- 16.09.2021, 06:00:02
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Greenpeace & Fridays For Future fordern klare Kriterien und Transparenz für Straßenbau-Evaluierung
Kllimaschützer:innen warnen vor mangelhaft geplanten Megaprojekten wie Lobau-Autobahn - Fordern von Bürgermeister Ludwig auch Neu-Evaluierung der Stadtautobahn
Utl.: Kllimaschützer:innen warnen vor mangelhaft geplanten
Megaprojekten wie Lobau-Autobahn - Fordern von Bürgermeister
Ludwig auch Neu-Evaluierung der Stadtautobahn =
Wien (OTS) - Anlässlich der angekündigten Evaluierung von Autobahn-
und Straßenbauprojekten wie der Lobau-Autobahn legt die
Umweltorganisation Greenpeace gemeinsam mit Fridays For Future Wien
einen umfassenden Forderungskatalog für die Neu-Bewertung der
Projekte vor. Die Kriterien müssen hinsichtlich der dramatisch
fortschreitenden Natur- und Klimazerstörung streng und
wissenschaftlich fundiert sein, so die Umwelt- und
Klimaschützer:innen. Die Lage könnte nicht ernster sein: Die
klimaschädlichen Verkehrsemissionen sind bis zum Jahr 2019 um rund
75% im Vergleich zu 1990 gestiegen. Jeden Tag werden zudem 12
Fußballfelder an wertvoller Fläche verbraucht. Längst ist hinreichend
belegt, dass der Bau neuer Autobahnen weder beim Verkehr noch für das
Klima eine Entlastung bringt. Im Gegenteil: Die Abhängigkeit der
Menschen vom Auto wird weiter verschärft, der Anstieg der
Treibhausgase explodiert und die Naturzerstörung wird vorangetrieben.
Eine jüngste Studie von Greenpeace berechnet, dass alleine durch die
jetzt in Planung befindlichen Straßenbauprojekte der ASFINAG die
klimaschädlichen Gase in Österreich um 375.000 Tonnen pro Jahr
zunehmen. Außerdem werden jährlich 9 Quadratkilometer an Fläche
asphaltiert oder versiegelt - das entspricht der Fläche des 16.
Wiener Gemeindebezirks Ottakring.
“Die von Klimaministerin Leonore Gewessler initiierte Überprüfung der
Straßenbauprojekte der ASFINAG kann ein Wendepunkt in der Verkehrs-
und Klimapolitik in Österreich sein. Die Evaluierung muss aber
transparent und wissenschaftlich fundiert ablaufen. Viele der
geplanten Bauprojekte beruhen auf veralteten Annahmen und werden den
Anforderungen unsere Zeit nicht mehr gerecht. Klimaschutz und
Bodenverbrauch haben bei der damaligen Planung noch überhaupt keine
Rolle gespielt. Ein untragbarer Missstand in Zeiten der eskalierenden
Klima- und Umweltkrise”, warnt Jasmin Duregger, Klimaexpertin bei
Greenpeace in Österreich.
“Mit der Neu-Evaluierung müssen die Straßenprojekte umfassend auf
ihre Zukunftstauglichkeit und ihre ökologischen Auswirkungen geprüft
werden. Dabei müssen harte wissenschaftliche Kriterien den Maßstab
der Bewertung liefern und nicht politische Machtverhältnisse. Es
braucht einen transparenten und offenen Prozess, bei dem Stimmen aus
der Wissenschaft mehr Gehör finden, als zukunftsvergessene
Betonierer”, so Emilia Wess von Fridays for Future Wien.
Der Forderungskatalog von Greenpeace und Fridays for Future umfasst
sieben zentrale Punkte, die einen fundierten Mindestmaßstab für eine
realistische Einschätzung des Gefahrenpotentials der Projekte
liefern. Im Zentrum stehen eine umfassende Klimabilanz, aktualisierte
Verkehrsprognosen und die Minimierung der Bodenversiegelung. Basis
dafür sind die klima- und umweltpolitischen Ziele und Verpflichtung
Österreichs. Aber auch die Auswirkungen auf die wertvolle Ressource
Wasser sowie die Tier- und Pflanzenwelt müssen berücksichtigt werden.
Der Prozess muss außerdem eine echte Alternativenprüfung beinhalten.
Dabei müssen öffentliche Verkehrsmittel als Weg zur
Verkehrsentlastung im Zentrum stehen. Nicht zuletzt muss die
Beurteilung transparent und für die Öffentlichkeit nachvollziehbar
sein. Greenpeace und Fridays for Future fordern das Klimaministerium
auf, die geforderten Punkte in den Prüfprozess einzubinden und die
Öffentlichkeit regelmäßig über den Fortschritt zu informieren.
Dabei ist nicht nur das Klimaministerium gefragt. Auch lokale
Straßenbauprojekte wie das Mega-Projekt der Stadtautobahn Wien müssen
nach neuen, ökologisch umfassenden Kriterien geprüft werden. Seit
Wochen macht die Klimabewegung mit Protesten rund um die
Stadtautobahn und mit Baustellen-Blockaden auf die drohenden
Auswirkungen durch den Bau der Straße als Teilstück der
Lobau-Autobahn aufmerksam, während Bürgermeister Michael Ludwig die
Umwelt- und Klimaproblematiken unter den Teppich kehrt und mit
haltlosen Anschuldigungen reagiert.
“Bürgermeister Michael Ludwig muss seine Blockadehaltung gegen die
Klima- und Umweltschutzbewegung aufgeben, einen echten Dialog mit der
Bewegung suchen und die Stadtautobahn einer ökologisch-umfassenden
Neubewertung unterziehen”, so Jasmin Duregger.
“Seit Wochen setzen wir mit dem Protestcamp für die Lobau ein Zeichen
gegen die Betonpolitik von Bund und Stadt Wien. Anstatt die Bewegung
klein zu reden, muss Bürgermeister Ludwig die Zeichen der Zeit
erkennen und endlich Verkehrspolitik machen, die mit den Pariser
Klimazielen und einer menschengerechten Zukunft vereinbar ist”, so
Emilia Wess.
Zum Kriterienkatalog:
https://act.gp/Forderungskatalog-Autbahnprojekte
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