- 13.07.2021, 10:01:30
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Öffnung der Hotellerie führt zu raschem Anstieg der Nächtigungen von Inländern im Juni 2021
Wien (OTS) - Die auf Basis von Zahlungsdienstleistungsanbietern
erhobenen Ausgaben im Reiseverkehr zeigen bereits im Juni eine
deutliche Zunahme der Umsätze in der Hotellerie. Diese geht vor allem
auf die Ausgaben von inländischen Gästen zurück, aber auch
ausländische Gäste frequentierten vermehrt Österreichs
Tourismusbetriebe. Umgelegt auf die Übernachtungen im Juni – diese
werden von Statistik Austria erst Ende Juli in einer Erstabschätzung
veröffentlicht – schätzt die OeNB, dass im Vergleich zum Vorjahr bzw.
zum Jahr 2019 die Übernachtungen von Inländern um 27 % gestiegen bzw.
3 % gefallen, jene der Gäste aus dem Ausland um 58 % gestiegen bzw.
61 % gefallen sind. Die gesamten Übernachtungen im Juni verzeichnen
den Schätzungen zufolge im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 42
%; im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 kam es jedoch zu einem
erheblichen Rückgang von 41 %.
Obwohl die Infektionszahlen in Europa und den USA in den letzten
Wochen rückläufig waren (1), bestätigen die Umsätze der
Zahlungskartendienstleister, dass der internationale Tourismus
weiterhin stark unter den Folgen der COVID-19-Pandemie leidet.
Hierbei zeigen sich große Unterschiede bei den internationalen
Tourismusströmen. Während die Ausgaben von Urlaubern aus Deutschland
– dem wichtigsten Herkunftsland für den österreichischen Tourismus –
im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 in den letzten Wochen im
Durchschnitt ein kleines Plus verzeichnen konnten, und die Ausgaben
von Schweizer Gästen deutlich zunahmen, liegen die Rückgänge
gegenüber den anderen kontinentaleuropäischen Ländern zwischen einem
Viertel und der Hälfte. Gegenüber Herkunftsländern aus Übersee steigt
der Rückgang auf rund zwei Drittel (USA) bis hin zu einem weiterhin
bestehenden Totalausfall (China).
Starke Auslastung der Hotellerie zu Pfingsten
Die Ausgaben von inländischen und ausländischen Gästen in Österreich
zeigen, dass von Inländern bereits ab Anfang März Vorreservierungen
und Anzahlungen getätigt wurden, und ein sanfter Anstieg der Ausgaben
verzeichnet werden konnte; im Falle von ausländischen Gästen war dies
aber erst Anfang Mai bemerkbar. Mit der Öffnung der Gastronomie und
Hotellerie in der Pfingstwoche (Kalenderwoche 20, 17. bis 23. Mai
2021) kam es zu einem sprunghaften Anstieg der Umsätze: Die Ausgaben
von Inländern legten im Vergleich zur Vorkrisenwoche im Jahr 2019 um
über 50 % zu und lagen somit auf dem Niveau vom Sommer 2020 – die
Erholung erfolgte somit ungleich schneller als 2020. In den
darauffolgenden Wochen reduzierte sich der Zuwachs auf Werte von rund
+25 %, womit die Ausgaben weiterhin über jenen vom Juni 2020 liegen.
Die Rückgänge von Ausgaben ausländischer Gäste reduzierten sich in
der Pfingstwoche von rund – 90 % auf rund –80 % und in der Folgewoche
auf rund –50 %, vor allem getrieben durch hohe Ausgaben von deutschen
Gästen. In der Kalenderwoche 26 (28. Juni bis 4. Juli) kam es zu
einem weiteren spürbaren Anstieg (im Vergleich zur vorangehenden
Woche) sowohl der Urlauber aus dem Inland (+56 %) als auch aus dem
Ausland (–31 %).
Starker Anstieg von Urlaubern aus Deutschland
Auf Basis der Daten eines Zahlungskartenanbieters können die
Entwicklungen nach Herkunftsland nachvollzogen werden (2). Die
länderweise Aufteilung zeigt, dass die Ausgaben von deutschen Gästen
sogar über dem Niveau des Vorkrisenjahrs 2019 liegen und in der
Kalenderwoche 26 nochmals deutlich angestiegen sind (3). Auch die
Ausgaben von Schweizer Urlaubern nahmen zuletzt zu. Ausgaben anderer
wichtiger Herkunftsländer sind – trotz ebenso starker Verbesserungen
in der Kalenderwoche 26 – aber nach wie vor deutlich schwächer als
2019: Italien: –48 %, Niederlande: –18 % und Tschechien: –32 %. Die
Verluste gegenüber weiter entfernten Herkunftsländern sind nach wie
vor beträchtlich: Vereinigtes Königreich: –52 %, USA: –64 % und China
–95 %.
Prognose der Übernachtungen im Juni: Anstieg von über 40 % gegenüber
2020, aber Verluste von über 40 % gegenüber 2019
Die bis zur Kalenderwoche 26 vorliegenden Kreditkartenumsatzdaten
können verwendet werden, um die Anzahl der Nächtigungen für den Juni
zu schätzen. Diese werden erst Ende Juli von Statistik Austria
veröffentlicht. Aufgrund des Lockdowns im Frühjahr 2020 werden die
Übernachtungen sowohl mit dem Vorjahr 2020 als auch mit dem Niveau
vor der COVID-19-Pandemie verglichen. Die OeNB erwartet für die
Gesamtzahl der Übernachtungen einen Anstieg von 42 % im Vergleich zum
Vorjahr; dieser korrespondiert jedoch mit einem Rückgang im Vergleich
zum Jahr 2019 von 41 %.
Aktuelle Ausarbeitung der OeNB zu den wirtschaftlichen Folgen der
COVID-19-Pandemie: https://www.oenb.at/Publikationen/corona.html
(1) Vereinigtes Königreich, Spanien und Portugal stellen aufgrund der
Ausbreitung der Delta-Variante derzeit eine Ausnahme dar.
(2) Die Ergebnisse im Aggregat unterscheiden sich geringfügig von
jenen in der Abbildung, da dort die aggregierten Daten von zwei
Zahlungsdiensteanbietern dargestellt sind.
(3) Gerade im Fall von deutschen Touristinnen und Touristen zeigt
sich, dass es eine deutliche Verschiebung zu unbaren Zahlungen
gegeben hat. Somit ging im Jahr 2020 ein Umsatzanstieg von rund 20 %
mit einer Nächtigungsstagnation einher.
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