- 17.04.2021, 21:55:01
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Leitartikel "Wer wird das alles bezahlen?" vom 18. April 2021 von Alois Vahrner
Innsbruck (OTS) - Wegen der Corona-Krise schnüren Staaten seit dem
Vorjahr weltweit gigantische Hilfs- und Konjunkturpakete auf Pump.
Die Zeche fällt teilweise auch jetzt schon an.
Von den USA über Asien bis nach Europa: Die zur Abfederung der
Pandemie fixierten Hilfspakete sind noch gigantischer als in der nach
der Lehman-Pleite über den Globus gerasten Finanz- und
Wirtschaftskrise. Deutschlands Finanzminister Olaf Scholz etwa sprach
von einem „Mega-Wumms“ an öffentlichen Geldern gegen die Krise, sein
Austro-Kollege Gernot Blümel versicherte: „Koste es, was es wolle.“
Auf insgesamt 60 Mrd. Euro dürften sich allein die österreichischen
Defizite 2020 und 2021 zusammen wohl belaufen.
Mehr als 12.000 Milliarden Euro haben Regierungen und Notenbanken
schon für die Bekämpfung der Corona-Pandemie und deren Folgen
lockergemacht. Und trotz dieser riesigen Gelddruck- und
Schuldenmaschinerie bleiben Politik, Ökonomen und selbst die
Ratingagenturen vorerst gelassen. Grund sind die schon seit Jahren
historisch tiefen Zinsen, die den Zinsendienst der Staaten trotz
kräftig aufgetürmter Schuldenberge vielfach locker ermöglichen.
Österreich etwa hat sich im letzten Jahrzehnt geschätzte 70 Mrd. Euro
an Zinsen erspart und zahlte etwa 2020 mit 4 Mrd. Euro weit weniger
als in den 1990er-Jahren.
Schulden, die fast nichts kosten, keine Folgen auf den Finanzmärkten
haben und nicht einmal Steuererhöhungen nötig machen? Dieser
scheinbar paradiesische Zustand ist auf Sicht sehr riskant (man
erinnere sich an die Euro-Schuldenkrise). Notenbanken werden zum
Schutz der Staaten die Zinsen zwar wohl längerfristig tief halten,
aber wohl nicht auf null wie jetzt. Und auch ohne neue Steuern zahlen
bereits jetzt sehr, sehr viele die Zeche. Null Zins und eine wieder
anziehende Inflation bedeuten jährlich viele Milliarden an kalter
Enteignung für alle Sparer.
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