- 28.04.2021, 10:40:07
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AWG-Novelle: Greenpeace begrüßt Mehrweggebot für alle Supermärkte
Umweltorganisation fordert rasche Erhöhung der Quote sowie Pfandsystem für alle Flaschen und Dosen
Utl.: Umweltorganisation fordert rasche Erhöhung der Quote sowie
Pfandsystem für alle Flaschen und Dosen =
Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßt, dass im
heute veröffentlichten Entwurf der Novelle des
Abfallwirtschaftsgesetzes verpflichtende Mehrweg-Quoten für alle
Supermärkte und fast alle Getränkearten vorgesehen sind. Damit wird
ein wichtiger Grundstein zur Verpackungsmüllreduktion gelegt.
Besonders positiv sei, dass nun auch die Diskonter Mehrweg anbieten
müssen - bisher hatten sie ausschließlich Einwegflaschen und Dosen in
den Regalen. Greenpeace kritisiert jedoch, dass die vorgesehenen
Mehrwegquoten - beispielsweise 10 Prozent bei Säften, Limonaden und
Milch - zu niedrig seien. Auch dass die Quoten erst ab 2024 gelten,
sei zu weit entfernt. Um die Verpackungsberge in Österreich zu
schrumpfen, müsse der Handel jetzt aktiv werden und den Mehrweganteil
rasch wieder auf das 80 Prozent-Niveau der 1990er Jahre steigern.
Auch ein Pfandsystem müsse noch diesen Sommer eingeführt werden, da
sonst die von der EU-vorgeschriebenen Sammelquoten von 90 Prozent der
Einwegplastikflaschen nicht erfüllt werden können, fordert
Greenpeace.
“Das Mehrweggebot ist ein wichtiger Schritt um die Plastiklawine in
Österreichs Supermärkten einzudämmen, denn künftig sollen alle
Supermärkte in Österreich ihre Getränke auch in wiederverwendbaren
Mehrwegflaschen anbieten und damit Einwegmüll reduzieren. Das nützt
der Umwelt und den Konsumentinnen und Konsumenten, die sich
mehrheitlich Mehrwegquoten wünschen, wie eine aktuelle Umfrage von
Greenpeace zeigt. Doch die vergleichsweise niedrigen Quoten ab 2024
sind wenig ambitioniert. Österreich hat das in den 90er Jahren schon
mal besser gemacht, als noch 80 Prozent der Getränke in
wiederverwendbaren Flaschen abgefüllt waren. Da müssen wir wieder
hinkommen”, sagt Lisa Panhuber, Konsumexpertin von Greenpeace in
Österreich. Eine verbindliche, sanktionierbare Mehrwegquote im Handel
ist in der EU einzigartig und ein wichtiges Signal für
Getränkehersteller und Handel, so Greenpeace.
Die AWG-Novelle sieht vor, dass künftig 60 Prozent an Bier und
Biermischgetränken, mindestens 20 Prozent bei Mineralwasser und Soda
sowie mindestens 10 Prozent bei Säften, Limonaden und Milch in
Mehrweg angeboten werden. Künftig müssen auch die Diskonter Lidl,
Hofer und Penny Getränke in Mehrwegflaschen anbieten - eine
Kernforderung der Greenpeace-Kampagne der letzten Monate. Doch Lisa
Panhuber warnt: “Wenn der Anteil an Einwegflaschen in den
Supermarktregalen weiter hoch bleibt, wird es ohne ein Pfandsystem
nicht gelingen, die von der EU vorgegebene 90-Prozent Sammelquote zu
erreichen. Dass die AWG-Gesetzesnovelle kein Pfandsystem für alle
Flaschen und Dosen enthält, ist aus Umweltsicht enttäuschend und ein
klares Zeichen dafür, dass sich Handel und WKO mit ihrem Druck auf
die ÖVP weiter gegen Umwelt- und Klimaschutz sperren.”
Jährlich landen in Österreich 1,6 Milliarden Einweg-Plastikflaschen
im Abfall. 90 Prozent davon muss Österreich bis 2029 entsprechend der
EU-Vorgaben getrennt sammeln, sonst drohen hohe Strafzahlungen und
ein EU-Vertragsverletzungsverfahren. “Nur mit einem Pfandsystem
können die EU-Vorgaben erreicht werden, daher muss die
Bundesregierung die im Entwurf für das Abfallwirtschaftsgesetz
vorgesehene Verordnung dafür noch diesen Sommer umsetzen”, fordert
Panhuber. Weitere angekündigte Maßnahmen in der AWG-Novelle, wie die
Verlagerung von Abfalltransporten auf die Schiene oder das
Importverbot für Abfälle zur Deponierung, sind für Greenpeace
positive Ankündigungen, die im Detail im Begutachtungsverfahren
geprüft werden müssen. Greenpeace wird eine Stellungnahme im Rahmen
der Begutachtung abgeben.
- Die Ergebnisse der Umfrage von Greenpeace zu Mehrweg und Pfand
finden Sie unter: https://bit.ly/3aF9Sdw
- Mehrweg Factsheet von Greenpeace: https://bit.ly/Factsheet-Mehrweg
- Studie “Mehrwegsysteme statt Müllberge”:
http://bit.ly/Mehrwegstudie
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