• 13.01.2021, 14:27:21
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  • OTS0156

Russische Exportbremse und USDA-Report befeuern Getreidebörsen

Heimische Marktpreise hinken trotz stabiler Absatzschätzung der AMA stark nach

Utl.: Heimische Marktpreise hinken trotz stabiler Absatzschätzung
der AMA stark nach =

Wien (OTS) - Das USDA senkt im Jänner-WASDE die Schätzung der
weltweiten Endlager nach der Saison 2020/21 von Weizen, Mais,
Getreide insgesamt und Ölsaaten gegenüber dem Vormonat nochmals
kleiner ein. Beim Getreide insgesamt, dem Mais und bei den Ölsaaten
wie auch Sojabohnen schmelzen die Endbestände ab, lediglich die
Weizenlager schwellen weiter an, aber das spürbar schwächer als in
der Dezember-Prognose. Die internationalen Terminbörsen reagierten
darauf - auch in Verbindung mit Überlegungen Russlands, die ab Mitte
Februar in Kraft tretende Weizenexportsteuer von 25 Euro/t wegen der
international und am Heimmarkt hohen Preise auf 50 Euro/t verdoppeln
zu wollen - mit einem neuerlichen Kursfeuerwerk.

Sowohl an der weltweit führenden CBoT in Chicago als auch an der
Euronext in Paris sprangen zur Wochenmitte die Notierungen von
Weizen, Mais, Sojabohnen und auch Raps von ihren schon seit Herbst
stetig steigenden und beachtlichen Werten auf die höchsten Stände
seit mehr als sieben Jahren. Am späten Mittwochmittag hielt
Mahlweizen an der Euronext in Paris zur Lieferung im März bei 231,25
Euro/t, Mais bei 215 Euro/t und Raps bei 443,75 Euro/t.

Heimische Marktpreise hinken trotz stabiler Absatzschätzung
der AMA stark nach

Damit vergrößerte sich etwa der Abstand zu dem an der Wiener
Produktenbörse zuletzt vor Weihnachten ebenfalls ab Station
Großhandel mit 187 Euro/t notierten heimischen Qualitätsweizen auf
unglaubliche 44,25 Euro/t, obwohl dieser in einem deutlich höheren
Qualitätssegment angesiedelt ist als der in Paris notierte Weizen.
Brancheninsider meinen, da werde es schon wirtschaftlich, sollte sich
Weizen am Inlandsmarkt tatsächlich so schwer absetzen lassen, in den
Drittlandexport einzusteigen. Denn um die Preisdifferenz zwischen
Kassamarkt hierzulande und Euronext-Notierungen, die den
EU-Exportpreisen entsprechen, seien schon die Transportkosten nach
Triest und das Fobing gedeckt. Ob das extrem starke Nachhinken der
Kassamarktpreise in Österreich nur mit von der Corona-Krise bedingten
vermeintlichen Absatzschwierigkeiten erklärbar ist, scheint auch
immer fraglicher.

Denn die von der AMA im Dezember veröffentlichten jüngsten
Getreidebilanzen für Österreich weisen mit 556.000 t einen gegenüber
dem Vor-Corona-Jahr 2019/20 unveränderten Inlandsverbrauch von
Weichweizen für die menschliche Ernährung aus, ebenso eine
unveränderte Verarbeitung von 343.000 t zu Bioethanol. Die
industrielle Verwertung von Weizen - etwa zu Stärke - soll laut AMA
zum Vorjahr sogar um 101.000 t auf 400.000 t zunehmen. Während die
AMA-Bilanz Ausfuhren in andere EU-Länder wie den Hauptmarkt Italien
mit 662.000 t und in Drittländer mit 47.000 t ebenfalls gleich hoch
ansetzt wie im vorangegangenen Wirtschaftsjahr, senkt sie die
Einfuhren aus dem EU-Raum gegenüber 2019/20 um 28.000 t auf 1,088
Mio. t. Damit ergibt sich in der Bilanz trotz der 2020/21 mit 1,592
Mio. t um 78.000 t gegenüber 2019 größeren Ernte des vorigen Sommers
ein lediglich um 13.000 t wachsender Endlagerstand von 300.000 t oder
nicht allzu üppigen 15,5% des Inlandsverbrauchs.

Zum Vergleich: Weltweit betragen - als sogenannte Ratio stock to
use - die Weizenendlager 41,23% des Verbrauchs. Und obwohl bisher auf
den Märkten Werte der Ratio stock to use unter 20% als preistreibend
und solche über 20% als preisdrückend gegolten haben, gehen die
Weltmarktpreise durch die Decke und bleiben sie hierzulande extrem
zurück. (Schluss)

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