• 14.05.2021, 12:35:02
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Paul-Watzlawick Ehrenpreis der Ärztekammer für Wien geht posthum an Rudolf Burger

„Ein störrischer Mensch und dennoch ein großartiger Zuhörer“ - Hommage an einen radikalen Denker

Utl.: „Ein störrischer Mensch und dennoch ein großartiger Zuhörer“ -
Hommage an einen radikalen Denker =

Wien (OTS) - Er war ein Querdenker im wörtlichen Sinn – unabhängig,
radikal in der Analyse und glasklar in seinen Formulierungen. Rudolf
Burger zählte zu den bedeutendsten österreichischen Denkern der
Gegenwart und war gleichzeitig ein herausragender Lehrer und
Vermittler. Heute, Freitag, wurde er posthum mit dem
Paul-Watzlawick-Ehrenpreis geehrt. ****

Rudolf Burger ist wenige Tage, nachdem er erfahren hat, dass er
den Preis erhalten wird, verstorben. „Wir trauern um ihn“, so Erhard
Busek, der als Wissenschaftsminister auch beruflich viel mit Burger
zu tun hatte, anlässlich der Überreichung der Ehrenurkunde –
stellvertretend – an die Tochter und den Sohn von Burger.

„Burger war ein störrischer Mensch und dennoch ein großartiger
Zuhörer, ein Naturwissenschafter, der sich erst spät der Philosophie
zugewandt und vielleicht gerade deshalb alles hinterfragt hat, was
aktueller Trend und Mode war“, ergänzt der Präsident der Ärztekammer
für Wien, Thomas Szekeres. Sein Essay über das „Vergessen müssen“,
der viel mediales Echo ausgelöst hat, sei ein eindrucksvolles
Beispiel dafür.

Im Unterschied zum Ehrenring verleiht die Ärztekammer ihren
Ehrenpreis – eine Auszeichnung für das Lebenswerk einer
Persönlichkeit - nur selten, und dann an Menschen, die in ihrem Leben
das disziplinübergreifende und radikal konstruktivistische Weltbild
des Paul Watzlawick angenommen, verändert oder sich damit befasst
haben sowie über den Rand der eigenen Disziplin hinaus denken,
unterschiedliche Disziplinen miteinander vernetzen und verzahnen. Die
Ärztekammer will damit bewusst auch gesellschaftspolitische Signale
senden, die über die bloße Interessenvertretung hinausgehen.

Rudolf Burger ist nach Ágnes Heller erst die zweite
Persönlichkeit, die den Ehrenpreis für sein Lebenswerk erhält. Beide
verbindet der Mut zum Anderssein, das Bekenntnis zur Demokratie und
zum denkenden, kritischen Menschen. „Beide waren große Humanisten“,
betont Elisabeth J. Nöstlinger-Jochum, Vorsitzende der Jury des Paul
Watzlawick Ehrenpreises.

Die Überreichung fand im kleinen Kreis in den Räumlichkeiten der
Ärztekammer statt. „Unser Vater hat sich sehr über die Nachricht
gefreut, dass er mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet wird. Ich wünschte,
er selbst hätte die Auszeichnung in die Hände nehmen können. Wir
werden diese Urkunde ehren und bedanken uns stellvertretend für
unseren Vater“, so sein Sohn Richard Burger. (hpp)

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