- 05.10.2021, 12:24:55
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- OTS0132
Alarmstimmung bei den österreichischen Eierproduzenten
Kosten explodieren - Existenz vieler Familienbetriebe gefährdet
Utl.: Kosten explodieren - Existenz vieler Familienbetriebe
gefährdet =
Wien (OTS) - "Die österreichischen Eierproduzenten setzen auf
Tierwohl, Regionalität und Nachhaltigkeit. Die Corona-Krise machte
auch den Eiererzeugern schwer zu schaffen, trotzdem war in jeder
Situation die Versorgungssicherheit in unserem Land gegeben. Nun wird
aber seit Monaten die Existenzgrundlage der Legehennenhalter durch
die steigenden Futterpreise gefährdet - dies betrifft vor allem die
klimafreundliche und gentechnikfreie europäische Sojabohne. Jetzt
sind Solidarität und Fairness des Handels gefragt: Lassen wir die
Landwirte, die hinter dem 'Österreichpaket' stehen, nicht im Stich."
Diesen Appell richteten heute die Österreichische Frischeier
Erzeugergemeinschaft (EZG Frischei) und die Zentrale
Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG)
anlässlich des bevorstehenden Welteitages (8. Oktober) an den Handel
und an die Konsumenten.
Die österreichischen Eierproduzenten haben noch immer mit den
Folgen der COVID-Pandemie zu kämpfen, zudem bedrohen die seit Monaten
steigenden Futterpreise zunehmend die Existenzen der bäuerlichen
Familienbetriebe. Die Produzentenpreise hingegen sind jahrelang
gleich geblieben. "Eine adäquate Anhebung der Erzeugerpreise ist
dringend notwendig, um auch in Zukunft das gentechnikfrei und
klimafreundlich erzeugte österreichische Frühstücksei genießen zu
können", mahnen EZG Frischei und ZAG.
Qualität gibt es nicht zum Nulltarif
"Die heimischen Eierproduzenten sind Vorreiter in Sachen
artgerechte Tierhaltung, gentechnikfreie Fütterung,
Lebensmittelsicherheit, Qualität sowie transparente Herkunft. Sie
erzeugen Frischeier höchster Qualität zu einem leistbaren Preis. Der
Selbstversorgungsgrad steigt seit der Umsetzung des Käfigverbots
kontinuierlich an. Das bedeutet für die Konsumenten Sicherheit bei
der Lebensmittelversorgung. Außerdem zeigt es, dass die
Eierproduzenten voll und ganz hinter dem 'Österreichpaket für
Tierschutz, Nachhaltigkeit, Regionalität und Sicherheit' stehen.
Diese Leistungen werden aber nicht honoriert: Offizielle
AMA-Preismeldungen weisen bei Bodenhaltungseiern für 2020 sogar eine
Preisreduktion von 8% im Vergleich zu 2010 aus", gibt EZG-Obmann
Franz Kirchweger zu bedenken.
Preisverfall statt Wertschätzung
"Die gentechnikfreie Fütterung der Hennen, und hier vor allem
europäisches Soja aus dem Donauraum, macht die österreichische
Eiproduktion zur klimafreundlichsten Europas. Doch die Preisdifferenz
zwischen gentechnisch verändertem und gentechnikfreiem Soja steigt
seit vielen Jahren stark an. Aber statt den Landwirten diese
Preisdifferenz auch abzugelten, wurden im Handel vermehrt Eier zu
Aktionspreisen angeboten. Preisverfall statt Wertschätzung - so sieht
eine faire Partnerschaft nicht aus", kritisiert ZAG-Obmann Franz
Karlhuber.
Verantwortung übernehmen -Adäquate Preisanpassung umsetzen
"Die Landwirte identifizieren sich mit den hohen Standards und
erzeugen gerne hochwertige Lebensmittel für die Konsumenten. Doch
erfolgt jetzt keine reale Preisanpassung an die tatsächlichen
Produktionskosten bei Eiern, dann verlieren viele heimische
Familienbetriebe ihre wirtschaftliche Existenzgrundlage", warnt
Kirchweger.
"Österreichs Eierbauern setzen nun auf die Fairness und
Verantwortung des Handels sowie auf die volle Wertschätzung der von
ihnen erbrachten Leistungen, die sich auch im Preis widerspiegeln
muss. Verantwortung zu übernehmen heißt in diesem Fall, nicht nur
eine teilweise Abgeltung einzelner Futterkomponenten an die Landwirte
vorzunehmen, sondern den gesamten Mehraufwand, der durch den Einsatz
des Donau-Soja-Futters entsteht. Denn dieser kommt letztendlich über
den Klimaschutz auch jedem einzelnen Konsumenten zugute", so
Kirchweger. Die österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten seien
bereit, einen nachvollziehbaren Mehrpreis für ein hochwertiges
regionales Lebensmittel zu bezahlen und damit Familienbetriebe in
Österreich am Leben zu erhalten.
Karlhuber richtet eine klare Botschaft an den Handel: "Es ist für
uns selbstverständlich, dass die Eierproduzenten die Versorgung mit
hochwertigen Lebensmitteln sichern. Genauso selbstverständlich muss
eine faire Abgeltung aller Kostenfaktoren sein, denn das
'Österreichpaket für Tierschutz, Nachhaltigkeit, Regionalität und
Sicherheit' gibt es nicht zum Nulltarif." (Schluss)
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