• 04.03.2021, 08:00:27
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  • OTS0017

Greenpeace-Studie: Fleischhandel in der EU Mitschuld an Bränden im brasilianischen Pantanal

EU-MERCOSUR-Pakt würde Umweltzerstörung weiter ankurbeln - Greenpeace fordert starkes Waldschutzgesetz

Utl.: EU-MERCOSUR-Pakt würde Umweltzerstörung weiter ankurbeln -
Greenpeace fordert starkes Waldschutzgesetz =

Wien (OTS) - Eine aktuelle Greenpeace-Studie deckt auf, dass in der
EU Rindfleisch, welches mit der Zerstörung vom brasilianischen
Pantanal in Verbindung steht, verkauft wird. Im Rahmen der Studie hat
Greenpeace Aktivitäten von 15 Farmern im Pantanal, ein Feuchtgebiet
mit der dreifachen Größe von Österreich, über viele Monate beobachtet
und analysiert. Jeder von ihnen kann mit den Bränden von 2020, bei
dem 30 Prozent des UNESCO-Weltnaturerbes zerstört wurde, in
Verbindung gebracht werden. Allein auf den Fallstudien-Grundstücken
vernichteten die Brände innerhalb von vier Monaten 73.053 Hektar des
Pantanal-Gebietes - das ist rund die doppelte Fläche von Wien. Die
Farmen sind Zulieferer für 14 Fleischverarbeitungsbetriebe im Besitz
der größten brasilianischen Fleischproduzenten JBS, Marfrig und
Minerva sowie eine Exportstation für lebende Tiere im Besitz von
Minerva. Alle drei Großunternehmen handeln weltweit. Zu deren
AbnehmerInnen zählen etwa Fast-Food-Ketten wie McDonald’s und Burger
King sowie Unternehmen wie Nestlé. Die Greenpeace-Studie zeigt auf,
dass die Fleischverarbeitungsbetriebe zwischen dem 1. Januar 2019 und
dem 31. Oktober 2020 zusammen mehr als eine halbe Million Tonnen
Rindfleisch und Rindfleischprodukte exportierten haben - acht Prozent
davon in die EU-27 und das Vereinigte Königreich und somit potentiell
auch nach Österreich. Die Umweltschutzorganisation fordert von der
EU-Kommission ein effizientes und starkes Waldschutzgesetz, das
Produkte aus Naturzerstörung auf dem EU-Markt unterbindet.

“Die Fleischindustrie scheut vor nichts zurück. Für Dumping-Fleisch
aus Brasilien brennt das weltgrößte Feuchtgebiet Pantanal lichterloh.
Allein die zerstörten Flächen aus den 15 Greenpeace-Fallstudien haben
in etwa die doppelte Größe von Wien. Menschen in Europa und somit
auch in Österreich können nicht wissen, ob für ihren Burger oder ihr
Steak Ökosysteme zerstört wurden”, so Natalie Lehner,
Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace in Österreich. 1.200
Wirbeltierarten tummeln sich im Feuchtgebiet Pantanal, viele davon
stehen auf der Roten Liste, wie etwa Jaguar, Riesenotter oder Tapir.
Doch schon seit vielen Jahren ist dieses wertvolle Ökosystem bedroht
und wird durch Brände zerstört. 2020 erreichten die Brände einen
traurigen Höhepunkt, so dass mittlerweile 30 Prozent des Naturraums
vernichtet sind. Die Mehrzahl der Feuer 2020 wurde von Menschen
verursacht. Der Verdacht ist, dass in vielen Fällen ViehzüchterInnen
absichtlich Feuer legen, um sich Weideland anzueignen.

Eine Besserung ist nicht in Sicht, ganz im Gegenteil: Mit dem
Handelspakt EU-MERCOSUR soll der Import von Fleisch aus Südamerika
und damit auch die Umweltzerstörung weiter angekurbelt werden. Der
Handelspakt sieht eine Erhöhung der Einfuhrquote von billigem
Rindfleisch von derzeit 200.000 Tonnen um weitere 99.000 Tonnen pro
Jahr vor. Studien warnen, dass das Abkommen die Waldzerstörung in
Südamerika beschleunigt, etwa allein durch die steigenden
Rindfleischexporte um fünf Prozent. Das wäre für das Klima und für
die wertvollen Ökosysteme Südamerikas fatal. „Die EU muss endlich
Produkten aus Naturzerstörung den Riegel vorschieben. Anstatt einem
verheerenden EU-MERCOSUR-Pakt, der die Vernichtung von Ökosystemen
wie dem Pantanal weiter antreiben würde, brauchen wir ein starkes
Waldschutzgesetz”, sagt Lehner.

Den Greenpeace-Report “Making mincemeat of the Pantanal” finden Sie
unter: http://www.greenpeace.org/pantanalmincemeat

Bildmaterial finden Sie unter: https://bit.ly/3qUoUT3
Das Fotomaterial steht unter Angabe der Credits (@Leandro
Cagiano/Greenpeace) für die redaktionelle Nutzung kostenlos zur
Verfügung.

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