• 28.04.2021, 08:00:31
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  • OTS0009

Greenpeace warnt vor Gesetzeslockerungen bei Neuer Gentechnik

Mögliche Deregulierung gefährdet Umwelt, Menschen und Tiere - EU-Gentechnik-Recht muss weiterhin auch für neue Gentechnikverfahren gelten

Utl.: Mögliche Deregulierung gefährdet Umwelt, Menschen und Tiere -
EU-Gentechnik-Recht muss weiterhin auch für neue
Gentechnikverfahren gelten =

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warnt davor,
dass die EU bald die geltenden Gesetzesvorschriften für Neue
Gentechnik aufweichen könnte. Noch Ende April will die Europäische
Kommission eine wegweisende Studie zu Gentechnik veröffentlichen, die
dafür ausschlaggebend sein wird, ob die bestehende Regulierung von
Neuer Gentechnik gekippt wird. Lebensmittel, die mit
Gentechnik-Methoden wie der Genschere CRISPR-Cas hergestellt werden,
könnten dann ohne vorgeschriebene Risikoabschätzung und -prüfung
sowie ohne Kennzeichnung auf den Markt gebracht werden. Greenpeace
warnt eindringlich vor solch einer Lockerung im Gentechnik-Recht, die
zulasten der Umwelt, Menschen und Tiere gehen würde. Sowohl auf
EU-Ebene als auch in Österreich müssen PolitikerInnen dem Druck der
Agrarchemie-Konzerne widerstehen und Umwelt und Menschen vor den
Folgen Neuer Gentechnik schützen.

“Die Natur darf kein Versuchslabor für die Gentechnik-Industrie
werden. Einmal in die Umwelt freigesetzt, wird gentechnisch
verändertes Erbgut auf andere Pflanzen übertragen und kann nie wieder
zurückgeholt werden. Die bestehenden Gesetze dürfen auf keinen Fall
aufgeweicht werden, sonst wird ein Kreislauf in Gang gesetzt, der
nicht mehr gestoppt werden kann”, warnt Ursula Bittner,
Wirtschaftsexpertin bei Greenpeace in Österreich. Die sogenannte Neue
Gentechnik unterliegt gemäß eines Urteils des Europäischen
Gerichtshofs aus dem Jahr 2018 dem bestehenden Vorschriften für
gentechnisch veränderte Organismen (EU-Gentechnik- Recht).

Gentechnik-BefürworterInnen verlangen, dass die EU bestimmte
gentechnisch veränderte Organismen vom EU-Gentechnik-Recht ausnimmt
und ihnen damit einen Freibrief ausstellt. Die neuen Methoden sind
aber genauso fehleranfällig wie die klassische Gentechnik. Wird der
“Gen”-Schnitt beispielsweise nicht an der richtigen Stelle
durchgeführt, können dadurch die Funktionen mehrerer Gene
beeinträchtigt werden - das kann negative Folgen für Umwelt und
Gesundheit haben. Zudem werden die neuen Techniken wesentlich
schneller entwickelt und sind damit schwieriger zu kontrollieren.

“Das Schicksal unserer Lebensmittel und der Natur darf nicht in den
Händen einiger weniger Gentechnik- und Agrarkonzerne liegen, die
bislang wenig Rücksicht auf die Gesundheit der Menschen und die
Umwelt genommen haben und nun mit Patenten auf neue Techniken ihre
Marktdominanz weiter ausbauen wollen. Die EU muss sicherstellen, dass
unsere Ernährung nicht auf einer Risikotechnologie, sondern auf einer
ökologischen Landwirtschaft aufbaut, die Hand in Hand mit echtem
Klima- und Umweltschutz geht. Zudem will ein großer Teil der
österreichischen und europäischen Bevölkerung keine Gentechnik auf
dem Teller”, sagt Bittner. Die Zulassung der Neuen Gentechnik müsse
ebenso streng sein, wie die der altbekannten Gentechnik. Es brauche
eine Risikobewertung, Nachweisbarkeit, Rückverfolgbarkeit und die
Kennzeichnung als “gentechnisch verändert” für Produkte mit Neuer
Gentechnik.

- Greenpeace-Positionspapier zu Neuer Gentechnik:
https://bit.ly/3sNV4Ql

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