• 02.09.2021, 10:40:32
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  • OTS0087

„Gefährlicher Mix“ 2: Alle Wiener Spitäler von Problemen betroffen

Pandemie hat Negativentwicklung beschleunigt – Szekeres: „Zeit und Druck werden immer größer“

Utl.: Pandemie hat Negativentwicklung beschleunigt – Szekeres: „Zeit
und Druck werden immer größer“ =

Wien (OTS) - „Wir haben in ganz Wien mit unserer Umfrage in allen
Wiener Spitälern ein ähnliches Bild skizziert bekommen“, kommentiert
Gerald Gingold, Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte
der Ärztekammer für Wien, die Ergebnisse der Medizinischen
Universität Wien. „Unsere Kolleginnen und Kollegen sind extrem
überlastet und die Pandemie hat diese Entwicklungen nur verstärkt und
beschleunigt.“ ****

In der Umfrage vom April 2021 gab mehr als die Hälfte (53 Prozent)
an, sie fühlen sich „oft“ oder „sehr oft“ emotional erschöpft, fast
ident hoch (52 Prozent) war die Zahl bei körperlicher Erschöpfung.
Mehr als ein Viertel (29 Prozent) fühlte sich „oft“ oder „sehr oft“
im Job allein gelassen, knapp ein Viertel (23 Prozent) fühlt sich
geschwächt oder anfällig, selbst krank zu werden. Mehr als die Hälfte
hat schon einmal daran gedacht, an einem Burnout zu leiden, 14
Prozent empfanden dies sogar als „oft“ oder „sehr oft“.

Auf die Frage, welche Aspekte die meiste Überlastung herbeiführen
würden, nannten damals 82 Prozent den hohen bürokratischen Aufwand,
78 Prozent den Personalmangel, 77 Prozent die psychische Belastung
und 53 Prozent die Ressourcenknappheit als „sehr“ oder „eher
belastend“.

Mehr als die Hälfte (54 Prozent) hat auch zumindest einmal darüber
nachgedacht, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, 31
Prozent haben eine solche bereits in Anspruch genommen. „Ich gehe auf
Basis der Umfrage der Medizinischen Universität Wien davon aus, dass
diese Zahlen inzwischen nicht besser geworden sind“, so Gingold, der
ebenfalls ein „rasches“ Handeln seitens der Arbeitgeber und der
politisch Verantwortlichen fordert.

Gemeinsames Maßnahmenpaket gefordert

Sowohl die Ärztekammer als auch der Betriebsrat der Medizinischen
Universität Wien fordern daher ein umfassendes Maßnahmenpaket mit
fünf konkreten Forderungen, um so die Situation in den Wiener
Spitälern „eiligst“ zu verbessern:

- „Wir fordern eine Attraktivierung der Arbeitsbedingungen. Dazu
gehören unter anderem flexiblere und individuelle Arbeitszeiten,
bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten sowie eine marktgerechte
Anpassung und damit eine einhergehende Erhöhung der Gehälter.

- Wir fordern mehr medizinisches Personal, damit wir wieder mehr
Zeit für die Patientenbetreuung und im Fall der Medizinischen
Universität Wien auch mehr Zeit für Lehre und Forschung zur Verfügung
haben.

- Wir fordern mehr Investitionen in die Infrastruktur, damit wir
eine Arbeit entsprechend dem neuesten Stand der Wissenschaft
verrichten können. Wir brauchen bessere EDV-Ressourcen und mehr
beziehungsweise besser ausgestattete Räume zum Arbeiten.

- Wir fordern mehr Zeit für Ausbildung, damit sowohl Ausbildende
als auch Auszubildende mehr Zeit füreinander haben und damit der
bestmögliche Wissenstransfer ermöglicht wird.

- Wir benötigen mehr qualifiziertes Unterstützungspersonal, damit
wir uns auf die Medizin konzentrieren und den hohen bürokratischen
Aufwand vermindern können.“

Szekeres ergänzt das Forderungspaket mit einem konkreten Appell an
Arbeitgeber und politisch Verantwortliche: „Ich fordere alle
Beteiligten auf, raschest alle notwendigen Prozesse und Maßnahmen zur
Verbesserung der Arbeitssituation unserer Kolleginnen und Kollegen in
den Spitälern einzuleiten. Wir haben immer weniger Zeit und der Druck
wird immer größer.“ Die Pandemie sei ebenfalls noch nicht vorbei, und
„der Herbst sowie Winter werden hart, deswegen sollte man keine Zeit
verlieren“. (ast)

(Schluss)

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