• 09.04.2021, 09:00:02
  • /
  • OTS0025

Greenpeace vor Aufsichtsratssitzung: OMV braucht Klimawende unter neuer Führung

Umweltschutzorganisation fordert Anpassung der OMV-Strategie an die Pariser Klimaziele und Ablöse von Vorstandsvorsitzendem Rainer Seele

Utl.: Umweltschutzorganisation fordert Anpassung der OMV-Strategie
an die Pariser Klimaziele und Ablöse von Vorstandsvorsitzendem
Rainer Seele =

Wien (OTS) - Anlässlich der bevorstehenden Entscheidung über die
Besetzung des OMV-CEO-Postens bei der Aufsichtsratssitzung des
Mineralölkonzerns am 15. April fordert Greenpeace eine grundsätzliche
Neuausrichtung des Konzerns und eine Anpassung der Strategie an die
Ziele des Pariser Klimaabkommens. Unter dem aktuellen
Vorstandsvorsitzenden der OMV, Rainer Seele, kann dieser Wandel nicht
gelingen. Ein nachhaltiger Umbau des Unternehmens zur Erreichung der
Pariser Klimaziele ist zentral für die OMV und für die Republik
Österreich als Anteilseignerin. Die stiefmütterliche Behandlung von
Klimaschutz schlägt sich nicht zuletzt in den unambitionierten
Klimazielen oder dem am 6. April veröffentlichten grün gewaschenen
Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens nieder.

“Es ist Zeit für einen Neustart bei der OMV und für eine echte
Zukunftsausrichtung. Mit Öl-Mann Rainer Seele und seiner völlig
verfehlten Strategie wird das nicht möglich sein”, so Alexander Egit,
Geschäftsführer von Greenpeace in Österreich. “Die OMV braucht eine
neue Leitung, die sich der Neuausrichtung des Konzerns ernsthaft
annimmt und Klimaschutz als integralen Bestandteil der
Unternehmensstrategie versteht”. Bislang wird Nachhaltigkeit bzw.
Klimaschutz als Nebenthema im Rahmen von Nachhaltigkeitsberichten
thematisiert, ohne echte Veränderungen in der Strategie der OMV
selbst auszulösen. Das betrifft die Menge an Öl- und Gasförderung
genauso wie eine Umlenkung der Investitionsströme. Auch in einem
aktuell von Seele in Auftrag gegebenen und bislang unter Verschluß
gehaltenen 82-seitigen Papier zur Nachhaltigkeitsstrategie wird
keine, auch nur ansatzweise ausreichende Veränderung angestoßen. Die
Klimaziele des Konzerns sind eine Augenauswischerei, da sie sich
hauptsächlich mit den im Produktionsprozess entstehenden direkten
Emissionen beschäftigen, nicht aber mit jenen Emissionen, die durch
die Verbrennung der von der OMV produzierten Öl- und Gasprodukte
entstehen. Diese machen allerdings deutlich über 90 Prozent aus. Auch
neue Investitionen gehen nach wie vor zu einer überwältigen Mehrheit
in überholte Geschäftsfelder wie in den offenbar stark überteuerten
Kauf des Chemiekonzerns Borealis.

Abgesehen von schwachen Klimazielen sind auch die übrigen Inhalte der
Nachhaltigkeitsstrategie reines Greenwashing. Insgesamt wird
weiterhin viel zu wenig Geld in Alternativen zu fossilen
Energieträgern investiert: Bis 2025 sind nur knapp drei Prozent der
Investitionen für sogenannte “innovative Energie- und
Kreislaufwirtschaftslösungen” vorgesehen. Außerdem setzt die OMV auf
die Abscheidung und Speicherung von CO2 im Boden - eine Technologie,
die nicht ausgereift und darüber hinaus in Österreich verboten ist.
Zukunftsunfähig sind auch der auf Basis von fossilem Erdgas gewonnene
schmutzige Wasserstoff oder die extrem energieintensive Umwandlung
von Plastik in Öl. Als wesentliches Element ihrer Klimastrategie
stützt sich die OMV zudem auf fossiles Erdgas und Chemie. Diese
werden als “Niedrig bzw. Null-Emissions-Portfolio” verkauft, obwohl
fossiles Gas über den Lebenszyklus sogar klimaschädlicher sein kann
als Kohle und die Erzeugung von chemischen Produkten mit hohen
Emissionen verbunden ist. “Ein CEO, der den Verkauf von fossiler
Energie als wesentlichen Bestandteil seiner Klimaziele nennt, ist für
die künftigen Herausforderungen einfach nicht geeignet. Die OMV
verdient eine Leitung, die die Zeichen der Zeit versteht und auch
danach handelt”, fordert Egit.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel