VIRUS zu Gewessler, Lobautunnel&Co: Absage an Autobahn-Mühlsteine mutiger Schritt in die Zukunft

Erste Evaluierung nach 11 Jahren leitet mit S1, S8 und S34 Ende der Alt-Betonzeit-Relikte ein

Wien (OTS) - Hoch erfreut zeigt sich die Umweltorganisation VIRUS davon, dass die Klimaschutzministerin Gewessler den klima- und umweltschädlichen Autobahnprojekten S1 Lobauautobahn, S8 und S34 eine klare Absage erteilt hat. Wolfgang Rehm „Seit Jahrzehnten zeigen wir auf, dass derartige Projekte nicht mehr gebaut werden können; nun hat die mutigste Verkehrsministerin der Republiksgeschichte, die Mühlstein-Autobahnprojekte abgesagt und damit Österreich, das bisher beim Klimaschutz versagt hat wieder eine Zukunft geöffnet.“

11 Jahre nachdem SPÖ-Verkehrsministerin Bures das Bauprogramm das letzte Mal überprüfen ließ hat wurde nun von Klimaschutzministerin Gewessler erneut eine Evaluierung vorgenommen. „Das war längst überfällig, stand, von vier Verkehrsministern unbearbeitet, im Regierungsprogramm 2013-2016 und wurde erst jetzt wieder aufgegriffen. Bures ließ 2010 die Asfinag selbst evaluieren, nun wurde offenbar mit deutlich höherem Anspruch unter Einbeziehung des hoch angesehenen Umweltbundesamtes und mit Blickwinkel auch auf Klimacheck und Bodenverbrauch vorgegangen“, so Rehm.

Dass die bekannt klimaschädlichen Vorhaben S1 Lobau-Autobahn, beinhaltend den Lobautunnel und S8 Marchfeld-Schnellstraße, die nicht zu Verkehrsentlastung führen bei einem ernsthaften Check durchfallen müssen, sei keine Überraschung. „Bei der mit europäischen Naturschutzrecht in Konflikt stehenden S8 haben wir soeben den Bescheid gekippt, müssen jetzt Alternativen beim öffentlichen Verkehr und beim niederrangigen Straßennetz geprüft werden und braucht es dafür auch keinen teuren Autobahnknoten mit der S1“, so Rehm. Auch beim der faktisch nicht hochrangigen S34 Traisental-Schnellstraße sei es sinnvoll dass Alternativen auf vielen Ebenen, vor allem beim öffentlichen Verkehr verfolgt werden. „Klar muss aber entgegen der Desinformation des Landes Niederösterreich sein, dass bei einer eine klima- natur- und bodenschonenden Vorgangsweise dabei nicht die jetzige S34 und keine Bundesschnellstraße herauskommen wird“, stellt Rehm klar.

Nachvollziehbar sei, dass sich die Bundesministerin bei der S1-Spange Seestadt nicht in die Niederungen der Wiener Stadtpolitik begeben wolle. „Wien hat den Baustopp bei der Seestadt Nord selbst verschuldet und unser Angebot, einer Bedingung im Bescheid auszuweichen, ausgeschlagen und bisher den Ausweg eines Änderungsverfahrens nicht einschlagen wollen, so Rehm. So lange sich die Stadtverantworlichen weiter auf ihrem Kurs einbetonieren, tragen sie ab nun allein die Verantwortung für das Weiterverfolgen der laut VIRUS kontraproduktiven Straßen Stadtstraße Aspern und der S1-Spange Seestadt. „Der Ball liegt nun bei Ludwig, Sima und Czernohorsky, die entscheiden müssen, ob sie weiter ihren Wohnbau selbst mit dem Festhalten an Betonprojekten sabotieren wollen oder sich aus dieser Zwangsvorstellung lösen können. Sie sollten der Weisheit von Ex-Bürgermeister Slavik, der die Gürtel und Wientalautobahnen abgesagt hat, folgen und endlich das Entwicklungsland Donaustadt klimafit machen und verkehrlich modernisieren“, so Rehm abschließend.

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Wolfgang Rehm, 0699/12419913, virus.umweltbureau@wuk.at

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