Tirol: Kalbfleischabsatz aus heimischer Erzeugung im Aufwind

Geisler: Weniger Tiertransporte durch mehr Konsum von regionalem Qualitätsfleisch

Innsbruck (OTS) - Der Großteil des in Österreich verzehrten Kalbfleisches wird importiert, nur 30 bis 40% stammen aus heimischer Produktion. Um dieses Verhältnis nachhaltig umzukehren und Kälbertransporte ins Ausland zu vermeiden, hat das Land Tirol im November des Vorjahres eine Initiative zur Erhöhung des heimischen Kalbfleischabsatzes gestartet. "In nur sechs Wochen wurden mehr als 1.300 Kälber für die regionale Vermarktung angemeldet. Das bedeutet, dass das hochwertige Fleisch auf den heimischen Tellern landet und Tiertransporte vermieden werden", zieht Agrarreferent und LH-Stellvertreter Josef Geisler eine erste Zwischenbilanz über die neue Landesinitiative.

Möglichkeiten, heimisches Qualitätsfleisch zu beziehen, gibt es viele. Im Herbst 2020 hat die Rinderzucht Tirol das Projekt ehrlich.tirol gestartet und ist damit in die Direktvermarktung von Qualitätsfleisch eingestiegen. Über die Homepage www.ehrlich.tirol werden Mischpakete mit garantiert heimischem Kalb-, Lamm-, und Rindfleisch zu fünf, sieben oder zehn Kilogramm angeboten. "Die Nachfrage ist definitiv da, jetzt arbeiten wir am Ausbau dieser Vermarktungsschiene", erklärt Christian Straif, Vorstandsvorsitzender der Rinderzucht Tirol, einem bäuerlichen Dienstleistungsunternehmen und Zusammenschluss aller zehn in Tirol tätigen Tierzuchtorganisationen.

Nachfrage nach heimischem Qualitätsfleisch steigt

Das Land hat über die Agrarmarketing Tirol in den letzten Jahren außerdem gemeinsam mit dem Handel zahlreiche Initiativen gesetzt, um den Absatz von heimischem Qualitätsfleisch zu erhöhen. "Alle diese Qualitätsfleischprogramme, vom 'Tiroler Jahrling' über das 'Almrind' bis hin zum 'Grauvieh Almochs' und dem 'Kalbli', entwickeln sich äußerst positiv und haben im vergangenen Jahr große Nachfrage erfahren", so Geisler. Österreichweit läuft zudem das Projekt "Kalb Rosé". Fortschritte gibt es auch bei der Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie. Die im Vorjahr gemeinsam mit der Wirtschaftskammer gestartete Initiative "Da kommt's her" wird von den Gastrobetrieben gut angenommen.

'Pakt für mehr Tierwohl' soll zu Erhöhung der Eigenversorgung führen

Auch der im Oktober 2020 von Bundesministerin Elisabeth Köstinger und Landwirtschaftskammer (LK)-Präsident Josef Moosbrugger präsentierte 'Pakt für mehr Tierwohl in der produzierenden Landwirtschaft' ist eine wichtige Initiative in diese Richtung. Der Pakt wurde, wie berichtet, vom Dachverband Nachhaltige Tierhaltung Österreich, der LK Österreich sowie den Bundesländern unterzeichnet und soll mehr Unterstützungen sowie höhere Fördersätze für Investitionen in tierwohlgerechte Haltung bringen. Der Pakt besteht aus sechs Eckpunkten, unter anderem soll es Unterstützung bei laufendem Aufwand für mehr Tierwohl geben. Mit der Aufnahme der Qualitätsstandards "Vollmilchkalb" sowie "Kalb rosé" in das AMA-Gütesiegel und weiteren Fördermaßnahmen soll die regionale Produktion von Kalbfleisch steigen und die heimische Bedarfsdeckung erhöht werden. Damit werden Tiertransporte reduziert.

Gegen Schlachtviehtransporte in Drittstaaten

"Ob im Handel, beim örtlichen Fleischer, direkt beim Bauern ober über www.ehrlich.tirol - heimisches Qualitätsfleisch ist verfügbar", appelliert Geisler an die Konsumenten, zu Fleisch aus Tirol zu greifen. Mit jedem Stück Kalb- oder Rindfleisch, das in Tirol auf den Teller kommt, steige naturgemäß die Zahl der Kälber, die in diesem Bundesland aufgezogen und auch hier geschlachtet werden. Gleichzeitig würden Tiertransporte hintangehalten. "Aus diesem Grund forcieren wir, wo es geht, den Fleischabsatz im eigenen Land und unterstützen auch die Forderung nach einem EU-weiten Verbot des Exports von Schlachtvieh in Drittländer", betont Geisler. (Schluss)

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