• 11.02.2022, 12:38:34
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Verband Österreichischer Schweinebauern für umfassende Herkunftskennzeichnung

Aussagen von Gastronomie-Spartenobmann scharf kritisiert

Utl.: Aussagen von Gastronomie-Spartenobmann scharf kritisiert =

Wien (OTS) - Der Verband Österreichischer Schweinebauern (VÖS)
fordert die umfassende Umsetzung der Herkunftskennzeichnung für
Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung, für verarbeitete
Lebensmittel sowie in der Gastronomie. "Die ablehnende Haltung und
die Drohgebärden des Gastronomie-Spartenobmanns der
Wirtschaftskammer, Mario Pulker, sind skandalös."

Pulkers Aussagen, wonach es "der Sau relativ wurscht sein wird, ob
sie in Österreich oder Ungarn auf einem Spaltenboden steht", seien,
so der VÖS, eine "Verhöhnung der österreichischen Landwirtschaft und
gehen gegen den allgemeinen Trend zu mehr Nachhaltigkeit und
Regionalität. In Österreich werden Schweine auf Familienbetrieben
gehalten, das Futter kommt im Sinne der Kreislaufwirtschaft
überwiegend von den hofeigenen Ackerflächen und auch die Zucht ist in
bäuerlicher Hand. Das ist in den meisten europäischen Ländern
gänzlich anders".

Gesamte Wertschöpfungskette verantwortlich für mehr Tierwohl

Auch in Haltungsfragen befinde sich Österreich mitten in einer
nachhaltigen Weiterentwicklung zu mehr Tierwohl. Ein Beispiel sei der
Umstieg auf Bewegungsbuchten in der Sauenhaltung, wo Österreich in
Europa eine Vorreiterrolle einnehme. Der VÖS bekennt sich außerdem im
Rahmen einer umfassenden Tierwohlstrategie zu dem Ziel, bis 2030 den
Anteil an Schweinen aus Systemen mit besonders hohen
Tierwohlstandards zu vervierfachen.

"Dieser Umbau zu mehr Tierwohl in der Schweinehaltung kann aber
nur funktionieren, wenn alle Teilnehmer entlang der
Wertschöpfungskette Verantwortung übernehmen und die österreichische
Landwirtschaft unterstützen. Konsumentinnen und Konsumenten sollen
sich deshalb in Zukunft auch im Wirtshaus bewusst für
österreichisches Fleisch entscheiden können. Unsere heimischen
Wirtinnen und Wirte wurden im Rahmen der Corona-Pandemie zu Recht mit
Hilfspaketen gestützt. Nun ist es an der Zeit, dass sich die
Gastronomie solidarisch mit der krisengebeutelten Landwirtschaft
zeigt und die Blockade gegenüber einer umfassenden
Herkunftskennzeichnung einstellt", so VÖS-Geschäftsführer Michael
Klaffenböck.

Keine Versorgungsengpässe bei Schweinefleisch

Die Andeutung Pulkers, dass die Versorgungssicherheit auf dem
Spiel stünde, ist zurückzuweisen. "Ich kann versichern, dass der
heimischen Gastronomie ausreichend hochwertiges österreichisches
Schweinefleisch zur Verfügung steht", betont Johann Schlederer,
Geschäftsführer der Österreichischen Schweinebörse. "Fleisch darf
natürlich weiterhin importiert werden, aber das Unterjubeln von
anonymer ausländischer Ware im Wirtshaus muss ein Ende haben. Der
heftige Widerstand der Wirtevertreter bestätigt einmal mehr den sehr
hohen Anteil von billigem ausländischem Fleisch in der Gastronomie.
Wir wissen aber auch, dass viele Gastronomen bereits jetzt
erfolgreich auf österreichische Ware setzen." (Schluss)

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