• 27.03.2021, 22:00:01
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TIROLER TAGESZEITUNG, Leitartikel: "Politisches Versagen", von Karin Leitner, Ausgabe vom Sonntag, 28. März 2021

„Zu spät wird auf die steigenden Infektionszahlen reagiert – wissend, dass Aktionen nach zwei Wochen wirken.“

Utl.: „Zu spät wird auf die steigenden Infektionszahlen reagiert –
wissend, dass Aktionen nach zwei Wochen wirken.“ =

Innsbruck (OTS) - Trotz der Warnungen von Wissenschaftern haben die
hiesigen Machthaber mit Aktionen in Sachen Corona zugewartet. Das ist
fahrlässig.

Die „Auferstehung“ nach der Pandemie hatten die Regierenden für
die Zeit nach Ostern im Vorjahr verkündet. Es gab sie nicht. Auch ein
Jahr danach ist nichts davon in Sicht. Die Lage ist dramatisch –
trotz der Impfstoffe, die früher vorhanden waren, als anzunehmen
gewesen war. „Es ist ernst“, sagen Mediziner des Wiener AKH – mit
Blick auf die Intensivstation. Vor Überlastung – damit Triage – wird
gewarnt. Was in Wien der Fall ist, wird es bald auch in den anderen
Bundesländern sein. Die Situation kommt nicht überraschend. Schon zu
Jahresbeginn haben Wissenschafter die Polit-Verantwortlichen
alarmiert. Wegen der Mutation des Coronavirus, der britischen und
anderer Varianten, die noch gefährlicher sind als das Ursprungsding.
Getan wurde nichts. ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz verplemperte Tage mit
Schuldzuweisungen in Sachen Vakzine – an Beamte des grün-geführten
Gesundheitsressorts, an „die EU“, zu der Österreich gehört. Um seine
Minderleistung zu kaschieren. Eine Zusammenkunft der Regierenden im
Bund mit Vertretern der Länder endete mit Bekanntem – einem
Kompromiss. Mit Minimum statt nötigem Maximum. Das ist im
Normalbetrieb ärgerlich, ob immer mehr Toter ist es inakzeptabel. Zu
spät wird auf steigende Infektionszahlen reagiert – wissend, dass
Aktionen nach zwei Wochen wirken. Mit der „Osterruhe“ im Osten bis
Gründonnerstag zuzuwarten, ist fahrlässig. Längst wäre zu handeln
gewesen. Das Ergebnis des Missmanagements: Die einen scheren sich
nicht mehr um Vorgaben, viele derer, die sich seit Monaten
kasernieren, sind sauer. Sie sind, einer neuen Wortkreation
entsprechend, „mütend“. Müde und wütend angesichts des Versagens der
hiesigen Machthaber.

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