• 21.04.2021, 09:39:09
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  • OTS0055

Greenpeace: EU-Einigung auf Klimaziel stoppt Klimakrise nicht

Umweltschutzorganisation kritisiert viel zu lasches Klimaziel sowie Anrechnung von Kohlenstoffsenken - Erreichung des 1,5 Grad-Ziels rückt in weite Ferne

Utl.: Umweltschutzorganisation kritisiert viel zu lasches Klimaziel
sowie Anrechnung von Kohlenstoffsenken - Erreichung des 1,5
Grad-Ziels rückt in weite Ferne =

Wien (OTS) - Die heutige Einigung von EU-Staaten und EU-Parlament zum
Klimaziel für die EU stößt bei Greenpeace auf herbe Kritik. Die
Einigung umfasst lediglich ein Reduktionsziel von netto 55% anstatt
der dringend notwendigen 65% gegenüber 1990. Erschwerend kommt auch
eine Anrechnung von Kohlenstoffsenken wie Wäldern zur
Reduktionsbilanz hinzu, die das Klimaziel weiter auf 52,8%
abschwächt. Eine Begrenzung der globalen Erhitzung auf 1,5 Grad und
damit die Abwendung der Klimakatastrophe ist damit nicht möglich.
Damit hat die EU am Tag vor dem von US Präsident Biden einberufenen
Klimagipfel nicht ansatzweise die für die Einhaltung des Pariser
Klimaziels nötige Ambition bewiesen. Besonders schwerwiegend ist,
dass die Europäische Union damit ein schwaches Signal in die Welt
sendet und die Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens in
weite Ferne rückt.

“Das neue EU-Klimaziel wird nicht ausreichen, um die Klimakrise
aufzuhalten. Um das 1,5 Grad-Ziel zu erreichen und damit die
Stabilisierung des Klimas sicherzustellen, sind laut Wissenschaft
minus 65% bis 2030 nötig“, stellt Jasmin Duregger, Klima- und
Energieexpertin bei Greenpeace in Österreich klar. “Mit dem Klima
verhandelt man nicht. Wenn wir es nicht schaffen, die
Treibhausgasemissionen radikal zu senken, riskieren wir eine
dramatische Klimaveränderung, die den Verlauf der
Menschheitsgeschichte in den nächsten tausenden von Jahren
katastrophal verändern wird.”

Die Einbeziehung von Senken wie Wäldern, Pflanzen und Böden müssten
laut der Umweltschutzorganisation außerdem zusätzlich angerechnet
werden und dürften nicht als Teil des tatsächlichen Reduktionsziels
gelten, um dieses aufzuweichen. “Die Einbeziehung von sogenannten
Negativ-Emissionen in das Klimaziel mit Wäldern, Pflanzen und Böden
ist eine Mogelpackung und schwächt das Klimaziel weiter ab. Für ein
echtes paris-konformes Ziel braucht es höhere Emissionsreduktionen,
und Hintertüren durch Senken wie Wälder müssen ausgeschlossen
werden”, so Duregger. “Das EU-Parlament hat mit der heutigen Einigung
eine schwerwiegende Entscheidung getroffen, die viel schärfer hätte
ausfallen müssen. Das Einknicken des Parlaments ist ein Armutszeugnis
für die Klimabewegung und zeigt, wie wenig ambitioniert die EU im
Klimaschutz vorzugehen bereit ist.”

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP

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