• 23.09.2021, 11:00:42
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Blümel präsentiert nationale Finanzbildungsstrategie: „Mein Geld, mein Leben, meine Entscheidung – ich bin mir sicher“

Finanzminister Blümel und Nicola Brandt, Leiterin des OECD Berlin Centre, zu den Zielen der Strategie inklusive Aktionsplan bis 2026

Utl.: Finanzminister Blümel und Nicola Brandt, Leiterin des OECD
Berlin Centre, zu den Zielen der Strategie inklusive
Aktionsplan bis 2026 =

Wien (OTS) - „Finanzbildung ist längst nicht nur Thema für Banken und
Versicherungen, sondern wird auch für die Bürgerinnen und Bürger eine
immer größere Rolle spielen. Nicht zuletzt durch die zahlreichen
Covid-Hilfen sind viele Menschen in Österreich unmittelbar mit
Finanz- und Wirtschaftsthemen konfrontiert worden. Finanzbildung ist
vor allem auch Altersvorsorge. In Zeiten von Niedrigzinsen ist es
wichtig, sich mit Finanzthemen auseinanderzusetzen. Die Bürgerinnen
und Bürger sollen in der Lage sein, bewusste finanzielle
Entscheidungen zu treffen und müssen Chancen und Risiken selbst
einschätzen können. Konkret präsentieren wir heute Österreichs
Finanzbildungsstrategie, die den Slogan trägt: `Mein Geld, mein
Leben, meine Entscheidung – ich bin mir sicher´. Wir untermauern so
unser erklärtes Ziel, Österreich finanzfitter zu machen“, so
Finanzminister Gernot Blümel.

„Finanzbildung geht uns alle an, sie betrifft uns alle und sie trägt
zu unser aller Wohlbefinden bei. Wir müssen bei den Österreicherinnen
und Österreichern das Bewusstsein für Themen zu Finanzen,
Kapitalmarkt, Vermögensaufbau und nachhaltige Finanzplanung stärken.
Mit diesem Wissen ausgestattet, ist eine verantwortungsvollere und
selbstbestimmtere Teilnahme am wirtschaftlichen Leben möglich“,
betont Blümel: „Mit dieser Strategie setzen wir in den kommenden 5
Jahren wichtige Schritte, die der gesamten Bevölkerung zugutekommen
sollen.“

„Die Zusammenarbeit mit Österreich zur Erarbeitung einer kohärenten
Finanzbildungsstrategie mit allen gesellschaftlichen Akteuren war
wahre Pionierarbeit. Es war uns eine Freude, mit unserem
internationalen Netzwerk für Finanzbildung, unseren Daten und
Analysen Österreich beizutragen. Das Projekt macht bereits Schule:
Griechenland, Polen und Portugal stehen schon in den Startlöchern um
ebenfalls mit der OECD eine ähnliche Finanzbildungsstrategie
auszuarbeiten“, so Nicola Brandt, Leiterin des OECD Berlin Centers.

„Diese Strategie wird den Bürgerinnen und Bürgern helfen, diese
schwierigen Zeiten erfolgreicher zu bewältigen und den Grundstein für
eine solide und nachhaltige finanzielle Zukunft zu legen. Dies wird
allen Bürgerinnen und Bürgern und der Wirtschaft Österreichs
zugutekommen“, so OECD-Generalsekretär Mathias Cormann in seiner
Videobotschaft.

Übergeordnete Ziele und Aktionsplan bis 2026

Die Finanzbildungsstrategie fokussiert sich auf vier übergeordnete
Ziele: Erstens die frühzeitige Entwicklung von Grundlagen, um solide
finanzielle Entscheidungen treffen zu können und eine Überschuldung
zu verhindern, zweitens die Förderung einer verantwortungsvollen
Finanzplanung für ein langfristiges finanzielles Wohlergehen,
drittens die Sensibilisierung für die Bedeutung von Finanzbildung und
Sicherstellung des Zugangs zu qualitativ hochwertiger Finanzbildung
für alle Bürgerinnen und Bürger und viertens die Steigerung der
Effektivität von Initiativen zur Förderung der Finanzkompetenz durch
Dialog, Koordinierung und Evaluierung.

„Die Finanzwelt ist komplex und hat eine eigene Sprache. Unser Ziel
ist es, dass Menschen diese zu verstehen lernen und so besser
gerüstet sind, um Entscheidungen rund um ihre Finanzen zu treffen.
Ich begrüße diese österreichische Initiative sehr als Teil unserer
breiter angelegten Bemühungen auf EU-Ebene, die Finanzkompetenz zu
erhöhen“, so EU Kommissarin Mairead McGuinness.

“Die Europäische Kommission unterstützt Mitgliedstaaten bei der
Durchführung wachstumsfördernder Reformen zum Aufbau einer grüneren,
digitaleren und gerechteren Wirtschaft. Heute begrüßen wir den Start
der nationalen Strategie für Finanzbildung in Österreich. Die
Förderung der Finanzbildung in der gesamten EU ist von größter
Bedeutung. Wir arbeiten mit der österreichischen Regierung zusammen,
um das Bewusstsein für diese wichtige Lebenskompetenz bei
Jugendlichen, Erwachsenen und Unternehmen zu schärfen und sie beim
Aufbau eines verantwortungsvollen Finanzverhaltens zu unterstützen“,
so Mario Nava, Generaldirektor DG REFORM, Europäische Kommission in
seinem Videostatement.

Finanzbildungsportal und Finanzkompetenz-Check

Eine konkrete Maßnahme die aus dem Aktionsplan der Strategie
hervorgeht ist die Etablierung eines Finanzbildungsportals, welches
als „One-Stop-Shop“ für Informationen rund um das Thema Finanzbildung
dienen soll. „In Österreich gibt es bereits zahlreiche gute
Initiativen und Informationen zu diesem Thema. Mit dem neuen
Finanzbildungsportal soll all das für die Bürgerinnen und Bürger
zusammengeführt werden. Zur Überprüfung des erworbenen Wissens wird
das Portal auch die Möglichkeit zur Absolvierung eines nationalen
Finanzführerscheins bieten, der vor allem persönliche Orientierung
sein wird. Zudem kann dieser Nachweis auch eine Zusatzqualifikation
bei Bewerbungsprozessen sein“, erklärt Blümel.

Koordinierungs- und Kooperationsgremium Finanzbildung

Zur Abwicklung, Koordinierung und Kooperation der nationalen
Finanzbildungsstrategie wird ein Koordinierungs- und
Kooperationsgremium Finanzbildung gegründet. An der Spitze des
Gremiums steht der Finanzbildungsrat bestehend aus Vertretern des
Finanzministeriums, des Bildungsministeriums, des
Konsumentenschutzministeriums, der Oesterreichischen Nationalbank
sowie potenzielle Vertreter des gesamten privaten Sektors/NGOs. Eine
Vielzahl an nationalen Stakeholdern werden im Zuge des
Koordinierungs- und Kooperationsgremiums gemeinsam am Thema
Finanzbildung arbeiten und damit die Umsetzung der Strategie
unterstützen und vorantreiben.

Evaluierung nach fünf Jahren

„2026 wird es eine erste Evaluierung der bis dahin erreichten Ziele
geben. Klar ist, dass uns dieses Thema auch über diesen Zeithorizont
hinaus, begleiten wird“, so Österreichs Finanzminister abschließend.

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