucht werden, anzuwerben. Kärnten und
die Steiermark können Fachkräften nicht nur attraktive Ausbildungs-
und Arbeitsplätze, sondern auch eine hohe Lebensqualität bieten.
Diese Vorteile müsse man nutzen, um etwa gemeinsame Kampagnen auf
internationaler Ebene umzusetzen.
Auch im Tourismus sollen gemeinsame Angebote entwickelt werden. Beide
Bundesländer verfügen über ein breites Angebot für Touristinnen und
Touristen. Der Koralmtunnel lässt die touristischen Erlebnisregionen
noch näher zusammenrücken, was gemeinsame Angebote noch leichter
möglich macht. Die steirischen Weinstraßen kennenzulernen und kurz
darauf die Kärntner Seen zu genießen, ist ohne großen zeitlichen
Aufwand möglich, die Anreise kann mittels öffentlicher Verkehrsmittel
problemlos bewerkstelligt werden. Gemeinsam habe man die Chance, die
touristischen Angebote zu kombinieren und eine nachhaltige und sanfte
Form des Tourismus anzubieten, der viel bietet und dabei die Umwelt
schont. Der Markt dafür würde auch international immer größer werden,
beide Bundesländer können dabei von längeren Verweildauern und einer
höheren Wertschöpfung profitieren.
Eine große Herausforderung für beide Bundesländer stellt das Thema
der Infrastruktur dar. Mit den Projekten des Semmering-Basistunnels
und des Koralmtunnels ist es gelungen, zwei große Verkehrsprojekte
durchzusetzen, die auch die internationale Erreichbarkeit
entscheidend verbessern. Diesen Schwung will man nutzen, um gemeinsam
am weiteren Ausbau zu arbeiten. Dies umfasst nicht nur neue
Verkehrsprojekte, wie den Neubau des Bosruck-Tunnels oder die
Weiterentwicklung des Cargo Center Graz und des Terminal Fürnitz,
sondern auch den Ausbau der digitalen Infrastruktur in Form des
Glasfaserausbaus. Hier will man die beiden landeseigenen
Breitbandinfrastrukturgesellschaften miteinander vernetzen und
gegenüber dem Bund eine entsprechende Mittelausstattung für den
weiteren Ausbau einfordern.
Gemeinsame Regierungssitzungen in Planung
Als nächsten Schritt wollen Schaunig und Eibinger-Miedl die
vertiefende Zusammenarbeit beider Bundesländer im „Wirtschafts- und
Innovationsraum Südösterreich“ institutionalisieren. Dazu soll eine
gemeinsame Agenda ausgearbeitet und von den beiden Landesregierungen
beschlossen werden. Geplant ist dazu auch eine gemeinsame
Regierungssitzung beider Bundesländer, in der die umfassende
Kooperationsvereinbarung zeitgleich von beiden Regierungsteams
beschlossen werden soll.
Die Details zur Studie sowie die Statements aller Teilnehmerinnen und
Teilnehmer finden Sie in der Langfassung unter
https://dat.wkk.or.at/s/65CYZQR27SSQt5K
Fotos können Sie hier downloaden:
https://dat.wkk.or.at/s/gkK3yYqT8EHt4yR
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