• 18.02.2022, 09:08:57
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  • OTS0023

Regierung beschließt 5 Mio. Euro aus Auslandskatastrophenfonds zur Linderung humanitärer Not in Äthiopien, Südsudan und Tunesien

Wien (OTS) - Trotz erheblicher internationaler Unterstützung ist im
östlichen Afrika weiter kein Ende der humanitären Krise in Sicht. Das
führt zu starkem Migrationsdruck in den afrikanischen
Mittelmeerstaaten. Aus diesem Grund stellt die österreichische
Bundesregierung 5 Millionen Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds
(AKF) des Außenministeriums zur Verfügung, mit denen das Leid der
Menschen in Äthiopien, im Südsudan und in Tunesien gelindert werden
soll.

„Afrika ist ein Kontinent voller Chancen, die es zu nützen und zu
entwickeln gilt im Rahmen einer starken Partnerschaft zwischen Afrika
und Europa. Die Stärkung dieser Partnerschaft ist auch das Ziel des
zweitägigen EU-Gipfels in Brüssel gestern und heute. Europa ist von
den Entwicklungen in Afrika direkt betroffen und hat daher ein
geostrategisches Interesse an Sicherheit und Stabilität am
Nachbarkontinent. Es freut mich, dass die österreichische Regierung
angesichts der akuten humanitären Situation in Äthiopien, im Südsudan
und in Tunesien insgesamt 5 Millionen Euro aus dem AKF für humanitäre
Hilfe bereitstellt und damit einen Beitrag zur Verbesserung der
Situation vor Ort leistet“,

so Bundeskanzler Karl Nehammer.

Der Konflikt in der nördlichen Region Tigray hat zu einer weiteren
massiven Verschlechterung der humanitären Lage in Äthiopien geführt.
Hunderttausende Menschen wurden vertrieben und sind auf der Flucht,
es fehlt an Lebensmitteln und Medikamenten. Österreich unterstützt
Äthiopien als Schwerpunktland der Österreichischen
Entwicklungszusammenarbeit seit fast 30 Jahren – auch jetzt können
sich die Menschen vor Ort auf Hilfe aus Österreich verlassen.

Ähnlich dramatisch zeichnet sich die Situation im benachbarten
Südsudan, der ebenfalls von schweren Konflikten geprägt ist und von
Österreich zuletzt im Dezember 2021 mit einer knappen Million Euro
unterstützt wurde: 1,7 Millionen Menschen wurden intern vertrieben,
gut die Hälfte davon sind vom Zugang zu lebensnotwendigen Gütern wie
Nahrungsmitteln und Wasser abgeschnitten. Überflutungen haben zur
Ausbreitung von Krankheiten geführt und das fragile
Gesundheitsversorgungssystem an seine Grenzen gebracht.

Diese und weitere Konflikt- und Krisenherde in Nord- und Ostafrika
haben in Tunesien an der afrikanischen Mittelmeerküste zu erheblichem
Migrationsdruck geführt – 2021 hat das Land erneut zehntausende
geflüchtete Menschen aus Libyen, aber auch aus dem Sudan und dem
Tschad aufgenommen. Mehr als die Hälfte der geflüchteten Menschen
sind Frauen und Mädchen, die dringend Nahrungsmittel, medizinische
Versorgung und psychosoziale Betreuung benötigen.

„Das Schicksal Europas ist mit der Zukunft Afrikas eng verbunden. Die
humanitäre Hilfe Österreichs in Äthiopien, Südsudan und Tunesien
dient als Zeichen der Solidarität und ist eine wichtige Unterstützung
für notleidende Menschen in dem benachbarten Kontinent. Österreich
leistet damit einen Beitrag zur wichtigen Arbeit von Internationalen
Organisationen wie dem IKRK oder dem UNHCR“,

erklärt Vizekanzler Werner Kogler.

Von den 5 Million Euro gehen 2 Million Euro an das Internationale
Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und das Welternährungsprogramm (WFP)
in Äthiopien, 1 Million an das Amt für die Koordination humanitärer
Angelegenheiten der Vereinten Nationen (UN OCHA) in den Südsudan und
jeweils eine weitere Million an das Flüchtlingshochkommissariat der
Vereinten Nationen (UNHCR) und die Internationale
Migrationsorganisation (IOM) in Tunesien.

„Diese Länder sind seit Jahren von Naturkatastrophen, Hungersnöten,
kriegerischen Auseinandersetzungen und Fluchtbewegungen betroffen.
Die humanitäre Situation ist katastrophal, durch die Pandemie hat
sich die Lage weiter verschärft. Besonders am Horn von Afrika droht
die Gefahr eines Flächenbrandes, wenn es mit Hilfe der
internationalen Gemeinschaft nicht gelingt, die Lage in Äthiopien zu
stabilisieren“,

so Außenminister Alexander Schallenberg.

Der Beschluss der Bundesregierung erfolgt anlässlich des
Gipfeltreffens zwischen der EU und der Afrikanischen Union, bei dem
die Führungsspitzen Afrikas und Europas gestern und heute in Brüssel
zusammenkommen, um gemeinsame Prioritäten für die Zukunft
festzulegen.

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