• 18.03.2021, 06:00:31
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Greenpeace-Umfrage: Fatales Urteil von ÖsterreicherInnen für Palmöl- und Holz-Gütezeichen

Greenpeace fordert von Bundesregierung, sich von umweltschädlichen Gütezeichen zu distanzieren und für globales Waldschutzgesetz einzutreten

Utl.: Greenpeace fordert von Bundesregierung, sich von
umweltschädlichen Gütezeichen zu distanzieren und für globales
Waldschutzgesetz einzutreten =

Wien (OTS) - Eine im Auftrag von Greenpeace durchgeführte
repräsentative Umfrage zeigt, dass nur fünf Prozent der
ÖsterreicherInnen Zertifizierungen wie RSPO und FSC als besten Weg
sehen, um den Verkauf von Produkten aus Regenwaldzerstörung in der EU
zu verhindern. Hingegen ist für 77 Prozent der ÖsterreicherInnen ein
Gesetz auf EU-Ebene die beste Lösung für den Schutz globaler Wälder.
Die Umweltschutzorganisation fordert von der österreichischen
Bundesregierung, dem Wunsch der Bevölkerung zu folgen und sich für
ein starkes EU-Gesetz für globalen Waldschutz einzusetzen. Ebenso
muss die Regierung Gütezeichen-Empfehlungen auf der vom
Klimaministerium geführten Service-Seite bewusstkaufen, im Nationalen
Beschaffungsplan und beim österreichischen Umweltzeichen
überarbeiten. Die Regierung dürfe nicht mehr länger umweltschädliche
Gütesiegel von offizieller Seite empfehlen oder sogar als Nachweis im
Umweltzeichen akzeptieren, so Greenpeace.

„Der Schutz der globalen Wälder ist den Österreicherinnen und
Österreichern ein enormes Anliegen. 94 Prozent der Befragten wollen
nicht, dass in Supermärkten und Geschäften Produkte aus
Regenwaldzerstörung verkauft werden. Doch bislang hat die Politik
versagt: Alle sechs Sekunden geht noch immer Tropenwald in der Größe
eines Fußballfeldes verloren”, sagt Ursula Bittner,
Wirtschaftsexpertin bei Greenpeace in Österreich. Weltweit wird ein
Drittel der gehandelten Agrarprodukte aus Waldzerstörung von
EU-Ländern importiert und verbraucht. Dazu gehört unter anderem
Palmöl aus Südostasien. Die Europäische Union hat 2019 fast 7,3
Millionen Tonnen Palmöl importiert und gehört damit zu den größten
Palmöl-Importeuren weltweit - mit fatalen Folgen für die
indonesischen Regenwälder: Zwischen 2010 und 2020 wurden jährlich
durchschnittlich 753.000 Hektar der Wälder Indonesiens zerstört -
eine Fläche so groß wie Hamburg. Konkret nach Palmöl gefragt, geben
77 Prozent der Befragten an, mittlerweile im Supermarkt darauf zu
achten, ob Produkte Palmöl enthalten oder nicht - gleichzeitig
glauben allerdings nur 20 Prozent der Befragten, dass RSPO
Regenwaldzerstörung für Palmöl verhindern kann. Für nur 18 Prozent
der Befragten ist Eigenverantwortung der Unternehmen die sinnvollste
Methode, um Wälder zu schützen. „Seit zehn Jahren versprechen globale
Konzerne, Verantwortung für die grünen Schatzkammern unseres Planeten
zu übernehmen. Doch passiert ist bis heute fast nichts. Stattdessen
vertrauen viele Unternehmen auf Zertifizierungen wie RSPO, die
allerdings ebenso wenig den Schutz der Wälder garantieren können. Wir
brauchen jetzt verbindliche politische Lösungen, bevor die Wälder
weiter in Flammen aufgehen”, so Bittner.

Im österreichischen Umweltzeichen wird RSPO als Nachweis für
nachhaltiges Palmöl anerkannt. Ebenso akzeptiert das Umweltzeichen
die FSC-Zertifizierung für Holz- und Papierprodukte, auch im
Nachhaltigen Beschaffungsplan wird FSC als Beweis für nachhaltiges
Holz- und Holzprodukte anerkannt. 72 Prozent der ÖsterreicherInnen
sind der Meinung, dass Konzerne wie Nestlé, Unilever und Mondelēz,
die alle RSPO-Mitglieder sind, Zertifizierungen verwenden, um eher
Profite zu machen. Auch für Greenpeace sind freiwillige Gütezeichen
wie der RSPO und FSC keine Lösung, sondern vorrangig ein
Marketing-Gag, der das Geschäft ankurbelt. Erst vor wenigen Tagen
veröffentlichte die Umweltschutzorganisation einen Report, der
aufzeigt, wie Gütezeichen die globale Waldzerstörung und das
Artensterben anheizen.

Aktuell verhandelt die Europäische Union ein Gesetz, das Produkte aus
globaler Waldzerstörung auf dem Binnenmarkt verbieten soll. Im Juni
2021 plant die EU-Kommission, den ersten Entwurf vorzulegen. „Die
österreichische Bundesregierung muss dem Wunsch der Bevölkerung
nachkommen und sich mit aller Kraft für ein starkes EU-Gesetz für
globalen Waldschutz einsetzen. Ebenso dürfen Gütezeichen von
offizieller Seite nicht mehr empfohlen werden - beispielsweise auf
bewusstkaufen.at oder im Nationalen Beschaffungsplan”, fordert
Bittner.

Die repräsentative Online-Umfrage wurde vom Markt- und
Meinungsforschungsinstitut Akonsult im 2020 durchgeführt. Greenpeace
Österreich hat entschieden, die Veröffentlichung der Umfrage auf 2021
zu verschieben, da essentielle politische Maßnahmen zum Schutz der
Wälder und der Artenvielfalt aufgrund der Covid-19-Pandemie auf
dieses Jahr verschoben wurden. Greenpeace Österreich geht davon aus,
dass sich das Stimmungsbild der österreichischen Bevölkerung nicht
entscheidend geändert hat.

SERVICE

- Vollständige Ergebnisse der Befragung:
http://bit.ly/Greenpeace-Umfrage_Waldschutzgesetz

- Bildmaterial: http://bit.ly/Greenpeace-Umfrage_Fotos

- Gütezeichen-Report und Factsheet: https://bit.ly/Gütezeichenreport

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