- 24.02.2021, 13:49:08
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ZAG: Österreich ist Vorreiter in der Putenhaltung
EU-Mindeststandards bringen Verbesserungen für Landwirte und Tiere
Utl.: EU-Mindeststandards bringen Verbesserungen für Landwirte und
Tiere =
Wien (OTS) - Im Rahmen einer Pressekonferenz mit dem Titel "Studie
zur tierschutzkonformen Putenhaltung - Tierschutzminister Anschober
fordert EU-Mindeststandards" wurde gestern von Maria-Elisabeth
Krautwald-Junghans eine Studie zur zeitgemäßen und tiergerechten
Putenhaltung vorgestellt. "Die österreichischen Haltungsbedingungen
werden den Forderungen in der Studie bereits weitgehend gerecht.
EU-weit gibt es bislang keine Haltungsmindeststandards für Puten, was
teilweise zu Besatzdichten bis zu 70 kg Tiergewicht/m2 am Ende der
Haltung führt. Im Gegensatz dazu erlaubt das österreichische
Bundestierschutzgesetz höchstens 40 kg/m2, das bedeutet bis zu 70%
mehr Platz für die Tiere. Bedingt dadurch ergeben sich eine bessere
Luftqualität, mehr Bewegungsfreiheit und weniger
Tierarzneimitteleinsatz. Trotz höherer Kosten etablieren zunehmend
mehr österreichische Handelsketten den strengen gesetzlichen Standard
als Mindeststandard beim Einkauf von Putenfleisch.
EU-Mindeststandards für die Putenhaltung bringen Verbesserungen für
Landwirte und Tiere, sie erfüllen die Erwartungen der Menschen in
Europa", stellt die Zentrale Arbeitsgemeinschaft der österreichischen
Geflügelwirtschaft (ZAG) dazu fest.
Österreichische Standards als Messlatte
Seit dem Inkrafttreten der strengen Haltungsbestimmungen im
Bundestierschutzgesetz im Jahr 2005 hat sich die heimische
Putenhaltung langsam, aber kontinuierlich weiterentwickelt. Durch die
Reduktion der Besatzdichte konnte die Tiergesundheit nachweislich
verbessert werden. Ein Indikator dafür ist der damit einhergehende
Rückgang beim Antibiotikaeinsatz, der seit 2013 um 58% reduziert
werden konnte. Jeder Tierarzneimitteleinsatz wird in der Poultry
Health Data (PHD) des Geflügelgesundheitsdienstes QGV dokumentiert.
Verschiedene Tiergesundheitsprogramme wurden in Abstimmung mit den
Behörden geplant und in Zusammenarbeit zwischen Geflügeltierärzten
und Tierhaltern in die Praxis umgesetzt. Als weiterer Erfolg kann die
durchgängige Umstellung auf gentechnikfreie Fütterung verbucht
werden. Besonders in den letzten Jahren setzen immer mehr
Handelsketten den strengen gesetzlichen Standard als Mindeststandard
beim Einkauf von Putenfleisch fest. Die Absicherung der Vorgaben
erfolgt im Rahmen der AMA-Gütesiegelkontrollen.
Höhere Anforderungen für zufriedenere Konsumenten
Anforderungen über das gesetzliche Maß hinaus etablieren sich im
Rahmen von Tierwohl-Programmen, wie dem Tierwohl-Modul im
AMA-Gütesiegelprogramm oder bei Handelsmarken, die in Zusammenarbeit
mit Tierschutzorganisationen erarbeitet wurden. Für die Puten
bedeuten diese Programme unter anderem den Zugang in einen
geschützten Außenklimabereich, erhöhte Sitzebenen im Stall zur
Strukturierung des Stallinnenraumes und Strohballen oder Picksteine,
die den Tieren als Spielmaterial dienen. Alle in Österreich neu
geplanten Stallungen erfüllen die genannten Anforderungen.
Klare Kennzeichnung und Einkaufen mit Verantwortung
Die steigende Nachfrage nach österreichischem Putenfleisch mit dem
AMA-Gütesiegel erlaubt nun vielen Landwirten, neu in die Putenhaltung
einzusteigen. "Die Branche entwickelt sich zurzeit sehr gut. Neben
den österreichischen Handelsketten fordern wir besonders
Einrichtungen im Bereich der öffentlichen Beschaffung auf,
verantwortungsvoll und regional einzukaufen. Es kann nicht sein, dass
wir in Österreich die EU-weit strengsten Haltungsbestimmungen für
Puten einhalten, und in Krankenhäusern oder Altersheimen servieren
wir den Menschen dann Pute aus einer nicht tiergerechten Haltung, die
von weit her nach Österreich transportiert wurde", betont
ZAG-Obmann-Stellvertreter Markus Lukas. Es sei auch dringend
notwendig, eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der
Gemeinschaftsverpflegung entsprechend dem Vorhaben im
österreichischen Regierungsprogramm umzusetzen, so Lukas.
Europaweite Standards für die Putenhaltung
Die "Studie zur tierschutzkonformen Putenhaltung" von
Maria-Elisabeth Krautwald-Junghans zeigt anhand wissenschaftlicher
Erkenntnisse auf, wohin sich die Putenhaltung in der EU entwickeln
sollte. Auf Basis dieser Erkenntnisse sollte zwischen den
Mitgliedstaaten ein Basisstandard für die Putenhaltung ausverhandelt
werden. "Wir sind der Überzeugung, dass die gegenwärtigen
Haltungsbedingungen für Puten in vielen EU-Mitgliedstaaten den
ethischen Erwartungen der Konsumentinnen und Konsumenten an eine
gesellschaftlich anerkannte Putenhaltung deutlich hinterherhinken.
EU-weit einheitliche Mindeststandards wären deshalb ein erster
wichtiger Schritt in die richtige Richtung und brächten neben
Verbesserungen für die Tiere eine klare Orientierung für die Kunden
und fairere Marktbedingungen, nicht nur für österreichische
Putenhalter", fasst ZAG-Obmann Franz Karlhuber die öffentliche
Diskussion zusammen. (Schluss)
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