- 13.01.2022, 10:24:19
- /
- OTS0062
Greenpeace: Kein Platz für fossiles Gas und Atomstrom in der EU-Taxonomie
Umweltschutzorganisation kritisiert EU-Kommissionsentwurf scharf - österreichische Regierung muss alle Mittel gegen Gas- und Atomstrom ausschöpfen
Utl.: Umweltschutzorganisation kritisiert EU-Kommissionsentwurf
scharf - österreichische Regierung muss alle Mittel gegen Gas-
und Atomstrom ausschöpfen =
Wien/Brüssel (OTS) - Anlässlich der Fristverlängerung zur Rückmeldung
der EU Mitgliedstaaten zum EU-Taxonomie-Entwurf kritisiert die
Umweltschutzorganisation Greenpeace den Greenwashing-Versuch der
Europäischen Kommission aufs Schärfste. Nachdem die EU-Kommission zum
Jahreswechsel den umstrittenen Entwurf der EU-Taxonomie
veröffentlicht hat, sind nun die Mitgliedstaaten an der Reihe. Bis
zum 21. Januar können sie ihr Feedback einmelden. Ursprünglich war
die Frist mit gestern, 12. Januar, ausgelaufen. Greenpeace
Hochrechnungen ergeben, dass der aktuelle Taxonomie-Entwurf es
ermöglichen wird, in den nächsten Jahrzehnten bis zu 560 Milliarden
Euro an Fördergeldern in die gefährliche Atomindustrie zu pumpen.
Damit wird riskiert, dass Geld für den Ausbau von erneuerbaren
Energieträgern wie Sonne und Wind fehlt. Tatsächlich müssen
Atomenergie und Gas sofort von dieser absurden Agenda genommen
werden. Umweltministerin Leonore Gewessler muss alle diplomatischen
und rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, diesem
Katastrophenvorschlag Einhalt zu gebieten.
“Es ist ein Skandal. Wichtige Klimaschutzförderungen sollen statt in
wirklich nachhaltige Technologien wie Sonne und Wind in die fossile
und atomare Vergangenheit gepumpt werden. Während sich die EU in der
Öffentlichkeit Klimaschutz auf die Fahnen heftet, wird gleichzeitig
der fossilen und atomaren Lobby der Hof gemacht. Dabei ist klar:
Jeder Cent, der heute in die Atom- und Gasindustrie investiert wird,
zementiert einen gefährlichen und klimaschädlichen Zukunftspfad für
Europa ein”, so Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei
Greenpeace in Österreich.
Erst heute betonte EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen, hinter
Atomenergie und Gas in der Taxonomie zu stehen. Die österreichische
Regierung leistet gegen diesen dreisten Versuch der EU-Kommission,
Atom und Gas einen grünen Deckmantel umzuhängen, Widerstand.
Klimaministerin Gewessler hat bereits angekündigt, Klage
einzureichen, sollte Atomkraft weiterhin als nachhaltig eingestuft
werden. “Die österreichische Regierung hat in den letzten Wochen
Kampfgeist bewiesen. Sie darf jetzt nicht nachlassen und muss nach
europäischen Verbündeten suchen, um diese Augenauswischerei zu
verhindern. Sollte die Kommission nicht zur Vernunft kommen, ist
Gewessler gefordert, rechtliche Schritte gegen die Aufnahme von Atom
und auch von klimaschädlichem Gas zu setzen“, so Duregger.
Die Aufnahme von Atomkraft und fossilem Gas in die grünen Fördertöpfe
torpediert das Versprechen der EU, die Wirtschaft bis 2050
klimaneutral zu gestalten. Fossiles Gas bleibt ein Brandbeschleuniger
für die Klimakrise. Methan - der Hauptbestandteil von fossilem Gas -
ist rund 80 Mal klimaschädlicher als CO2, wenn es bei Förderung oder
Transport direkt in die Atmosphäre gelangt. Bei der Produktion von
Atomenergie bleibt das Risiko gravierender Unfälle ständig bestehen,
wie die Beispiele Tschernobyl und Fukushima beweisen. Die Frage der
Endlagerung des giftigen Abfalls bleibt außerdem weiterhin ungeklärt.
Im Kampf gegen die Klimakrise ist die Nuklear-Technologie aber
ohnehin keine Lösung. Der Bau von Reaktoren dauert Jahrzehnte, ist
stark von staatlichen Subventionen abhängig, unrentabel und alles
andere als klimafreundlich. Über den ganzen Lebenszyklus betrachtet -
von Abbau und Aufbereitung des nötigen Urans und den Kraftwerksbau
über die Energiezufuhr bis hin zur Endlagerung - fallen erhebliche
Mengen klimaschädlicher Treibhausgase an. Weder Atomstrom, noch
fossiles Gas sind damit geeignete Mittel im Kampf gegen die
Klimakrise und haben in grünen Fördertöpfen nichts verloren.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP






