- 27.10.2021, 06:00:02
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Greenpeace-Studie: 80 Prozent der österreichischen Kurzstreckenflüge könnten schon jetzt mit der Bahn ersetzt werden
Neuer internationaler Report beleuchtet wie Kurzstreckenflüge durch Bahnverbindungen ersetzt werden können und zeigt Reduktionsmöglichkeit von jährlich 23,5 Mio. Tonnen CO2 auf
Utl.: Neuer internationaler Report beleuchtet wie Kurzstreckenflüge
durch Bahnverbindungen ersetzt werden können und zeigt
Reduktionsmöglichkeit von jährlich 23,5 Mio. Tonnen CO2 auf =
Brüssel/Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat
heute einen neuen Report veröffentlicht, der untersucht, wie viele
Kurzstreckenflüge in Europa durch Züge ersetzt werden können. Das
überraschende Ergebnis: für rund 30 Prozent aller Kurzstreckenflüge
gibt es Zugverbindungen unter sechs Stunden, für 18 Prozent gibt es
direkte Nachtzugverbindungen. Die Daten für Österreich sind noch
erfreulicher: hierzulande gibt es für 53 Prozent aller
Top-30-Kurzstreckenflüge innerhalb der EU direkte
Nachtzugverbindungen – ein absoluter Spitzenwert in Europa. Inklusive
einigen schnellen Tagzügen und Nachtzügen mit einmaligem Umsteigen
gibt es sogar für 80 Prozent aller österreichischen Kurzstreckenflüge
eine gute Bahnalternative. Greenpeace fordert ein europaweites Verbot
von Kurzstreckenflügen, wenn es eine Zugverbindung unter sechs
Stunden gibt, sowie Verbesserungen im europäischen Bahnverkehr – aus
österreichischer Perspektive sind vor allem bessere Zugverbindungen
nach Südosteuropa notwendig.
Der vom italienischen Institut OBC-Transeuropa erstellte Report
analysierte die Top150- Kurzstreckenflüge in der EU sowie die
Top250-Flüge in Europa (EU plus CH, UK, NOR). Zusätzlich wurden auch
die 30 wichtigsten österreichischen Flüge betrachtet. Ausgeklammert
wurden lediglich Flüge zu Inseln, die mit der Bahn nicht erreicht
werden können. Von den meistgenutzten Flugstrecken gibt es bei zehn
Prozent einen Zug unter vier Stunden und bei weiteren 19 Prozent
einen unter sechs Stunden. „Zusammen mit den direkten Nachtzügen
könnte in Europa also bereits jetzt bei fast der Hälfte aller
Kurzstrecken gemütlich auf die Bahn umgestiegen werden“, analysiert
Greenpeace Verkehrssprecher Herwig Schuster: „Wir fordern daher, dass
diese Flüge verboten werden.“ Für einen Komplettausstieg aus
Kurzstreckenflügen in Europa fordert Greenpeace jedoch auch
Verbesserungen bei der Bahn. „Die Bahn muss im Vergleich zum Flugzeug
deutlich billiger gemacht werden“, sagt Schuster, „und vor allem in
Ost- und Südosteuropa müssen die Züge deutlich schneller und öfter
fahren.“
Auf Basis der verfügbaren hervorragenden Bahnverbindungen in
Österreich fordert Greenpeace rasch ein Verbot aller Inlandsflüge
sowie der Flugverbindungen von Wien nach Prag, Budapest und München
aufgrund der schnellen Tagzüge. Darüber hinaus fordert Greenpeace die
Einstellung von Verbindungen mit sehr guten Nachtzugverbindungen,
darunter Wien nach Warschau, Berlin, Düsseldorf, Zürich, Venedig,
Hamburg und Frankfurt. Flüge nach Frankfurt sollten auch ab Linz und
Salzburg der Vergangenheit angehören.
Greenpeace hat die Daten des neuen Reports auch für eine Klimabilanz
genützt. „Ein Ersatz aller Top-250-Kurzstreckenflüge in Europa durch
Züge würde eine jährliche CO2-Einsparung von rund 23,5 Millionen
Tonnen pro Jahr bringen. Das entspricht den jährlichen CO2-Emissionen
von ganz Kroatien“, sagt Schuster. In Österreich könnte man mit einem
Verzicht auf die 30 meistgenutzten Flüge unter 1500 Kilometer 1,6
Millionen Tonnen CO2 jährlich einsparen. Europaweit würde allein der
Verzicht auf Flüge, für die es einen Zug unter sechs Stunden gibt,
über fünf Millionen Tonnen einsparen. In Europa haben Züge im
Durchschnitt eine fünfmal bessere Klimabilanz als Flugzeuge pro
Personenkilometer. In Österreich sind Züge aufgrund der
Grünstrom-Verwendung durch die ÖBB sogar noch deutlich
klimafreundlicher als im EU-Schnitt.
Unter diesem Link finden Sie den Report, eine deutschsprachige
Zusammenfassung sowie die Ergebnisse für Österreich:
https://act.gp/zug-vs-flug
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