- 14.01.2021, 10:22:28
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Tirol: Kalbfleischabsatz aus heimischer Erzeugung im Aufwind
Geisler: Weniger Tiertransporte durch mehr Konsum von regionalem Qualitätsfleisch
Utl.: Geisler: Weniger Tiertransporte durch mehr Konsum von
regionalem Qualitätsfleisch =
Innsbruck (OTS) -
Der Großteil des in Österreich verzehrten Kalbfleisches wird
importiert, nur 30 bis 40% stammen aus heimischer Produktion. Um
dieses Verhältnis nachhaltig umzukehren und Kälbertransporte ins
Ausland zu vermeiden, hat das Land Tirol im November des Vorjahres
eine Initiative zur Erhöhung des heimischen Kalbfleischabsatzes
gestartet. "In nur sechs Wochen wurden mehr als 1.300 Kälber für die
regionale Vermarktung angemeldet. Das bedeutet, dass das hochwertige
Fleisch auf den heimischen Tellern landet und Tiertransporte
vermieden werden", zieht Agrarreferent und LH-Stellvertreter Josef
Geisler eine erste Zwischenbilanz über die neue Landesinitiative.
Möglichkeiten, heimisches Qualitätsfleisch zu beziehen, gibt es
viele. Im Herbst 2020 hat die Rinderzucht Tirol das Projekt
ehrlich.tirol gestartet und ist damit in die Direktvermarktung von
Qualitätsfleisch eingestiegen. Über die Homepage www.ehrlich.tirol
werden Mischpakete mit garantiert heimischem Kalb-, Lamm-, und
Rindfleisch zu fünf, sieben oder zehn Kilogramm angeboten. "Die
Nachfrage ist definitiv da, jetzt arbeiten wir am Ausbau dieser
Vermarktungsschiene", erklärt Christian Straif, Vorstandsvorsitzender
der Rinderzucht Tirol, einem bäuerlichen Dienstleistungsunternehmen
und Zusammenschluss aller zehn in Tirol tätigen
Tierzuchtorganisationen.
Nachfrage nach heimischem Qualitätsfleisch steigt
Das Land hat über die Agrarmarketing Tirol in den letzten Jahren
außerdem gemeinsam mit dem Handel zahlreiche Initiativen gesetzt, um
den Absatz von heimischem Qualitätsfleisch zu erhöhen. "Alle diese
Qualitätsfleischprogramme, vom 'Tiroler Jahrling' über das 'Almrind'
bis hin zum 'Grauvieh Almochs' und dem 'Kalbli', entwickeln sich
äußerst positiv und haben im vergangenen Jahr große Nachfrage
erfahren", so Geisler. Österreichweit läuft zudem das Projekt "Kalb
Rosé". Fortschritte gibt es auch bei der Herkunftskennzeichnung in
der Gastronomie. Die im Vorjahr gemeinsam mit der Wirtschaftskammer
gestartete Initiative "Da kommt's her" wird von den Gastrobetrieben
gut angenommen.
'Pakt für mehr Tierwohl' soll zu Erhöhung der Eigenversorgung
führen
Auch der im Oktober 2020 von Bundesministerin Elisabeth Köstinger
und Landwirtschaftskammer (LK)-Präsident Josef Moosbrugger
präsentierte 'Pakt für mehr Tierwohl in der produzierenden
Landwirtschaft' ist eine wichtige Initiative in diese Richtung. Der
Pakt wurde, wie berichtet, vom Dachverband Nachhaltige Tierhaltung
Österreich, der LK Österreich sowie den Bundesländern unterzeichnet
und soll mehr Unterstützungen sowie höhere Fördersätze für
Investitionen in tierwohlgerechte Haltung bringen. Der Pakt besteht
aus sechs Eckpunkten, unter anderem soll es Unterstützung bei
laufendem Aufwand für mehr Tierwohl geben. Mit der Aufnahme der
Qualitätsstandards "Vollmilchkalb" sowie "Kalb rosé" in das
AMA-Gütesiegel und weiteren Fördermaßnahmen soll die regionale
Produktion von Kalbfleisch steigen und die heimische Bedarfsdeckung
erhöht werden. Damit werden Tiertransporte reduziert.
Gegen Schlachtviehtransporte in Drittstaaten
"Ob im Handel, beim örtlichen Fleischer, direkt beim Bauern ober
über www.ehrlich.tirol - heimisches Qualitätsfleisch ist verfügbar",
appelliert Geisler an die Konsumenten, zu Fleisch aus Tirol zu
greifen. Mit jedem Stück Kalb- oder Rindfleisch, das in Tirol auf den
Teller kommt, steige naturgemäß die Zahl der Kälber, die in diesem
Bundesland aufgezogen und auch hier geschlachtet werden. Gleichzeitig
würden Tiertransporte hintangehalten. "Aus diesem Grund forcieren
wir, wo es geht, den Fleischabsatz im eigenen Land und unterstützen
auch die Forderung nach einem EU-weiten Verbot des Exports von
Schlachtvieh in Drittländer", betont Geisler. (Schluss)
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